Bravia-TV-Neuheiten Sony lässt seine Fernseher fernsehen

Die neuen Sony-Fernseher sollen Filme sehen wie ein Mensch und klingen wie ein Kino. Möglich machen soll das eine Chip-Intelligenz, die mehr sein soll als nur künstlich.
Ein schwarzes Rechteck mit einem Bild darauf: Der neue Sony Bravia A90J

Ein schwarzes Rechteck mit einem Bild darauf: Der neue Sony Bravia A90J

Foto: Sony

Die neuen Fernseher von Sony sind schlauer als schlau. Zumindest legt das eine Präsentation nahe, wonach der Prozessor, der in den Geräten Bild und Ton aufbereitet kognitive Intelligenz nutzt, um seine Arbeit zu verrichten. Und die sei eben intelligenter als »herkömmliche künstliche Intelligenz«, wie das Unternehmen nahelegt.

Dass TV-Geräte das Bild mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) aufbereiten und schöner machen, ist nicht neu, diesen Trick beherrschen alle namhaften Hersteller. Die kann laut Sony aber »Bildelemente wie Farbe, Kontraste und Details nur einzeln erkennen und untersuchen«. Der neue Sony-Chip mit der Bezeichnung XR hingegen sei in der Lage, »eine Vielzahl von Elementen gleichzeitig parallel zu analysieren, genau wie das menschliche Gehirn.«

Nicht mal Sonys Bester, aber schön fotografiert: Der LED-TV X90J mit XR-Prozessor.

Nicht mal Sonys Bester, aber schön fotografiert: Der LED-TV X90J mit XR-Prozessor.

Foto: Sony

Laut Sony kann der Chip beispielsweise erkennen, auf welches Objekt im Bild ein Zuschauer sich fokussieren würde, und dessen Details so hervorheben, dass dieses Objekt besonders hervorgehoben wird. In einem Beispielvideo soll dies ein Kletterer an einer Felswand sein.

Zudem analysiert der XR-Prozessor die Tonspur des gerade wiedergegebenen Films und erzeugt daraus einen 3D-Surround-Klang. Dabei verwendet Sony je nach Bildschirmtechnologie unterschiedliche Methoden, um den Klang zu erzeugen. Modelle mit OLED-Display, wie der bis zu 83 Zoll große A90J, nutzen den Bildschirm selbst als Lautsprecher, indem sie das Gerät selbst in Vibrationen versetzen. Acoustic Surface Audio+ heißt das in Sonys Vokabular.

Die Lautsprecher von Sonys Top-TV Z9J

Die Lautsprecher von Sonys Top-TV Z9J

Foto: Sony

In den übrigen TV-Geräten, also jenen mit LED-Display, sorgen herkömmliche Lautsprecher für die Klangkulisse. Je nach Modell werden davon unterschiedlich viele an verschiedenen Orten im Gehäuse eingebaut, um einen räumlichen Sound erzeugen zu können.

Bemerkenswert ist die weite Spreizung dessen, was Sony in diesem Jahr an neuen TV-Geräten auf der virtuellen CES präsentiert. An der Spitze steht der Z9J aus der Master Series, der mit 8K-Auflösung und bis zu 85 Zoll das aktuelle Maximum des japanischen Herstellers darstellt. Am unteren Ende hingegen zeigt das Unternehmen den W800, der mit 32 Zoll und für heutige Verhältnisse winzig erscheint.

Klein wie früher: 32 Zoll ist der W800 groß, weitere Details zu dem Mini hat Sony nicht verraten

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Foto: Sony

Allen neuen Sony-Fernsehern gemein ist, dass sie Google TV als Benutzeroberfläche und für den Zugriff auf Dienste und Apps verwenden. Zudem kann man über sie Amazons Alexa und den Google Assistant sowie Homekit-fähige Geräte steuern und Musik und Videos über Apples AirPlay 2 von iPhones und iPads übertragen kann.

Ausschließlich die Modelle mit dem neuen XR-Prozessor (Z9J, A90J, A85J, X95J und X90J) können zudem auf Sonys neuen Streamingdienst Bravia Core zugreifen. Über den sollen »eine Auswahl aktueller Premium-Titel und beliebter Klassiker von SPE (Sony Pictiures Entertainment)« abrufbar sein. Die Firma verspricht hier Streamingraten von bis zu 80 Megabit pro Sekunde, die eine Bildqualität, ähnlich der von Ultra-HD-Blu-rays ermöglichen soll. Ein Internetanschluss, der das mitmacht, ist natürlich die Voraussetzung dafür.

Je nach Modell bekommt man mit dem Kauf Gutscheine für bis zu zehn Filme aus einer 300 Filme umfassende Bibliothek und kann 24 Monate lang kostenlos auf weitere 100 zugreifen. Mit Netflix oder Amazon Prime Video kann das nicht mithalten, aber wer schaut dem geschenkten Gaul schon ins Maul?

Genau wie die Konkurrenz hält sich Sony mit weiteren Details zurück. Neben genauen technischen Daten hat das Unternehmen bisher weder Angaben zur Verfügbarkeit noch zu den Preisen gemacht. Die sollen, »zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben« werden.

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