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Windows 10: So sieht das Fall Creators Update aus

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Microsoft Windows 10 öffnet sich für iOS und Android

Auf der Entwicklerkonferenz Build kündigt Microsoft ein Update an, das den Look von Windows 10 auffrischen soll. Außerdem kommt der Konzern Besitzern von Geräten mit iOS und Android entgegen.

Damit rechnet man normalerweise nicht: Das Interesse an der zweiten Keynote auf Microsofts Entwicklerkonferenz Build war spürbar größer als am Tag davor. Statt wie am ersten Tag gemütlich in den Vortragssaal zu schlendern, rannten einige Journalisten hektisch in den Arbeitsbereich, um sich die besten Plätze zu sichern. Es hatte sich wohl herumgesprochen, dass es statt um Programmier-Tools vor allem um Windows gehen sollte.

Tatsächlich war Microsofts Betriebssystem in den folgenden fast zwei Stunden der Hauptdarsteller, es ging um das nächste große Update für Windows 10. Angelehnt an das gerade erst im April veröffentlichte Creators Update heißt es Fall Creators Update. Originell ist der Name nicht, deutet aber zumindest den ungefähren Veröffentlichungszeitpunkt an: Herbst.

Folgt Microsoft seinem bisherigen Rhythmus, alle sechs Monate ein großes Update herauszubringen, wäre es rein rechnerisch Anfang September fällig. Sklavisch wolle man sich aber nicht an einen solchen Zeitplan halten, sagt ein Microsoft-Sprecher auf Nachfrage. Das Update werde eben kommen, wenn es fertig ist. Die Bemerkung zeigt das Umdenken im Konzern. Vor ein paar Jahren war es noch wichtiger, Liefertermine zu halten.

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Microsoft kommt iOS- und Android-Besitzern entgegen

Für wirklich große Aufregung im Publikum sorgte in Seattle aber eine andere Neuheit. Als angekündigt wurde, dass Apples iTunes demnächst im Windows Store verfügbar sein wird, gab es neben Applaus auch staunendes Geraune zu hören. Nutzer des anstehenden Windows 10 S können so künftig deutlich leichter Musik und andere digitale Inhalte mit ihrem iPhone synchronisieren.

Kaum eine Präsentation kam zum Ende, ohne dass zwischendurch iPhones und iPads gezeigt wurden, sogar eine Software, mit der man auf Windows PC iOS-Apps programmieren kann, hat der Konzern vorgestellt. Bei Microsoft scheint man ein Herz für Apple zu haben.

Mit dem Fall Creators Update scheint Microsoft auch insgesamt einen ganz neuen Fokus darauf zu legen, Besitzern von mobilen iOS- und auch Android-Geräten die Nutzung eines Windows-PC zu erleichtern. Der Konzern stellte auf der Build eine Reihe von Werkzeugen vor, die eine nahtlose Nutzung von Dokumenten über verschiedene Geräte hinweg erlauben sollen - egal, ob die Funktionen oder Dokumente auf Googles Android-System oder Apples iOS gespeichert sind.

Eine künstliche Intelligenz hilft beim Videoschnitt

Im Laufe der Zeit wird das Fall Creators Update zudem den Look von Windows verändern. Fluent Design System nennt der Konzern seine neue Designsprache, die der Software unter anderem mit Transparenz- und Bewegungseffekten ein frisches Aussehen geben soll. Anfangs wird man davon aber nicht viel sehen. Erst wenn Entwickler ihre Apps entsprechend anpassen, wird das neue Design wirklich erkennbar werden.

Was Nutzern aber sofort auffallen dürfte, ist die neue Video-App Story Remix, mit dem Update ausgeliefert werden soll. Die App soll Entwicklern zeigen, was möglich ist, wenn man die von dem Konzern angebotenen Funktionen künstlicher Intelligenz ausnutzt.

Der Grund: Story Remix scheint es wirklich leicht zu machen, aus einer Sammlung von Videoschnipseln ein ansprechendes Filmchen zu erstellen. Bei der Vorführung der Software analysierte das System Serien von Clips, die das Spiel eine Amateurfußballmannschaft zeigten und machte daraus einen Clip mit passender Musikuntermalung.

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Das können andere auch. Interessant wurde es, als die Präsentatorin auf einem Standbild den Namen einer Spielerin neben deren Kopf malte. Im Folgenden ließ die Software den Namenszug immer mit der Spielerin mitwandern, automatisch.

Zudem kann man laut Präsentation 3D-Objekte aus dem Online-Bibliothek Remix 3D in seine eigenen Filme einbauen und zum Beispiel einen Tyrannosaurus Rex in die Garageneinfahrt montieren. Die Objekte lassen sich mit wenigen Klicks mit einem Objekt im Film verknüpfen. Bei der Präsentation war das ein brennender 3D-Feuerball, der auf einen Fußball geklebt wurde. Im schnell neu berechneten Film flog daraufhin der Feuerball samt Feuerschweif anstelle des Fußballs ins Tor und explodierte. Der Effekt hatte fast schon Kinoqualität. Mit herkömmlichen Mitteln, also ohne KI, würden das wohl nur Profis so gut hinbekommen.

Doch auch wenn man auf solche Effekte verzichtet, wird man die KI wohl schätzen. So lässt sich bei Aufnahmen mehrerer Personen, wie etwa einer Fußballmannschaft, einstellen, welche Person besonders im Fokus stehen soll. Die Änderungen waren bei solchen Wechseln schon nach wenigen Sekunden zu sehen. Wer schon mal Stunden damit verbracht hat, ein Urlaubsvideo am PC zu schneiden, wird sich freuen, auf diese Weise viel schneller ans Ziel zu kommen.

Speichererweiterung in der Cloud

Eine weitere Neuerung, die mit dem Update eingeführt wird, dürfte all jene freuen, die Notebooks mit kleinen SSDs haben, die immer voll sind: One Drive Files on demand. Die neue Funktion des Cloudspeichers soll auf Computern Speicherplatz frei machen, indem sie die Dateien des Nutzers in der Cloud speichert statt auf Festplatte oder SSD.

Mit den Cloud-Daten soll man genau so arbeiten können, als wären sie auf dem Rechner gespeichert. Auch mit den One-Drive-Apps für iOS und Android soll das klappen. Nur ohne Internet funktioniert das natürlich nicht.

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