CES-Neuheiten Die wahren Innovationen der Hightech-Show

3. Teil: Sparsamer als E-Ink, schnell und bunt genug für Videos


So sieht der Bildschirm der Zukunft aus, keine Frage: Mirasol-Displays dürften in diesem Jahr den Lesegeräten mit elektronischer Tinte Konkurrenz machen und sie bald darauf ablösen. Die Farbdisplays des Herstellers Qualcomm arbeiten mit vielen kleinen Spiegeln, die einfallendes Licht in nur einer bestimmten Wellenlänge zurückwerfen und so sichtbare Farben erzeugen.

Ein enormer Vorteil der Mirasol-Technik gegenüber E-Ink: Die Spiegel können schnell genug bewegt werden, um Videos auf den Displays abzuspielen. Trotzdem soll ein Mirasol-Display beim Stromverbrauch noch genügsamer sein als E-Ink. Der Hersteller Qualcomm hat angekündigt, dass 2010 die ersten Lesegeräte mit Mirasol-Bildschirmen in Produktion gehen.

Auf der CES waren Mirasol-Bildschirme mit knapp 15 Zentimetern Diagonale zu sehen, die Videos und Animationen mit 1024 mal 768 Pixeln Auflösung abspielten. Qualcomm gab sehr konkrete Versprechen zum Stromverbrauch dieser Displays. Dem Technikblog Slashgear erklärte ein Qualcomm-Sprecher, dass der Akku von Amazons Lesegerät Kindle länger durchhalten würde, wenn man das E-Ink-Display durch einen Mirasol-Bildschirm ersetzen und nur lesen würde. Konkret wäre das mehr als eine Woche - ohne Mobilfunknutzung läuft der aktuelle Kindle mit einer Akkuladung bis zu sieben Tage. Bei Videowiedergabe soll der Akku des hypothetischen Mirasol-Kindles bis zu eine Woche lang bei normaler Nutzung durchhalten.

Sobald man eine Display-Beleuchtung hinzufügt, sinken die Akkulaufzeiten natürlich wieder. Ein Touchscreen auf Mirasol-Basis würde die Sichtbarkeit ein wenig beeinträchtigen, wie es schon bei Sonys Lesegerät mit Touchscreen und E-Ink zu sehen war. Allerdings könnten neue Touchscreen-Technologien dieses Problem lösen, bis die ersten Geräte mit Mirasol-Technik verfügbar sind.



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