Caviar Cyberphone Jetzt kommt das Tesla-iPhone

Eine russische Firma hat das Design des Cybertruck zum Vorbild für seine eigene Variante des iPhone 11 erkoren. Die Auflage des superteuren Handys ist begrenzt. Zum Glück.
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Caviar

Noch vor fünf Jahren dachten wir, 3400 Euro für ein Lamborghini-Smartphone oder 10.000 Euro für ein Vertu Ti wären viel Geld. Doch jetzt zeigt uns die russische Smart Luxury Group mit ihrer Smartphone-Marke Caviar, dass man den Wohlstandswahnsinn noch viel weiter treiben kann. Und sie bestätigt unsere Feststellung von damals, dass Geld und Geschmack nicht zusammenhängen.

Denn als Vorbild für das neue Smartphone-Modell dient ausgerechnet Teslas Cybertruck. Jener brachiale Elektro-Pick-up mit seiner polarisierenden Optik also, den aber bereits Hunderttausende Amerikaner vorbestellt haben. Einen russischen Fan begeisterte der Straßen-Stealth-Bomber-Look derart, dass er seinem Kompaktwagen eine Selbstbau-Karosserie in Cybertruck-Design überzog.

Angelehnt an die Bezeichnung des Vorbilds nennt Caviar sein neues Modell Cyberphone. Als Basis dient wahlweise ein iPhone 11 Pro oder ein 11 Pro Max von Apple mit bis zu 512 Gigabyte Speicher. Abgesehen von der typischen Dreifach-Linsen-Anordnung der Kameras ist von Apples Design in Caviars Version nichts mehr zu erkennen. Apples Gehäuse aus Stahl, Glas und Aluminium haben die russischen Designer durch eines aus Titan ersetzt - oder damit überzogen. Auf Fotos von dem Gerät ist das nicht klar zu erkennen und der Hersteller macht dazu keine Angaben.

Der Titandeckel schützt das Display und dient als Standfuß

Der Titandeckel schützt das Display und dient als Standfuß

Foto: Caviar

Dass der Look von der Geometrie des Cybertruck inspiriert wurde, wie sich Caviar ausdrückt, ist schwerlich zu übersehen. Rechteckiges ist kaum zu erkennen, überall starren schräge, ineinander verwinkelte Formen hervor. Schlanker ist das iPhone durch die brachiale Optik jedenfalls nicht geworden und leichter sicher auch nicht. Konkrete Angaben zu Maßen und Gewicht macht das Unternehmen nicht. Robust scheint es jedoch zu sein. Das Display wird von einem Titandeckel geschützt, den man so falten kann, dass er dem Gerät auch als Standfuß dient.

1580 Dollar für ein Paar AirPods Pro

Mindestens ebenso verwirrend wie das Design ist die Frage, was das Cyberphone kosten soll. Insgesamt will Caviar 99 Exemplare bauen. Auf der Bestellseite lassen sich zwar das zugrunde liegende iPhone-Modell und die gewünschte Speicherausstattung auswählen, doch rechts auf der Seite heißt es in großen Lettern: Request a Price, also "Fragen Sie nach dem Preis". Unübersehbar wird darüber aber ein Preis von 15.920 Dollar angegeben. Der verändert sich allerdings nicht, egal, welches Modell und wie viel Speicher man auswählt.

Damit läge das Cyberphone innerhalb des Caviar-Portfolios allerdings höchstens im mittleren Preisbereich. Schon für ein Paar AirPods Pro in Krokodilleder muss man 1580 Dollar berappen. Der Preis für ein im Online-Baukasten "Constructor" zusammengestelltes iPhone 11 Pro mit Titangehäuse und goldenem FSB-Symbol (der FSB ist der russische Inlandsgeheimdienst) im Rücken wird mit rund 5678 Dollar veranschlagt. Doch wer es ganz exklusiv haben will, bestellt das iPhone 11 Pro Max als "Solarius Green Flash Full Gold". Stückpreis: Bis zu 114.520 Dollar, also knapp 104.000 Euro. Dafür bekommt man dann auch die Sicherheit, dass es davon nur eines gibt.

Foto: Caviar

Kunden gibt es genug

Blöd nur, wenn Apple dann im September ein neues, schickeres iPhone vorstellt und man feststellt, dass man eine sechsstelliges Summe für das iPhone vom letzten Jahr hingeblättert hat.

An Kunden, die sich von solchen Erwägungen nicht irritieren lassen, scheint es Caviar jedoch nicht zu mangeln. Auf der Promiliste jener Menschen, die laut der Firma alles haben - "Erfolg, Macht, Wohlstand, Autorität und Respekt" und eben auch ein Caviar-Handy -, stehen neben Limp-Bizkit-Sänger Fred Durst und Schauspieler Steven Seagal vornehmlich russische Promis wie die Eiskunstläuferin Alina Zagitova und der Hockeyspieler Aleksandr Ovechkin.