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Noise-Cancelling-Kopfhörer im Test: Das ist der Bowers & Wilkins PX 7

Foto: Matthias Kremp/ DER SPIEGEL

Bowers & Wilkins PX 7 im Test Wie im Probenraum

Lautsprecher kosten bei Bowers & Wilkins bis zu 65.000 Euro. Der Noise-Cancelling-Kopfhörer PX7 ist nicht ganz so teuer. Der Test.

Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung sieht man im Alltag mittlerweile überall. Waren die teuren Gadgets früher meist nur im Handgepäck von Vielreisenden zu finden, sieht man heute in jeder U-Bahn jemanden, der sich damit zumindest akustisch von der Außenwelt abkapselt - und dabei Musik hört oder auf dem Handy einen Film anschaut.

Mit dem PX7 hat die britische Firma Bowers & Wilkins nun einen Kopfhörer für genau diese Nutzer auf den Markt gebracht: Wahlweise mit Kabel oder kabellos nutzbar, mit Sensoren, die bemerken, wenn man ihn abnimmt und mit einer Akkulaufzeit, die mit bis zu 30 Stunden angegeben wird. Vor allem aber verspricht der Hersteller "Musik stets auf höchstem Niveau", also einen hervorragenden Klang.

Muss er auch, schließlich tummelt sich Bowers & Wilkins mit seinen Produkten eher im oberen Preissegment und lässt sich seine Lautsprecher mit teils fünfstelligen Summen bezahlen. Ganz so teuer ist der PX7 glücklicherweise nicht, aber besonders günstig eben auch nicht.

Wie im Probenraum

Der Sound des edlen Kopfhörers zeichnet sich durch eine ungewöhnlich plastische Räumlichkeit aus. Bei "Anything 'Cept the Truth" von den Eagles of Death Metal beispielsweise meint man hören zu können, wie die Schläge der Bassdrum von der dem Schlagzeug gegenüberliegenden Wand reflektiert werden, in "Shoulda Woulda Coulda" von Beverly Knight machen Bass und Drums im Zentrum ordentlich Druck, während die Gitarren links und rechts vor sich hin grooven und der Gesang kristallklar über allem schwebt.

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Noise-Cancelling-Kopfhörer im Test: Das ist der Bowers & Wilkins PX 7

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Dass er auch Bass kann, zeigt der PX beispielsweise im Intro von "St. Jude" von Florence and the Machine, in dem eine ultratiefe Bassdrum weit hinten im Mix, aber doch deutlich spürbar, pulsiert. Bei Aufnahmen meiner Band fühlte ich mich regelrecht in den Probenraum versetzt. Der Klangcharakter geht insgesamt eher ins Warmweiche, sodass man den Kopfhörer auch gerne über längere Strecken tragen mag.

Fast immer auf Automatik

Jedenfalls habe ich das auf einem Flug in die USA und zurück getan. Dabei machte die Geräuschunterdrückung einen guten Job, ließ das Dröhnen der Triebwerke für mich weitgehend verstummen. Ganz so effektiv wie etwa die Bose 700 schien mir das nicht, aber vollkommen ausreichend. Insbesondere wenn man Musik hört, ist von der Außenwelt nichts mehr wahrzunehmen.

Dieser Eindruck bestätigte sich umso mehr beim Fahren mit den Hamburger U- und S-Bahnen. Die Abschirmung funktioniert dort so gut, dass man aufpassen muss, seine Haltestelle nicht zu verpassen. Die Intensität der Geräuschreduktion lässt sich per App oder über einen Knopf steuern. In der Regel kann man die Automatik aktivieren, nur im Flugzeug empfand ich die Einstellung "High" als effektiver.

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Genau wie bei vielen anderen Kopfhörern halte ich die Option, Außengeräusche auf Knopfdruck an die Ohren zu durchzuleiten, für wenig praxistauglich. Um eine Durchsage im Flugzeug anzuhören, mag sie noch geeignet sein. Aber spätestens, wenn ein Flugbegleiter fragt, ob man lieber das Hühnchen oder die Pasta essen möchte, setze ich den Kopfhörer lieber schnell ab, schon aus Höflichkeit. Die Musik oder der gerade laufende Film wird dabei ohnehin automatisch pausiert.

Patzer bei der Bedienung

Der PX7 liegt außerdem angenehm auf Kopf und Ohren. Die mit weichem Leder bezogenen Ohrmuscheln stülpen sich so um meine Ohren, dass sie trotz der Bügel meiner Lesebrille nicht stören. Die Verwendung von Kohlefaserverbundwerkstoffen für die Bügel aber hat aus meiner Sicht in erster Linie optische Gründe, sonderlich leicht ist der PX7 dadurch nicht geworden.

Und besonders leicht finde ich es auch nicht, ihn über die Bedienelemente an der Außenseite zu steuern. Die drei Tasten für die Musik- und Anrufsteuerung sind mit den Fingerspitzen kaum auseinanderzuhalten. Einzig der Einschaltknopf und der allein am linken Ohrhörer gelegene Knopf für die Geräuschunterdrückung sind intuitiv bedienbar.

Fazit

Kopfhörer sind Geschmackssache - und mit dem PX7 hat der britische Audiohersteller Bowers & Wilkins meinen Geschmack ziemlich gut getroffen. Der Tragekomfort ist gut, die Geräuschabschirmung sehr ordentlich und der Sound großartig. Das Einzige, was mich neben den fummeligen Bedienknöpfen stört, ist der Preis: Mit 400 Euro steht der PX7 beim Hersteller auf der Preisliste, Sonderangebote sind leider kaum zu finden. Ebenbürtige Konkurrenten wie der Sony WH-1000 XM3 oder die Bose Headphones 700 bekommt man mittlerweile für unter 300 Euro, und der ebenfalls ausgezeichnet klingende Sennheiser Momentum 3 kostet zumindest nicht mehr als der PX7.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

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