Unbemerkte Telefonanrufe Bundesnetzagentur verbietet Kinderuhren mit Abhörfunktion

Der Verkauf von Kinderuhren mit Abhörfunktion ist von der Bundesnetzagentur verboten worden. Käufer einer solchen Smartwatch sollten sie laut der Behörde vernichten, denn der Besitz eines solchen Gerätes ist strafbar.
Die Bundesnetzagentur in Bonn

Die Bundesnetzagentur in Bonn

Foto: Rolf Vennenbernd/ picture alliance / dpa

Die Bundesnetzagentur hat den Verkauf von Kinderuhren verboten, die mit einer Abhörfunktion ausgestattet sind. Die Behörde ist bereits gegen mehrere Angebote im Internet vorgegangen.

Eltern könnten dabei über eine App die Uhren nutzen, um unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Nach unseren Ermittlungen werden die Uhren von Eltern zum Beispiel auch zum Abhören von Lehrern im Unterricht genutzt." Eine derartige Abhörfunktion sei in Deutschland verboten.

Viele Smartwatches, die speziell für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren konzipiert sind, verfügen der Bundesnetzagentur zufolge über eingeschränkte Telefoniefunktionen, die über eine App gesteuert werden. Dabei lasse sich per App bestimmen, dass die Uhr unbemerkt vom Träger eine beliebige Telefonnummer anrufe. Das ermögliche das Abhören der Gespräche des Uhrenträgers und dessen Umgebung.

Die Bundesnetzagentur rät Eltern, solche Uhren unschädlich zu machen und einen Nachweis darüber ausstellen zu lassen. Denn auch der Besitz einer solchen Uhr ist laut der Behörde in Deutschland strafbar. Wenn Käufer solcher Uhren der Bundesnetzagentur bekannt werden, fordert die Behörde sie nach eigenen Angaben zum Vernichten des Geräts und zur Übersendung eines entsprechenden Nachweises auf.

Aus den gleichen Gründen hatte die Behörde Anfang des Jahres auch die Kinderpuppe "Cayla" aus dem Verkehr gezogen. Auch sie war in der Lage, unbemerkt Gespräche des Kindes und seiner Umgebung aufzunehmen und weiterzuleiten.

cop/dpa/AFP