Elektrische Fitness Apple patentiert den iShoe

Folgt auf iPod, iMac und iPhone bald der iShoe? Könnte sein, schließlich hat sich Apple gerade einen Sensor patentieren lassen, der die Abnutzung von Schuhen misst. Tatsächlich aber enthält die Patentschrift Hinweise auf ein viel weitergehendes System - und das könnte gut für die Gesundheit sein.

Zeichnung aus Apples Patentantrag: Sensoren und Prozessoren sollen Schuhträger warnen, wenn ihre Sohlen sich abnutzen

Zeichnung aus Apples Patentantrag: Sensoren und Prozessoren sollen Schuhträger warnen, wenn ihre Sohlen sich abnutzen


Schon bald müssen in Apples Ladengeschäfte, die Apple Stores, möglicherweise Schuhregale eingezogen werden. Das könnte man jedenfalls nach oberflächlicher Lektüre einer Patentschrift annehmen, die am Donnerstag vom amerikanischen Patent & Trademark Office veröffentlicht wurde. Darin nämlich lässt sich der kalifornische Hersteller von Computern und Unterhaltungselektronik einen Abnutzungssensor für Schuhe patentieren.

Einen was? Ja, genau, einen Sensor, der Menschen die Last nimmt, selbst die Sohlen ihres Schuhwerks in Augenschein zu nehmen. Der soll beurteilen, ob die Sohle durch ist oder nicht. Und das macht Apple sich nicht leicht. Dem Patentantrag zufolge benötigt das geplante System "mindestens einen Sensor, der eine physikalische Größe misst, die sich ändert, wenn der Schuh abgenutzt wird".

In der Praxis, so erklärt es der Patentantrag, muss der Schuh allerdings initialisiert werden, bevor seine Nutzer ihn zum ersten Mal tragen kann. Das kann man sich ungefähr so vorstellen, wie das Formatieren einer Festplatte: Bevor man daran gehen kann, darauf Daten abzulegen, muss man die Platte erst in einen definierten Grundzustand versetzen. Im Falle des iShoes heißt das, dass sich die Sensoren auf das jungfräuliche, unbelastete Schuhwerk einstellen müssen. Erst dann darf man raus, spielen, laufen, rennen, wandern.

Die dabei erfassten Daten sollen dann über einen längeren Zeitraum von einem Prozessor ausgewertet werden, damit das System rechtzeitig Alarm schlagen und den Schuhträger mit einer LED-Anzeige und einem Lautsprecher darauf hinweisen kann, dass seine Sohlen abgelaufen sind.

Ist doch viel praktischer, als selbst nachzugucken, oder?

Drahtlose Fitnessgeräte

Doch wenn man weiterliest, stellt man fest, dass Apple ganz offenbar noch mehr vorhat, als bloß die Dicke von Sohlen zu messen. Denn gemeinsam mit dem Schuhsensor haben die kalifornischen Ingenieure sich auch einen elektronisch verfeinerten Body Bar, eine Art gummierter Stange, die in Fitnessstudios für Leibesübungen benutzt wird, patentieren lassen.

In diesem Fitnessgerät soll ein Beschleunigungssensor messen, wie oft und wie intensiv bestimmte Übungen ausgeführt wurden. Und genau wie beim iShoe soll auch hier ein Prozessor den Fortgang eines solchen Trainings über eine langen Zeitraum verfolgen. Interessant wird die Patentschrift bei Absatz 28, in dem es heißt, das System solle zudem eine drahtlose Übertragungsfunktion besitzen, mit der die gesammelten Daten auf einen MP3-Player oder ein Mobiltelefon übertragen und dort ausgewertet werden können.

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Und genau so wird ein Schuh daraus: Was Apple da plant, ist offenbar nichts anderes als eine Fortführung dessen, was das Unternehmen angefangen hat, als es sich mit dem Sportschuhhersteller Nike zusammentat. Seit langen kann man Nike-Schuhe und iPods drahtlos koppeln, um sein Jogging zu überwachen. Die jüngsten iPod nanos gehen da sogar noch einen Schritt weiter, können unabhängig von Schuh als Schrittzähler fungieren.

Vielleicht also will Apple sich noch mehr in Richtung Fitness ausrichten, womöglich mit weiteren Sportgeräteherstellern kooperieren, was ja gut fürs Karma wäre.

Oder Steve Jobs plant, tatsächlich ein eigenes Fitnessgeräteangebot unter dem Apple-Label. Ein iShoe wäre da bloß der Anfang. Die Hintergrundmusik für die entsprechende Fernsehwerbung jedenfalls dürfte schon jetzt festliegen. Es kann ja nicht so schwer sein, aus dem alten Depeche-Mode-Hit "Walking in my Shoes" eine Version zu machen in der es heißt: "Walking in my iShoes".

mak

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
Poisen82, 30.10.2009
1. .
Zitat von sysopFolgt auf iPod, iMac und iPhone bald der iShoe? Könnte sein, schließlich hat sich Apple gerade einen Sensor patentieren lassen, der die Abnutzung von Schuhen misst. Tatsächlich aber enthält die Patentschrift Hinweise auf ein viel weitergehendes System - und das könnte gut für die Gesundheit sein. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,658278,00.html
Nach dem Training schlüpfe ich dann aus meinen iShoes,ziege meine iSocken aus, schnappe mir mein iShowergel und lege mich in mein iBett. Ich glaube wenn ich in nächster Zeit irgendwen von seinem iIrgendwas faseln höre haue ich ihm mit meiner iFaust vor seinen iKopp
mikek70 30.10.2009
2. Lyrics...
...sind Glückssache. Bei Depeche Mode heisst es "try walking in my shoes" - passt irgendwie nicht ganz zum Thema...
Gegengleich 30.10.2009
3. Wo?
Wo gibt es denn einen iClone, damit ich den Sport nicht selbst machen muß und trotzdem fit werde? Da muß Apple aber noch nacharbeiten!
flusser, 30.10.2009
4. Schuhsole
Auf einen Prozessor der meine Schuhsohlendicke überwacht habe ich schon mein ganzes Leben gewartet. Was für eine Erleichterung! Ich glaube der Prozessor von Herrn Jobs ist etwas übertaktet, vielleicht sollte man mit Apple Produkten kurzen Prozessor machen?
deus-X-machina 31.10.2009
5. Der Zeit in großen Schritten weit voraus
Zitat von sysopFolgt auf iPod, iMac und iPhone bald der iShoe? Könnte sein, schließlich hat sich Apple gerade einen Sensor patentieren lassen, der die Abnutzung von Schuhen misst. Tatsächlich aber enthält die Patentschrift Hinweise auf ein viel weitergehendes System - und das könnte gut für die Gesundheit sein. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,658278,00.html
in Cupertino ticken die Uhren und Kalender wohl zu schnell - ganze fünf Monate um genau zu sein. Oder schickt uns die SP-On Redaktion hier in den November?
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