E-Book-Reader im Test Eine Frage von Format

Wer gern unterwegs liest, weiß E-Books zu schätzen. Doch vor dem Lesevergnügen stehen die zwei ewigen Fragen: Reader oder Tablet? Kindle oder Epub? Stiftung Warentest hat verglichen.
E-Book-Reader, hier ein paar ältere Modelle, bieten fast immer guten Lesekomfort, unterscheiden sich aber in wichtigen Details

E-Book-Reader, hier ein paar ältere Modelle, bieten fast immer guten Lesekomfort, unterscheiden sich aber in wichtigen Details

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Wer in die Welt der E-Books eintauchen will, muss zu allererst eine wichtige Entscheidung treffen: Epub oder Kindle. Je nachdem, welches dieser beiden zueinander inkompatiblen digitalen Buchformate man wählt, entscheidet man sich auch für ein ganzes E-Book-Ökosystem. Denn die E-Book-Welt ist unterteilt in Bücher im Kindle-Format, die man nur bei Amazon bekommt, und Bücher im Epub-Format, die alle anderen Anbieter im Angebot haben.

Amazons Kindle-E-Books und -Lesegeräte bieten Leserinnen und Lesern zwar viel Komfort, schotten sie gleichzeitig aber auch ab, urteilt die Stiftung Warentest dann auch in ihrem jüngsten Test von E-Book-Readern ("test"-Ausgabe 5/2020 ).

Weitere Nachteile dieses "goldenen Käfigs": Passende E-Books finden sich fast nur bei Amazon, kopiergeschützte Titel lassen sich nicht weitergeben und die E-Book-Leihe in Bibliotheken ist nicht möglich.

Die Epub-Lesewelt von Geräten wie dem Tolino, Pocketbook oder Kobo bietet dagegen deutlich mehr Freiheiten. Nutzerinnen und Nutzer können bei verschiedensten Buchhändlern kaufen, die inzwischen überwiegend nur durch Wasserzeichen geschützten E-Books im kleinen Kreis weiterreichen und in Bibliotheken ausleihen (Onleihe ), erklären die Warentester.

Wer sich für einen reinen E-Book-Reader entscheidet, erhält leichte und handliche Geräte, die sich auch draußen und in der Sonne problemlos ablesen lassen. Sie bieten lange Akkulaufzeiten, nützliche, auf die Lektüre bezogene Zusatzfunktionen und einen hohen Lesekomfort. "Diese Geräte ermöglichen volle Konzentration aufs Buch", so die Experten.

Apps sind auf Dauer kein Ersatz

Allerdings bieten die Displays der Reader aktuell nur Graustufen, taugen deshalb ausschließlich zum Lesen. Da sind Smartphones und Tablets mit ihren Farbdisplays und in ihrer grundsätzlichen Nutzungsvielfalt breiter aufgestellt. Noch etwas sollten Gelegenheitsleser oder alle, die E-Books erst einmal in alle Richtungen ausprobieren möchten, bedenken: Natürlich lassen sich die Lese-Apps beider Lager auf iPads und Android-Tablets installieren und auch parallel zu einem E-Book-Reader nutzen.

Aber auch Mobilgeräte haben ihre Nachteile: Dazu zählen neben einer deutlich geringeren Akkulaufzeit die schlechte Ablesbarkeit der Displays in der Sonne, zumindest bei Tablets das höhere Gewicht, und die permanente Ablenkung durch andere installierte Apps oder eingehende Nachrichten.

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Alle sind gut, der Beste ist teuer

Bei den aktuellen Lesegeräten können Käufer nicht viel falsch machen. Alle neun getesteten Reader schnitten insgesamt "gut" ab und selbst die Lese-Apps von Tolino und Kindle erhielten ein "Befriedigend".

Lesegerät-Testsieger wurde der große Tolino Epos 2 (Gesamtnote 1,6), der für knapp 300 Euro auch das teuerste Gerät im Vergleich war. Kaum schlechter schnitten die beiden Preis-Leistungs-Tipps der Warentester ab, der rund 160 Euro teure Pocketbook Touch HD 3 (Gesamtnote 1,7) sowie der Amazon Kindle Paperwhite 2018 (Gesamtnote 1,8) für rund 140 Euro.

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mak/dpa