IT-Messe in Asien Alles auf die Acht

Was ein Computer ist, kann auch ein Tablet sein: Auf Asiens größter Computermesse, der Computex in Taipeh, haben Asus und Acer neue Rechner vorgestellt. Darunter "das größte Tablet" und ein Notebook-Laptop mit Doppel-Display.

Asus

Aus Taipeh berichtet


Worum es auf dieser Computex, der größten IT-Messe Asiens und eine der größten weltweit, gehen wird, das haben zwei Schwergewichte der Branche schon am Tag vor Messebeginn klargestellt: Windows 8 - und was man damit machen kann. Während Acer mit Windows 8 erwartbare Geräte vorstellte, präsentierte Asus eine ganze Reihe ungewöhnlicher, teils einzigartiger Geräte.

Vor allem das Taichi, das Asus-Chef Jonney Shih auf einer Pressekonferenz in Taipeh enthüllte, zeigt, dass es bei Mobilcomputern immer noch viel Raum für Innovationen gibt. Auf den ersten Blick sieht das Taichi aus wie ein Ultrabook, schlank, mit Tastatur und Touchpad. Aber dabei hat es Asus nicht belassen. Der Bildschirm ist ein Doppel-Display und funktioniert von beiden Seiten. Klappt man den Deckel zu, wird aus dem Notebook ein Touchscreen-Tablet.

Das alles funktioniert natürlich nur mit Windows 8 und ist auch speziell dafür entwickelt worden. Es wird kein Zufall sein, dass Microsoft wenige Tage zuvor die sogenannte Release Preview des neuen Betriebssystems veröffentlicht hat, die in Taipeh auf fast allen Show-PC installiert ist. Mit technischen Details zum Taichi ist Asus dagegen noch sehr zurückhaltend. Die neuesten Intel-Prozessoren sollen eingebaut werden, stets eine SSD als Massenspeicher dienen.

Lieber ARM oder lntel

Einen anderen Weg, Notebook und Tablet zu vereinen, geht Asus beim Transformer Book. Genau wie bei den Android-Tablets der Transformer-Serie kann man hier Tastatur und Touchscreen voneinander trennen. Mit dem feinen Unterschied allerdings, dass im Transformer Book weit mehr Rechenkraft steckt. Angetrieben von Intel-Core-i7-Prozessoren und ausgestattet mit 4 GB RAM, Festplatte oder SSD und USB 3.0 ist es laut Hersteller das dünnste und leichteste Tablet mit einem i7-Chip. Von so viel Leistung sind die von ARM-Prozessoren angetriebenen Transformer-Tablets weit entfernt, sie tummeln sich eher auf Netbook-Niveau.

Und doch hat Asus auch eine bemerkenswerte ARM-betriebene Neuheit in Taipeh dabei: das Tablet 600. Es ist der erste Flachrechner von Asus mit Windows-Betriebssystem und ARM-Prozessor. Bislang war eine solche Kombination undenkbar, weil Windows nur auf Intel- und kompatiblen Prozessoren lief. Von Windows 8 entwickelt Microsoft nun die Variante Windows RT. Es wird das erste Windows sein, das auch auf den ARM-Chips läuft. Die Chips der britischen Firma sind bei den Handy- und Tablet-Herstellern so beliebt, weil sie mit moderatem Stromverbrauch viel Leistung bringen.

"Das größte Tablet"

Im Tablet 600 steckt ein ARM-Prozessor von Nvidia, der Quadcore-Chip Tegra 3, der auch in einigen aktuellen Android-Handys wie dem HTC One XL benutzt wird. Wie sich das neue Windows auf einem solchen Chip anfühlt, konnte man bei Asus leider noch nicht ausprobieren, das Gerät war zunächst nur unter Glas zu sehen.

Vollkommen unübersehbar war allerdings der neue PC von Asus, der Transformer All-in-one. Natürlich auch für Windows 8 entwickelt, hat auch er einen Touchscreen, der allerdings 18,4 Zoll groß ist. Auf seinem Schreibtischständer sieht er aus wie ein fast gewöhnlicher, etwas klobiger Desktop-PC im iMac-Look. Wenn man ihn allerdings mit einem Handgriff vom Ständer entfernt, wird er "das größte Tablet", wie Shih scherzhaft lachend sagt, als er das riesige Gerät über die Bühne trägt. Dank eines ausklappbaren Standfußes lässt sich der All-in-one dann auf jeder ebenen Fläche abstellen. Das Tablet 810, ein 11,6-Zoll-Tablet mit Windows 8, 64 GB Speicherplatz und NFC-Funk, fällt bei Asus angesichts solcher Konkurrenz kaum noch auf.

