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Toshiba Dynario: Eine Brennstoffzelle für Gadgets

Brennstoffzellentechnik Methanol-Antrieb für Smartphones

Methanol tanken statt Steckdosen suchen: Der Strom, den Notebooks, Handys und MP3-Player unterwegs brauchen, soll künftig von Brennstoffzellen erzeugt werden, versprechen japanische Ingenieure. Der erste derartige Mini-Generator kommt nächste Woche auf den Markt - in limitierter Auflage.

Bei Toshiba arbeitet man schon seit Jahren an der Brennstoffzellentechnik. Auf Messen waren immer mal wieder Prototypen zu sehen, die eine hypermobile Zukunft versprachen. Jetzt ist aus den Forschungsprojekten endlich ein echtes Produkt geworden, die Dynario-DMFC-Brennstoffzelle.

Der Trick der neuen Technik: Mit Hilfe einer chemischen Reaktion zwischen Methanol und dem Luftsauerstoff erzeugt Toshibas Direktmethanol-Brennstoffzelle (DMFC) Strom. Gegenüber herkömmlicher Akkutechnik hat das vor allem den Vorteil, dass der Stromgenerator blitzschnell aufgeladen werden kann. Dazu wird einfach der Tankstutzen geöffnet und eine Nachfüllflasche Methanol aufgesetzt. Nach 20 Sekunden, so der Hersteller, ist der Tank wieder voll, das Gerät bereit, Strom zu erzeugen.

Sonderlich hoch ist Toshibas Energieausbeute allerdings noch nicht. Eine Methanol-Ladung reiche aus, um ein typisches Smartphone zweimal aufzuladen, gibt Toshiba an. Das hatte sich bei den Prototypen, mit denen Toshiba in den vergangenen Jahren auf Messen wie der Cebit zu sehen war, noch anders angehört. So zeigte der Konzern beispielsweise auch schon Notebooks, die per DMFC-Zelle betrieben wurden. Die Grundidee war auch dort ein sehr schnelles Nachladen mittels kleiner Methanol-Kartuschen.

Noch ist das Ganze aber kaum mehr als ein großer Feldversuch für Nerds. Die erste Generation der neuen Brennstoffzellen bringt Toshiba nur in Japan und noch dazu in einer limitierten Auflage von 3000 Exemplaren auf den Markt. Kaufen kann man die Dynario-DMFC-Zellen ausschließlich über Toshibas Online-Laden Shop1048 .

Spezialanwendung für Extremurlauber und reisende Forscher

Und billig wird es auch nicht, will man zu den Early Adopters zählen, zu den ersten, die eine neue Technologie ausprobieren und anwenden. Üppige 29.800 Yen (knapp 220 Euro) verlangt der Hersteller für das Einsteigerpaket aus Brennstoffzelle und fünf Nachfüllflaschen Methanollösung. Das elektrisierende Nass selbst wird im Shop für 3150 Yen (23 Euro) im Fünferpack angeboten.

Sparen lässt sich mit Toshibas neue DMFC-Brennstoffzelle also nicht. Eher im Gegenteil. Für Extremurlauber oder Wissenschaftler, die sich längere Zeit weit abseits von Stromleitungen aufhalten müssen, dabei aber nicht auf kleine Mobilgeräte verzichten wollen, ist sie trotzdem eine Alternative. Immerhin kann sie etliche herkömmliche Akkus oder Batterien ersetzen. Ob sich das allerdings positiv auf das Gewicht des Gepäcks auswirkt, darf man bezweifeln. Die Brennstoffzelle selbst bringt schon 280 Gramm auf die Waage, pro 50-Milliliter-Nachfüllkartusche kommen fast 100 Gramm dazu.

Aber mit der Dynario-Brennstoffzelle will der Konzern ohnehin offenbar nur testen, wie potentielle Kunden mit der neuen Technik umgehen, welche Erfahrungen sie mit dem Methanol-Antrieb machen. Künftige Versionen der Technik, so wird versprochen, würden dann viel kleiner ausfallen, könnten vielleicht direkt in Mobiltelefone oder MP3-Player eingebaut werden - eines Tages.

mak
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