Problematische Technik Bundesnetzagentur stoppt Verkauf von fast 23 Millionen Produkten

Funkkopfhörer, die auf Polizeifrequenzen arbeiten, Messgeräte, Drohnen, Spielzeug: Jahr für Jahr sorgt die Bundesnetzagentur dafür, dass Millionen Technikprodukte nicht auf den deutschen Markt gelangen.
Bundesnetzagentur in Mainz: Immer wieder erfährt sie von problematischen Produkten

Bundesnetzagentur in Mainz: Immer wieder erfährt sie von problematischen Produkten

Foto: Boris Roessler / DPA

Die Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr den Verkauf von fast 23 Millionen verbotenen Produkten gestoppt. Darunter waren allein 7,7 Millionen Funkkopfhörer, die unzulässigerweise auf Frequenzen arbeiteten, die zum Beispiel für die Polizei oder Feuerwehr reserviert sind, wie die Aufsichtsbehörde am Freitag mitteilte . Auch extrem billige Messgeräte, Hobbydrohnen und GPS-Funkgeräte wurden millionenfach für den Verkauf gesperrt. Hier bemängelte die Netzagentur häufig fehlende CE-Kennzeichnungen oder das Fehlen von Kontaktdaten des Anbieters. Aus dem Verkehr gezogen wurde zudem funkgesteuertes Spielzeug, genau wie Hunderttausende Staubsauger und Smartwatches.

Die Bundesnetzagentur prüft regelmäßig Artikel aus den Bereichen Unterhaltungselektronik, Beleuchtung und Haushaltsgeräte sowie andere Produkte mit WLAN- oder Bluetooth-Funktion darauf, ob sie EU-Vorschriften einhalten. Untersucht werden Produkte im stationären Einzelhandel sowie im Internet. Es geht zum Beispiel darum, ob die Herstellerangaben stimmen, deutsche Bedienungsanleitungen vorliegen oder ob die Produkte Funkstörungen verursachen.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der gesperrten Produkte um fast zwei Millionen. Der Löwenanteil der Sperrungen betraf den Onlinehandel. Hier ermittelte die Behörde insgesamt 1936 Produkte, die den europäischen Vorgaben nicht entsprachen. Sie wurden von den Plattformbetreibern gesperrt. Betroffen davon waren 21,4 Millionen einzelne Geräte. Onlinehändler, die ihre Produkte in millionenfacher Stückzahl anbieten, stehen bereits seit Jahren besonders im Fokus der Ermittler.

Auch Netzteile weckten Bedenken

Aufgrund von Kontrollen im deutschen Einzelhandel erließ die Netzagentur 23 weitere Vertriebsverbote und forderte in weiteren 1095 Fällen zur Behebung von Mängeln auf. Häufig ging es dabei um LED-Beleuchtungsmittel und Netzteile.

Der Zoll meldete im vergangenen Jahr rund 6500 verdächtige Warensendungen an die Bundesnetzagentur. In rund 91 Prozent der Fälle erfolgte keine Freigabe der Produkte für den deutschen Markt, weil eindeutige Mängel vorlagen. Insgesamt waren rund 320.000 Produkte betroffen.

Verbraucherinnen und Verbrauchern rät die Bundesnetzagentur, nur bei seriösen Anbietern zu kaufen oder zu bestellen, die auch eine Adresse in der EU angeben. Außerdem sollten Preise »plausibel« erscheinen, es müssten Bedienungsanleitungen auf Deutsch vorliegen, und bei Technikprodukten müsse der Steckertyp auch in Deutschland verwendbar sein.

mbö/dpa/AFP

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