Flugsicherheitsbehörde EASA EU beschließt neue Bestimmungen für Drohnenflüge

Nach diversen Vorfällen an Großflughäfen hat die EU jetzt verbindliche Regeln für Drohnenflüge festgelegt. Hobbypiloten müssen sich auf Änderungen bisher geltender Regeln einstellen.

Eine Drohne fliegt kurz vor Sonnenuntergang über eine Wiese, während im Hintergrund der sichelförmige Mond am Himmel zu sehen ist.
DPA

Eine Drohne fliegt kurz vor Sonnenuntergang über eine Wiese, während im Hintergrund der sichelförmige Mond am Himmel zu sehen ist.


In der Regel sind Hobbydrohnen für ihre Besitzer reine Spaßgeräte. Man benutzt sie, um im Urlaub den Strand von oben zu filmen, Haus und Hof aus ungewöhnlichen Blickwinkel zu fotografieren oder sich in Wettrennen mit anderen Drohnenfliegern zu messen. In der jüngeren Vergangenheit aber sorgten Drohnen auch immer wieder für Störungen des Flugbetriebs an Flughäfen. Im Mai musste der Flughafen Frankfurt wegen einer Drohnensichtung kurz gesperrt werden, im Dezember musste London-Gatwick wegen Drohnen tagelang dichtgemacht werden.

Wegen Vorfällen wie diesen sollen die Regeln für Drohnenflüge jetzt europaweit vereinheitlicht werden. Die zuständige Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) in Köln publizierte am Dienstag Bestimmungen (PDF), die bis Juni 2020 in nationales Recht übergeführt werden müssen (PDF).

Neben technischen Anforderungen enthält das Schreiben Standards für den sicheren Betrieb. Eine Drohne soll der Mitteilung zufolge zudem identifizierbar sein, "damit die Behörden eine einzelne Drohne nachverfolgen können, wenn dies nötig ist". Die Bestimmungen seien gut für die Sicherheit und respektierten zugleich die Privatsphäre der Bürger, hieß es in der Mitteilung.

EASA-Chef Patrick Ky war zufrieden mit dem grenzüberschreitenden Werk. Sowohl kommerzielle Nutzer wie auch Privatleute hätten dadurch künftig eine klare Vorstellung, was erlaubt sei und was nicht, erklärte er. Anwender könnten ihre Drohnen in allen EU-Staaten nach den gleichen Regeln einsetzen - dies ist auch für Firmen wichtig, die Drohnen in ihr Geschäftsmodell integriert haben. In Deutschland gibt es seit Längerem bereits Vorschriften zum Drohneneinsatz, die nun teilweise geändert werden müssen.

mak/dpa

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insgesamt 18 Beiträge
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juba39 11.06.2019
1. Wieder blinder Aktionismus
Warum eigentlich dürfen PKW-Fahrer, die entweder betrunken am Verkehr teilnehmen, oder beharrlich rote Ampeln überfahren, noch ein Auto führen? Wie viele Menschenleben fordern allein diese Vergehen? Als Hobbypilot habe ich dda ganz andere Vorstellungen von Sicherheit. Als erstes würde ich die Mitgliedschaft im DMFV zu Pflicht machen. Nicht nur, daß man ständig aktuell bei allen Bestimmungen bleibt. Im Mitgliedsbeitrag ist auch scchon die spezielle Haftpflichversicherung enthalten. Und wer sein Gerät liebt, schon aus Kostengründen, benutzt auch einen GPS/GSM-Tracker. Auch das sollte zur Pflicht werden. Damit allein hätte man in Frankfurt oder London sofort die Übeltäter lokalisiert. Ich bin also gar nicht für strenge Regeln. Aber Sinn müssen sie machen. Und vor Dummheit schützt bekanntlich auch das strengste Gesetz nicht. (sonst würde es ja in den USA keine Mörder geben!)
BoMo_UAE 11.06.2019
2. No Fly Zones
Meine DJI Drohnen haben alle fest programmierte No-Fly-Zones. Diese beinhalten alle Flughaefen und Sportflugplaetze, urbane Gegenden und Autobahnen sowie groessere Industrieanlagen. In diesen Zonen kann man die Drohne nicht starten und fliegen. Fliegt man in eine dieser Zonen ein, dreht die Drohne um. Ausserdem gelten europaweit klare Regeln fuer Drohnenflug was die Flughoehe und fliegen ueber Menschen anbelangt. Werden Drohnen an Flughaefen gesichtet, haben diese Piloten ihre Drohne manipuliert oder benutzen Eigenbauten. Sie brechen damit bestehende Gesetze und Regeln. Neue Gegeln braucht es nicht, wenn die bestehenden angewandt werden. PS: Drohnenfliegen in restriktiven Zonen beduerfen immer einer ausdruecklichen Fluggenehmigung. Ansonsten begeht man eine Ordnungwidrigkeit und verliert auch jeden Versicherungsschutz.
Thomas_USA 11.06.2019
3.
Na endlich haben die Kasper wieder etwas gefunden, was man reglementieren kann. Ordentlich druff und schon hat man dem staendig poebelnden Volk die naechste Freizeitbeschaeftigung vermasselt. Super, dass man die EU hat...
Ekatus Atimoss 11.06.2019
4. Ziemlich...
...naiv. Also sich selbst identifizierende Drohnen. Die Schurken bauen sich einfach eine Drohne selbst. Das ist relativ einfach. Und die identifiziert sich natürlich nicht. Auweia. Wurden die angeblich gesichteten Drohnen jemals gefunden oder fotografiert? Jeder Hahnepampel kann eine Drohnensichtung melden und kein Verantwortlicher wird das Risiko eingehen, dass diese Meldung nicht doch wahr sein könnte. Wenn eine EU Regelung einen positiven Aspekt hat dann vielleicht den, dass in der EU einheitliche Regeln herrschen und z.B. die Abzocke durch Austro Control dann irgendwann der Vergangenheit angehört.
mikaiser 11.06.2019
5. Interessant.
So viel ändert sich nicht für deutsche Drohnenpiloten. Ladet das verlinkte PDF runter, wundert Euch über den bürokratisch-juristischen Überbau von Seite 1 bis S. 22 - aber dann gibt es reale Infos ab Seite 23. Juchhu, wir dürfen nun auf 120 Meter! Sonst nicht viel Neues.
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