DVDs in Zeitschriften Dorfdruiden im Spielcasino

Erlebnishungrige Brüder, sprachverwirrte Detektive und gruseliger Okkultismus: Einigen Zeitschriften am Kiosk liegen regelmäßig abendfüllende Spielfilme auf DVD bei. Wir zeigen Ihnen, womit sich lange Ferientage verkürzen lassen.


"Computer Bild"

"A Beginner's Guide to Endings", CDN/USA 2010. Regie: Jonathan Sobol. Format: 1,78:1 (16:9). Länge: 88 Min. FSK: 12 Jahre. Heftpreis: 3,90 Euro.

Nach dem Selbstmord ihres spielsüchtigen Vaters Duke (Harvey Keitel) erleben drei seiner fünf Söhne eine böse Überraschung. In seinem Testament teilt er ihnen mit, dass sie nur noch wenige Tage zu leben haben, da er sie einst für einen Medikamententests verhökert hat. Ihren Tod vor Augen beginnen die Brüder, alles auf eine Karte zu setzen, ohne zu ahnen, dass sie nur die halbe Wahrheit kennen. Jonathan Sobol widmete seinen ersten Film seiner kanadischen Heimatstadt Niagara Falls, in der auch der größte Teil der Handlung spielt. Unterstützt von gestandenen Darstellern wie Scott Caan ("Hawaii Five-0") oder J. K. Simmons ("Spider Man") macht es richtig Spaß, den Protagonisten dabei zuzuschauen, wie sie sich in immer größere Schwierigkeiten bringen. Eine ebenso sympathische wie schwarzhumorige Komödie für Freunde überdreht-absurder Geschichten.

Bis 26. Juli im Handel

"SFT Magazin"

"Trixie", USA 2000. Regie: Alan Rudolph. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 110 Min. FSK: 12 Jahre. Heftpreis: 4,99 Euro.

Wachfrau Trixie Zurbo (Emily Watson) träumt schon lange von einem Job als Detektivin, leidet aber seit ihrer Kindheit an einer skurrilen Sprachstörung. Als sie trotzdem ein Angebot von einen Spielcasino erhält, zögert sie nicht lange, zumal sie dort nur aufpassen, aber nicht eingreifen soll. Anfangs lernt sie eine ganze Schar schräger Gestalten kennen, dann verschwindet eine Frau, und Trixie sieht ihre große Chance gekommen.

Produziert von Altmeister Robert Altman ("Short Cuts") und gedreht von seinem Schüler Alan Rudolph ("Trouble in Mind") weckt dieser Film große Erwartungen, zumal sich neben Emily Watson ("Breaking the Waves") auch Prominenz wie Nick Nolte ("Cape Fear") oder Brittany Murphy ("Sin City") die Klinke in die Hand geben. Leider verpulvert Regisseur und Drehbuchautor Rudolph die Möglichkeiten seiner Darstellerriege in klischeehaften Charakteren, die von einer Anekdote zur nächsten treiben. Streckenweise bissige Krimi-Satire, der leider der nötige Witz fehlt, um gut zu unterhalten.

"Das Lazarus Projekt", USA 2008. Regie: John Glenn. Länge: 95 Min. Format: 2,35:1 (16:9). FSK: 16 Jahre.

Kurz vor dem Ende einer Bewährungsstrafe gerät Ben Garvey (Paul Walker) wieder auf die schiefe Bahn. Nach einem blutigen Überfall wird er zum Tode verurteilt, allerdings nur zum Schein hingerichtet. In einer geheimen psychiatrischen Klinik soll Ben unter strengen Auflagen zeigen, ob er eine zweite Chance verdient. Als er trotzdem Kontakt zur Außenwelt aufnehmen will, merkt er, dass irgendwas mit den Ärzten und ihm selbst nicht stimmt.

Die biblische Geschichte des Lazarus von Bethanien, den Jesus Christus nach mehreren Tagen von den Toten erweckt, gibt dem Film nur einen losen thematischen Rahmen. Stattdessen spielt Regieneuling John Glenn mit seinem Publikum, zeigt immer neue Versionen der Wirklichkeit. Paul Walker, mittlerweile dem jungen Wilden aus "The Fast and the Furious" (2001) entwachsen, steht souverän im Mittelpunkt dieses verdrehten kleinen Psychothrillers mit hohem Gänsehaut-Faktor.

Vom 30. Juli bis 27. August im Handel

"TV Movie"

"Wake Wood", GB/IRL 2011. Regie: David Keating. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 84 Min. FSK: 16 Jahre (gekürzt). Heftpreis: 3,50 Euro.

Nach dem grausamen Unfalltod ihrer kleinen Tochter Alice (Ella Conolly) versuchen Patrick (Aiden Gillen) und Louise (Eva Birthistle) in der abgelegenen irischen Gemeinde West Wood neu anzufangen. Doch Louise kommt über ihre Trauer nicht hinweg. Da bietet man ihr an, Alice für drei Tage wieder zum Leben zu erwecken. Die Eltern willigen ein, doch bei dem Ritual läuft etwas schief und bald zahlen sie einen hohen Preis für ihr kurzes Glück.

Auf der Basis von Genre-Klassikern wie "Carrie" (1976) oder "The Others" (2001) entwarf Autor Brendan McCarthy bereits während seines Studiums in den 2000er Jahren die Grundidee, aus der später das Drehbuch für diesen Film entstand. Der Regisseur bedient sich intensiv bei Stephen Kings "Friedhof der Kuscheltiere" (1989), so dass man leicht den Eindruck gewinnt, alles schon einmal irgendwo gesehen zu haben. Trotzdem gelingt es dem Film, immer wieder zu fesseln. Interessante Charaktere, ein verzwicktes moralisches Problem und eine beängstigend echt wirkende Szenerie machen auch aus der gekürzten Fassung ein gelungenes Gruselerlebnis.

Bis 1. August im Handel



insgesamt 3 Beiträge
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forsthaus-neuhaus 24.07.2013
1. Lauter B-Movies
Lauter uninteressante Filme. Für das Geld bekommt man bei Amazon schon eine gute DVD.
LudwigN 24.07.2013
2. Zensur ist doof!
Und wieder werden die Kürzungen bei Filmen mit "ist ja nicht so schlimm" relativiert. Doch, solche Zensuren sind indiskutabel. Wakewood schat man entweder unzensiert oder gar nicht. Hoffentlich werden mal unsere Gesetze liberalisiert, so dass auch 18er-Filme auf Heft-DVDs angeboten werden dürfen, so wie in anderen Ländern auch. Dann hört dieses runterkürzen aus kommerziellem Interesse hoffentlich auf.
mbraun09 24.07.2013
3. Früher waren
da mal Filme wie American Pie, Rush Hour und Donnie Brasco dabei. Heute nur noch Sachen, die nichtmal auf dem Grabbeltisch gehen.
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