Technikmesse Ceatec Konkurrenz aus Japan für Google Glass

Japanische Elektronikunternehmen wollen der Datenbrille Google Glass Konkurrenz machen, noch bevor diese überhaupt für den Massenmarkt verfügbar ist. Doch die Gegenentwürfe sehen ziemlich klobig aus.

AFP

Tokio - Auf der Elektronikmesse Ceatec haben japanische Konzerne ihre Gegenentwürfe zur umstrittenen Datenbrille Google Glass vorgestellt. Toshiba und Epson präsentierten Modelle, die sich technisch erheblich von Googles Gerät unterscheiden. Während Google Glass im Kern aus einem kleinen Display am oberen Brillenrand besteht, setzen die Japaner auf Vollglas-Brillen, die das gesamte Blickfeld des Anwenders einnehmen.

"Toshiba Glass" soll vor allem Geschäftskunden ansprechen. So könne man sich gut einen Einsatz im Krankenhaus, auf Baustellen oder bei der Polizei vorstellen, sagte ein Firmensprecher. Bei der Toshiba-Brille handelt es sich noch um einen Prototypen. So bezieht die Brille Strom und Daten über ein USB-Kabel, das an ein Smartphone oder Tablet-Computer angeschlossen wird.

Das erinnert vom Prinzip an die Datenbrille AirScouter, die der Druckerhersteller Brother bereits 2012 in Berlin vorstellte. Das Brother-Gerät sollte damals in erster Linie dazu dienen auszuloten, welche Anwendungsbereiche es für die neue Technik geben könnte. Die Steuerelektronik und das optische System der Brille waren in einem separaten Kasten untergebracht, die Stromversorgung und externe Schnittstellen waren über einen regelrechten Kabelverhau angeschlossen.

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Brille statt Bildschirm: So sieht Brothers AirScouter-Cyberbrille aus
Epson bietet dagegen mit seiner Moverio BT-200 schon ein Nachfolgemodell zu einer ersten Datenbrille an. Auch hier sollen Profianwendungen im Vordergrund stehen. Epson-Datenbrillen kommen unter anderem am Universitätsspital Zürich zum Einsatz. Patienten werden dort im Computertomografen ihre eigenen Atemzüge über die Datenbrille dargestellt, um störende Einflüsse der Atembewegungen zu minimieren.

Google hatte seine Datenbrille Glass ursprünglich für ein breites Publikum konzipiert. Nach Protesten von Datenschützern und negativen Reaktionen in der Öffentlichkeit hatte der Konzern zuletzt aber Geschäftsanwendungen betont, die mit Google Glass möglich seien, etwa die Unterstützung von Flugzeugmechanikern bei ihrer Arbeit.

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Moverio BT-200: So sieht Epsons Datenbrille aus

mak/dpa



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Labs-Kautz 09.10.2014
1. Nett
Anwendungen im geschäftlichen Bereich, besonders medizinisch, können nur empfohlen werden. Wer keine Brille braucht wird sich privat auch keine aufsetzen, Sonnenbrillen mal ausgenommen. Ich glaube da gibt es noch einiges an Potenzial. Nun werden sich allerdings wohl einige melden die Angst haben vor neugierigen Ärzten, so eine Art "Lungenspionage" oder unbemerkte Beeinflussung der Blutdruckkontrolle. MfG
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