Cebit-Videorundgang Schneller durch den Datenstrom

Wie viel Netzwerk passt in eine Stromleitung? Egal, wie Ihre Antwort lautet, künftig ist es mehr. Das wird man auch brauchen, wenn das Handy zum Festnetztelefon und die Netzwerkfestplatte zum Überall-Datenspeicher wird.

Von


Strom-Heimnetzwerke sind ja eine feine Idee: Statt Netzwerkkabel im Haus zu verlegen, dafür Löcher zu bohren und Wände aufzustemmen, steckt man einfach Adapter auf seine Steckdosen, nutzt die Stromkabel zur Heimvernetzung. Das ist elegant, flink erledigt und einfach. Nur schnell, das ist es nicht. Doch auf der Cebit machte ein Hersteller Hoffnung, die per Stromnetz erreichbaren Datenraten noch in diesem Jahr deutlich nach oben schrauben zu können.

Bis zu 500 Megabit pro Sekunde, ein halbes Gigabit, sollen dann durch die 230-Volt-Verkabelung geleitet werden. Locker genug, um beispielsweise HD-Filme zu streamen und gleichzeitig via Internet ohne Qualitätsverlust zu telefonieren. Außerdem soll dieselbe Technik künftig auch dazu dienen, Fernsehprogramme von der Sat-Schüssel auf dem Dach komfortabel im Haus zu verteilen.

Billig ist beides allerdings nicht. Ein Set 500 Mbit/s-Powerline -Adapter wird rund 150 Euro kosten, wenn es in ein paar Monaten auf den Markt kommt. Wer via Stromkabel Satellitenfernsehen empfangen will, muss noch tiefer in die Tasche greifen, 400 Euro bezahlen, immerhin inklusive Receiver.

Auf dem Handy zu Hause im Festnetz telefonieren

Gänzlich kostenlos ist dagegen die FritzApp Fon von AVM, mit der iPhones und Android-Handys zu Schnurlos-Telefonen für die DSL-Modems des Berliner Unternehmens werden. Statt teuer übers Mobilnetz soll man damit per Handy günstig via Festnetz telefonieren können. Die Android-Version steht bereits zum Download bereit, auf die iPhone-Version wird man noch eine Weile warten müssen.

Dasselbe gilt auch für den Xtreamer von Trekstor. Die Netzwerkfestplatte, die der Hersteller vollmundig als HomeServer betitelt, gab auf der Cebit ihr Debüt, obwohl sie unter anderer Flagge schon erhältlich ist. Beeindruckend ist der Funktionsumfang trotzdem. Bis zu vier Terabyte Festplattenplatz lassen sich einbauen, sämtlichen Funktionen auch aus der Ferne, über eine eigene Web-Seite der Festplatte, steuern.

Dass der Xtreamer außerdem als Musikserver taugt, große Downloads aus dem Internet automatisch abwickelt, auch wenn der Computer aus ist, gehört da schon zum besseren Komfort. Ob das auch alles wirklich so funktioniert wie versprochen, wollen wir gerne ausprobieren, nach der Cebit. Wie sich diese Gadgets auf der Hightech-Messe geschlagen haben, sehen Sie in unseren Videos.

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.