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Withings' Activité Pop im Test Ohne Swiss Made ist es gleich günstiger

Gerade erst hat Withings eine teure, aber schicke Fitness-Uhr eingeführt. Auf der CES stellt der französische Hersteller schon das nächste Modell vor. Optisch gibt es kaum einen Unterschied, preislich einen gewaltigen.

Das ging schnell. Vor nicht einmal einer Woche habe ich meinen Testbericht zur Activité von Withings veröffentlicht. Dabei handelte es sich im Prinzip um einen Fitness-Tracker, jedoch um einen, der anders ist als die bekannten Modelle von Herstellern wie Jawbone, Fitbit oder Sony. Jetzt hat mir das Unternehmen am Rande der Elektronikmesse CES in Las Vegas gleich das nächste Modell der Baureihe gezeigt - und mir ein Exemplar zum Testen mitgegeben.

Auf den ersten Blick ist bei der Activité Pop genannten Fitness-Uhr kein Unterschied zu der 350 Euro teuren Activité zu erkennen: Genau wie das erste Modell steckt die Technik in einem Metallgehäuse. Statt eines Displays gibt es ein analoges Ziffernblatt mit einem zusätzlichen Zeiger, der signalisiert, wie viel Prozent seines Schrittpensums man bereits erreicht hat. Außerdem sieht man sofort, dass es andere Farbkombinationen gibt und das Armband der Pop aus Silikon ist, nicht aus edlem Kalbsleder. Der Activité liegt ein wasserfestes Kunststoffarmband nur als Zubehör bei, für schweißtreibende Aktivitäten und Schwimmtraining.

Bei genauer Betrachtung fällt ein weiterer Unterschied auf: Während auf dem Ziffernblatt der Activité auf der Sechs-Uhr-Position "Swiss Made" aufgedruckt ist, finden sich bei der Pop keine Hinweise auf eine Herstellung in der Schweiz. Zusammen mit dem billigeren Kunststoffarmband ist das der Grund, weshalb man sich die Acticité Pop eher leisten kann, als das Nobel-Modell: Durch den Verzicht auf Schweizer Technik, französisches Kalbsleder und Saphirglas ist die Pop satte 200 Euro billiger als die Activité, kostet nur 150 statt 350 Euro.

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Fitness-Uhr: Die Withings Activité Pop im Detail

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Dieselbe Technik, dieselben Macken

Funktionell konnte ich keine Unterschiede feststellen. Offenbar arbeitet in der Pop dieselbe Sensortechnik, denn meine Rennerei in Las Vegas zeichnete sie ebenso zuverlässig auf, wie die teurere Activité. Mit dem Schwestermodell gemeinsam hat sie auch, dass sie viel dezenter ist, als die sonst oft sehr technisch wirkenden Fitness-Tracker. Und natürlich, dass man sie vor allem als Uhr benutzen kann, die mit einer Batterie acht Monate läuft. Ständiges Aufladen ist daher nicht nötig.

Leider hat das Pop-Modell aber auch dieselben Macken: Es braucht recht lange für den drahtlosen Datenabgleich mit der sehr guten Withings-App, hat keine Schlummertaste für die Weckfunktion und keinen eingebauten Pulsmesser. Von Letzterem abgesehen, werden sich diese Probleme aber per Software-Update beseitigen lassen, hat mir ein Withings-Sprecher versprochen.

Fazit

Im Grunde gilt für die bis zu 50 Metern Tiefe wasserdichte Activité Pop dasselbe wie für ihr teures Gegenstück, die Activité: Beide gehören zu den schöner designten Fitnesstrackern, beide verzichten auf technischen Ballast und beschränken sich auf das Wichtigste. Dabei schleppen sie aber noch ein paar Software-Probleme mit sich herum.

Eine Alternative zu professionellen Trainingsuhren sind die Geräte nicht, sie konkurrieren aber sehr wohl mit den vielen anderen Fitness-Trackern. Wer auf das Qualitätsversprechen von "Swiss Made" verzichten kann, bekommt mit der Pop eine Armbanduhr, die mehr kann, als man auf den ersten Blick erwartet.

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