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Cisco Cius: Tablet für den Arbeitseinsatz

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Cisco Cius Tablet-PC mit eingebautem Alibi

Wer wirklich wichtig ist oder so aussehen will, braucht heute ein iPad. Nur warum, ist manchmal schwer zu erklären. Wie gut, dass es Cisco gibt: Das IT-Unternehmen bringt nun einen Tablet-PC mit ausgeprägten Business-Features - ein Gadget, das nicht nur Manager-Spielzeug sein will.

Wenn Kara Wilson, Marketing-Managerin bei Cisco, mit Zahnpastareklame-Lächeln, in Bluse und Jacket am nüchternen Schreibtisch sitzend die Vorzüge des neuen Cisco Cius erklärt , dürften selbst hartnäckige Controller und Spötter jeden Zweifel verlieren: Dieser kleine Tablet PC ist überhaupt kein cooles Manager-Spielzeug, das man brauchte, um noch wichtiger auszusehen, während man surfend die Arbeit vermeidet. Es ist ein modernes, absolut notwendiges Arbeitsmittel, eine Art kommunikatives Red Bull für die Businesswelt. Ohne geht es bestimmt gar nicht mehr.

Jeder Vergleich mit Apples iPad, seit einigen Wochen Teil der Grundausstattung jeder Chefetage, die etwas auf sich hält, verbietet sich da von selbst. Der Cius ist kein Flachrechner, der chic aussehen und ansonsten vor allem für Entertainment sorgen soll. Er ist ein "mobiles Kollaborations-Tablet, für das Business entworfen". Die Kiste werde "eine neue Ära der Produktivität" einleiten, versichert Kara, und die Art und Weise, wie leitende Angestellte, Manager und Entscheider arbeiten, "von Grund auf verändern".

Doch Spaß und Spott beiseite: Mit dem tatsächlich nüchtern konzipierten Cius schafft die neue Geräte-Kategorie der Tablet PCs bereits nach wenigen Monaten den Sprung vom Spielzeug zur sachlichen Anwendung - PC haben dafür immerhin eineinhalb Jahrzehnte gebraucht. Per W-Lan und Mobilfunk ermöglicht der Cius überall Kommunikation. Wenn man will, sogar per Video in 720p.

Tablets: Nicht nur Fun und Prestige, auch Nutzwert

Synchronisiert mit der Desktop-Software ermöglicht das Tablet "Roaming" während der Arbeitszeit. Zu deutsch: man nimmt den Schreibtisch mit. Diverse Office-Programme und Messenger sorgen dafür, dass man im Bilde bleibt. Wichtige Programme und Daten holt sich das Cius aus der Cloud. Videokonferenzen in HD sorgen für Telepräsenz. Innen eine Art Netbook (1,6 GHz-Atom-Chip, 32 GB Festspeicher) ist die Bauform des Mini-Surfbretts mit seinem Android-Betriebssystem und seiner Software-Ausstattung offensichtlich als Erbe der von Smartphones verdrängten PDAs zu verstehen - ein Kommunikations-, Informations-, Organisations- und nur nebenbei auch Entertainment-Werkzeug.

Nutzbar ist das alles natürlich nur in einer Businesssoftware-Umgebung, die ganz und gar auf Cisco abgestellt ist: Der Cius ist eine kommunikative Erweiterung eines Hard-/Software-Konzeptes für Unternehmen.

Dass Cisco, ein Unternehmen, das man gemeinhin mit Internet-Infrastruktur und Servern verbindet, sich seit langer Zeit aber auch auf Kommunikationslösungen für das Business spezialisiert hat, so gezielt Manager als Zielgruppe anspricht, ist völlig logisch: Die Produktivität, die hier gemeint ist, ist keine der Texte-Produktion oder langen Arbeit an Dokumenten, sondern eine der schnellen Entscheidung, der Kommunikation und Vernetzung. Und dafür scheint die Bauform des Tablet-PCs tatsächlich wie gemacht. Es zeichnet sich ab, dass die neue Geräteklasse entgegen erster Erwartungen das ganze Spektrum von Entertainment über Prestige bis zur pragmatischen Utility abdecken wird.

Für die obere Kruste des Managements, das nicht nur delegiert, sondern sich gern auch einmal delektiert, hat Cisco übrigens noch eine andere, eigene Lösung im Angebot: Die meisten Leistungen des Cius gibt es auch als Software-Paket - für das iPad. Nur Video kann Apples Flachmann nicht so gut, sieht dabei aber besser aus.

pat
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