Acers Tri-Mode-Tablet

Dass aber genau solche Mitnehm-Computer eines der Leitthemen der Messe sein werden, sieht man bei Acer. Zwei Windows-8-Tablets hat der Konzern in Taipeh dabei. Nummer eins ist das Iconia W510. Acer bezeichnet es als Tri-Mode-Tablet, weil man es als Tablet, mit einem Tastaturdock als Arbeitsrechner und mit umgedrehtem Tastaturdock als Präsentationsbildschirm - oder TV - verwenden kann. Weil es ein Full-HD-Display in IPS-Technik hat, das eine große Blickwinkelstabilität bietet, ist es für Vorführungen vor mehreren Zuschauern gut geeignet. Acer verspricht zudem sensationelle 18 Stunden Akkulaufzeit für das zehn Zoll große W510.

Nur halb solange hält der Akku des Iconia W700 durch. Dafür soll das 11,6-Zoll-Modell das leistungsfähigste Windows-8-Tablet sein, sagt Acer. Mit einer Dockingstation, die um eine Tastatur ergänzt werden kann, ist es zum Desktop-Ersatz umbaubar. Dass diese Aussage nicht übertrieben ist, konnte man in Taipeh sofort ausprobieren. Dabei fiel auf, was für ein dickes Ding dieses Dock ist (siehe Fotostrecke).

Intel muss es richten

Besser gelungen sind die beiden neuen Ultrabooks, die Acer für Windows 8 mit Touchscreens bestückt hat. Die als Aspire 7 bezeichneten Geräte sind sehr schlank und wirken mit ihrem Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung wertig. Laut Acer sind sie die derzeit dünnsten Touchscreen-Ultrabooks und sollen üppige zwölf Sunden auf Akkustrom durchhalten. Dass beide Geräte mit SSD statt Festplatten ausgeliefert werden, war den Acer-Mitarbeitern noch zu entlocken, welcher Prozessor und welche Grafikkarte drinsteckt, dagegen nicht.

Ohnehin wurden Acers Produktmanager ausgesprochen schmallippig, wenn man sie nach genauen technischen Daten fragte. Zum Innenleben der neuen Produkte wurden kaum Angaben gemacht. Datenblätter, die etwa die Behauptung, das Iconia W700 sei das leistungsstärkste Windows-8-Tablet, hätten belegen können, wurden nicht herausgegeben - entsprechende Fragen mit einem "darüber darf ich nichts sagen" abgewiesen.

Über den Grund für diese Geheimniskrämerei kann man nur spekulieren. Naheliegend ist aber die Vermutung, dass es sich bei den verschwiegenen Chips um noch nicht angekündigte Hardware handelt. Intels Auftritt folgt am Dienstag. Vermutlich wird danach oder schon währenddessen der Schleier gelüftet.

insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Ronald Dae 04.06.2012
1. Sieht aus, wie schon mal gesehen ...
Die Bilderstrecke sieht mir aus, wie lauter Kopien des Originals: MacBook Air bzw. iPad. Die Einfallslosigkeit der Epigonen ist schon bestechend. :) Schlimm wird's wieder, wenn alles nur schicker Schein ist und die Frickelkisten durch zu viel Plastik und mangelnde Weitsicht bei der Konzeption auf den Küchentischen der Konsumenten auseinander fallen. Weia ...
tuvok89 04.06.2012
2.
Zitat von Ronald DaeDie Bilderstrecke sieht mir aus, wie lauter Kopien des Originals: MacBook Air bzw. iPad. Die Einfallslosigkeit der Epigonen ist schon bestechend. :) Schlimm wird's wieder, wenn alles nur schicker Schein ist und die Frickelkisten durch zu viel Plastik und mangelnde Weitsicht bei der Konzeption auf den Küchentischen der Konsumenten auseinander fallen. Weia ...
Manche sehen halt (nur) das was sie sehen wollen :) vor allem abnehmbare Touchscreens am Mac Book wo gar keine sind ...
jimapollo 04.06.2012
3. ging ja schnell
Zitat von Ronald DaeDie Bilderstrecke sieht mir aus, wie lauter Kopien des Originals: MacBook Air bzw. iPad. Die Einfallslosigkeit der Epigonen ist schon bestechend. :) Schlimm wird's wieder, wenn alles nur schicker Schein ist und die Frickelkisten durch zu viel Plastik und mangelnde Weitsicht bei der Konzeption auf den Küchentischen der Konsumenten auseinander fallen. Weia ...
Ihr Post sieht mir aus wie die x-te Kopie von unsagbar blödsinnigem Appleanhängern-blind-unwissenheits-Geschwätz Die Einfallslosigkeit der Applejünger ist schon bestechend. :) Back to Topic Es ist spannend zu sehen wie Win8 und vor allem Win8 RT im Markt angenommen werden wird und ob es diesmal tatsächlich MS sein sollte, die den Grundstein für die nahe Zukunft gelegt haben.
JohnMcGully 04.06.2012
4.
Zitat von jimapolloIhr Post sieht mir aus wie die x-te Kopie von unsagbar blödsinnigem Appleanhängern-blind-unwissenheits-Geschwätz Die Einfallslosigkeit der Applejünger ist schon bestechend. :) Back to Topic Es ist spannend zu sehen wie Win8 und vor allem Win8 RT im Markt angenommen werden wird und ob es diesmal tatsächlich MS sein sollte, die den Grundstein für die nahe Zukunft gelegt haben.
Naja, "Einfallslosigkeit der Applejünger" ist ja auch nicht gerade bestechend :-) Aber auch BTT: Ich bin noch gespannt wie sie wirklich im Markt angenommen werden. Bis jetzt werden sie eher von der Presse massiv angenommen. Ich persönlich stehe der Sache aber auch eher positiv gegenüber würde aber nicht so weit gehen, dass MS den Grundstein für die Zukunft legt. Vieles was man hier sieht sind Zwitterlösungen, um alle Geschmäcker irgendwie zu befriedigen. Und das Marketing wird auch dafür sorgen, dass sich alle "vernünftigen Arbeiter" mit so etwas glücklich fühlen. Auch halte ich das Design ehrlich gesagt für erfrischend aber auch hier muss sich noch zeigen wie sich wirklich damit arbeiten lässt. Denn im Gegensatz zu Apple und Google muss Microsoft vor allen Dingen die Business-User überzeugen. Und genau dort habe ich dann meine Zweifel. Auf Desktops ist Windows8 ein aufgehübschtes Windows7 und wird die Business-Kunden nicht zu einem mit hohen Investitionen verbundenen Wechsel bewegen. Dass man die Dinger auch touchen kann ist dann nur noch ein Gimmick. Für den Homeuser stellt sich die Frage was ihm ein Tablet mit Win8 mehr bringt als ein Android- oder iOS-Tablet. Ja, es wird viele bekannte Software darauf laufen aber ohne "touch"-spezifische Anpassung wird das keinen Spass machen. Office könnte hier die Killerapplikation werden denn hier bilden sich wirklich viele Home-User ein, dass sie es zuhause benötigen. Mein Fazit: Microsoft ist mit Windows8 in der Zukunft angekommen und wird damit auch Erfolg haben. Mir persönlich gefällt es. Aber ob Android und iOS im mobilen Bereich der Rang streitig gemacht wird will ich noch bezweifeln. Glücklicherweise entscheidet der Markt und das ist dann wirklich positiv. Man hat als Konsument eine noch grössere Auswahl.
SpiDe1500 04.06.2012
5.
Zitat von Ronald DaeDie Bilderstrecke sieht mir aus, wie lauter Kopien des Originals: MacBook Air bzw. iPad. Die Einfallslosigkeit der Epigonen ist schon bestechend. :) Schlimm wird's wieder, wenn alles nur schicker Schein ist und die Frickelkisten durch zu viel Plastik und mangelnde Weitsicht bei der Konzeption auf den Küchentischen der Konsumenten auseinander fallen. Weia ...
Ein Tablet mit Dock, welches ein vollwert-OS (nein, dass iPad hat kein vollwertiges Betriebssystem - Multitasking gibt es nicht, die Apps werden im Hintergrund "eingefroren", dies ist bei Windows nicht so) hat, welches mit Touch UND Tastatur bedienbar ist? Das hat Apple? Wo denn? Das iPad 3 mit dem A5X Prozessor hat nicht mal einen Bruchteil der Leistung, den die hier angezeigen Tablets mit Ivy-Bridge-CPU haben. Dies ermöglicht es erstmals PRODUKTIV mit Programmen wie AutoCAD, Visual Studio und anderen Arbeitsprogrammen zu operien - mit Dock so gar genau so effektiv wie auf einem Desktop. Ahja, um Sie ein wenig aus ihrer Apple-Welt zu holen: Apple baut keinerlei Hardware selbst. Arbeitsspeicher, CPU und Display kommen von SAMSUNG. Und zwar 1 zu 1. Apple ist eine Software- und Designfirma. Klar, dass iPad ist toll fürs Sofa. Aber sobald ich wirklich arbeiten will und LEISTUNG ! brauche, reichts einfach nicht mehr aus. Das ein Windows 8 Tablet mit Ivy - Bridge dann keine 8 Stunden durchhält ist selbstredend, aber auch nicht schlimm. Dafür gibts dann ja die Windows-On-ARM (RT) Tablets :) Ich seh' schwarz für Apples iPad.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.