Börsengang statt Übernahme Milliardendeal der Chipgiganten Nvidia und Arm ist geplatzt

Fast alle Smartphones nutzen die Architektur des Chipdesigners Arm. Diese Marktmacht torpedierte den geplanten Deal mit Nvidia. Eigentümer Softbank plant nun stattdessen den Börsengang für Arm.
Logos von Arm und Softbank: Chiparchitektur in fast allen Smartphones

Logos von Arm und Softbank: Chiparchitektur in fast allen Smartphones

Foto: Neil Hall / REUTERS

Der Milliardendeal zur Übernahme des Chipdesigners Arm durch den Branchenriesen Nvidia ist geplatzt. Zu groß sei der Widerstand von Wettbewerbshütern, zu hoch die regulatorischen Hürden gewesen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Der japanische Arm-Eigentümer Softbank plant nun stattdessen einen Börsengang.

Chips auf Basis von Arm-Architektur stecken in fast allen Smartphones. Marktwächter und Konkurrenten hatten deshalb befürchtet, dass Nvidia dies zum Ausbau der eigenen Marktposition nutzen könnte. Der Grafikkarten-Spezialist wies dies stets zurück, traf aber trotzdem auf starken Gegenwind. Anfang Dezember hatte die US-Regierung schließlich gegen die Übernahme geklagt. Der Zusammenschluss könne Innovationen bremsen, argumentierte die amerikanische Handelsbehörde FTC damals.

Apple nutzt Arm-Design in neuen Macs

Nvidia setzte bereits im September 2020 zum Kauf der britischen Firma an, die damals rund 40 Milliarden Dollar wert war. Mit dem Kursanstieg der Nvidia-Aktie war das Volumen zwischenzeitlich doppelt so hoch.

Auf Basis der Arm-Designs entwickeln unter anderem Apple und Samsung die Prozessoren für ihre Smartphones. Auch der Chipkonzern Qualcomm, dessen Chips in vielen Android-Telefonen stecken, greift darauf zurück. Die Arm-Architekturen setzten sich in Smartphones gegen Chipsysteme des Halbleiterriesen Intel durch, unter anderem, weil sie deutlich stromsparender arbeiten. Inzwischen werden Chips auf Basis von Arm-Designs auch in Rechenzentren eingesetzt. Apple nutzt sie zudem in seinen neuen Mac-Computern.

Angesichts der geplanten Übernahme durch Nvidia gab es jedoch bereits länger Unruhe in der Technologiebranche. So befürchteten einige Arm-Kunden, der amerikanische Grafikkarten-Spezialist könnte ein Interesse daran haben, künftige Arm-Architekturen besser mit seinen eigenen Produkten zu verzahnen – was ihre eigene Wettbewerbsposition verschlechtern würde. Nvidia wies solche Ängste stets zurück.

Der japanische Technologiekonzern Softbank behält nun 1,25 Milliarden Dollar, die Nvidia bereits bezahlt hatte. Der Börsengang soll in dem bis Ende März 2023 laufenden nächsten Geschäftsjahr von Softbank erfolgen.

jlk/dpa