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Robo-Staubsauger Dyson 360 Eye im Test Surren statt Murren

Wenn ein Staubsauger tausend Euro kostet, wird der schon gut sein, könnte man meinen. Im Test bewies der Dyson-Roboter auch ungewöhnliche Saugkraft. Aber trotz 360-Grad-Blicks hatte er ein Problem.

Nach dem letzten Update war ich voller Hoffnung. Bis dahin hatte Dysons Staubsaugroboter regelmäßig eine halbe Stunde gebraucht, um im Wohnzimmer seine Ladestation zu finden. Beim ersten Testlauf nach dem Update hingegen war er zielstrebig genau dorthin gefahren, wo seine Stromtankstelle schon seit Wochen steht. Das Ergebnis sah gut aus, aber letztlich täuschte es.

Dabei hatte ich von Dysons erstem Roboter viel erwartet. Schließlich ist die Firma mit Staubsaugern groß geworden, auch wenn sie jetzt versucht, in anderen Bereichen Fuß zu fassen. Mittlerweile gibt es von Dyson Ventilatoren, Hand- und sogar Haartrockner. Bescheidenheit ist dem britischen Unternehmen fremd. Sowohl was die Produktversprechen angeht, als auch die Preise. Und mit einem Listenpreis von 999 Euro gehört der 360 Eye zu den teuersten Robosaugern. Da sollte er auch mehr können als die Konkurrenz.

Diesem Anspruch wird der Roboter jedenfalls bei der Saugleistung gerecht. Dyson verwendet hier die sogenannte Zyklon-Technik, die auch bei den manuellen Staubsaugern der Firma zum Einsatz kommt. Verglichen mit anderen Saugrobotern, die ich getestet habe, zieht der Eye 360 Dreck tatsächlich beherzter an sich als andere Modelle. Bei meinen Holzfußböden macht das keinen großen Unterschied, aber dort wo Teppiche liegen, zieht er merklich mehr Schmutz aus den Fasern als etwa ein Vorwerk-Modell.

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Dyson 360 Eye: Der Dyson-Roboter im Test

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Das bringt aber auch einige Nachteile mit sich. Zum einen musste der Dyson besonders hoch gebaut werden, damit die Zyklon-Technik reinpasst. Gut zwölf Zentimeter ist er deshalb hoch und damit fast doppelt so hoch wie etwa ein Roboter von Roomba. So kommt er bei mir weder unters Sofa noch unter die alte Küchenanrichte.

Ein Gutes hat die hohe Bauform dann aber doch: Der Roboter hat einen kleineren Radius, kommt tiefer in Ecken rein. Weil Dyson aber auf die sonst für Saugroboter typischen Randbürsten verzichtet hat, kommt er nicht bis ganz in die Ecken. Ohne gelegentliches Nachputzen geht es also nicht.

Nach 45 Minuten ist der Akku leer

Für den Staubbehälter muss man sich ebenfalls regelmäßig Zeit nehmen. Auch wenn man dem Dyson per App vorgeben kann, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten er aktiv werden soll, ist es ratsam, regelmäßig den Auffangbehälter zu leeren. Sonst bekommt man womöglich nur den Hinweis auf sein Handy gesendet, dass der Sauger seine Arbeit abgebrochen hat, weil der Behälter voll ist.

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Dysons App bietet zwar nicht sonderlich viele Funktionen, immerhin aber ein gutes Grundgerüst. Einerseits macht sie es leicht, den Roboter einzustellen. Andererseits nervt die App, indem sie einige Minuten vor einem geplanten Reinigungsvorgang darauf hinweist, dass der Roboter nun bald loslegen wird. Ist man zu Hause, gibt das einem immerhin die Gelegenheit, schnell noch ein paar Hindernisse wegzuräumen oder die Reinigung abzubrechen, wenn man nicht vom Geräusch des Saugers gestört werden will.

Ansonsten lässt sich in der App neben den Arbeitszeiten auch die Saugleistung festlegen. Wer keine Teppiche hat, kommt meist mit der Minimalsaugkraft aus. Nebenbei hat das den Vorteil, dass der Eye 360 länger als die rund 45 Minuten in Maximal-Einstellung durchhält, bevor er zum Aufladen zu seiner Ladestation fahren muss.

Womit wir wieder bei seinen Orientierungsschwierigkeiten sind. Eigentlich nämlich weiß der Eye 360 besser als viele andere Geräte, wo er noch saugen muss. Denn während viele Konkurrenzmodelle einfach kreuz und quer durchs Zimmer fahren, bis der Akku leer ist, geht der Dyson planvoller zur Sache.

Bevor er richtig zu arbeiten beginnt, fährt er alle ihm zugänglichen Bereiche ab, erstellt mit einer 360-Grad-Kamera und Sensoren eine digitale Karte, das dauert nur ein paar Minuten. Danach fährt er die Räume Bahn für Bahn ab, bis er fertig ist. Damit ist er effizienter und schneller als ziellos fahrende Geräte, weil er weiß, wo er noch hin muss und wo er schon war.

Wäre da nicht das Problem mit der Ladestation. Nachdem der erste Versuch nach dem Einspielen des Updates gelungen war, irrte mein Testgerät auf der Suche nach seiner Station dann doch immer mal wieder suchend durch meine Wohnung. Zudem frage ich mich, warum man die digitale Karte des Eye 360 nicht benutzen kann, um ihm virtuelle Grenzen zu setzen. Etwa, damit er nicht immer in den Hausflur fährt, wo er regelmäßig an dem Versuch scheitert, den Läufer zu fressen.

Fazit

Der Dyson Eye 360 ist ein guter Staubsaugroboter, nur mit der Orientierung hat er manchmal Probleme. Bei einem Preis von aktuell noch knapp 1000 Euro kann man mehr erwarten.

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