Vernetzte Lautsprecher Klang statt künstlicher Intelligenz

Die britische Firma Bowers & Wilkins hat vernetzte Lautsprecher vorgestellt, die ganz anders sind als die Modelle von Amazon, Google, Apple und Sonos: nämlich viel teurer und mit viel weniger Funktionen.

Die Lautsprecher der Formation-Reihe von Bowers & Wilkins - alle ohne Mikro
Bowers & Wilkins/ TMN

Die Lautsprecher der Formation-Reihe von Bowers & Wilkins - alle ohne Mikro


Wer zu viel Geld hat, kann es bei dem britischen Lautsprecher-Hersteller Bowers & Wilkins (B&W) problemlos ausgeben: 65.000 Euro kostet ein Paar der "Nautilus"-Lautsprecher, die das Unternehmen seit 1993 anbietet. Deutlich günstiger - deswegen aber noch lange nicht billig - sind die neuen Aktivlautsprecher der "Formation"-Serie, mit denen die Firma jetzt versucht, sich im hart umkämpften Markt für vernetzte Lautsprecher zu beweisen.

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten verzichtet B&W dabei auf Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder den Google Assistant. Anders als bei den Produkten von Google und Amazon und einigen Geräten von Sonos sind in die Lautsprecherboxen keine Mikrofone eingebaut.

Das erschwinglichste Modell der neuen Reihe ist die All-In-One-Box "Wedge" für 999 Euro. Sie hat eine im 120-Grad-Winkel gebogene Holzrückwand, was mit der entsprechenden Anordnung der jeweils zwei Hoch-, Mittel- und Tieftöner für ein breites Klangbild sorgen soll.

Die Formation Wedge kann man stehend oder liegend aufbauen
Bowers & Wilkins/ TMN

Die Formation Wedge kann man stehend oder liegend aufbauen

Der Sound soll der Firmenphilosophie entsprechen, Aufnahmen möglichst authentisch rüberzubringen. Der Klang soll klar definiert sein, eine für diese Gerätekategorie ungewöhnliche Präzision und Detailfülle bieten. Bei niedrigerer Lautstärke sei der Bass recht zurückhaltend - der kompakte Formfaktor setzt Grenzen - komme aber gut zur Geltung, wenn man die "Wedge" lauter aufdreht, heißt es vom Hersteller.

Für diejenigen, denen der Bass auch dann nicht tief genug geht, bietet Bowers & Wilkins den Subwoofer "Formation Bass" für 1099 Euro an.

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Zu der neuen Reihe gehört auch das Lautsprecherpaar "Formation Duo" für zusammen 3998 Euro sowie eine Soundbar für 1249 Euro. Beide können ebenfalls mit dem Subwoofer kombiniert werden. Für den Anschluss nicht vernetzter Geräte, beispielsweise eines Plattenspielers an das System, gibt es das Gerät "Formation Audio" für 699 Euro.

Bowers & Wilkins hat zur Steuerung der neuen Lautsprecher allerdings keine eigene App entwickelt, wie etwa Sonos es seit Jahren tut. Stattdessen nutzt das System Apples AirPlay 2, um Musik von Apple-Geräten auf die Lautsprecher zu übertragen.

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Spotify-Nutzer können die Geräte zudem auch über den Dienst "Spotify Connect" ansteuern. Dies ist offenbar auch die einzige Möglichkeit, Musik von einem Android-Smartphone aus mit den neuen B&W-Lautsprechern anzuhören.

Um Lautsprecher in mehreren Räumen synchron Musik abspielen lassen zu können, bauen die "Formation"-Lautsprecher ein eigenes Mesh-WLAN auf. Dies soll auch helfen, Störungen durch andere Geräte im WLAN zu vermeiden.

Bowers & Wilkins, traditionell ein Hersteller von Hifi-Lautsprechern unter anderem für Aufnahmestudios, hatte mit seinen markanten "Zeppelin"-Modellen bereits vor Jahren einen erfolgreichen Ausflug in das Geschäft mit vernetzter Musik gemacht. Vor einigen Jahren kaufte das auf Vernetzung spezialisierte kalifornische Start-up EVA Automation die britische Traditionsfirma.

mak/dpa



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