Ende der Exklusivität Das neue iPhone kommt zu zweit

Es wird schneller, größer, und es bleibt nicht mehr nur wenigen exklusiven Mobilfunkanbietern vorbehalten: Apple arbeitet an einer neuen Version seines Erfolgshandys, bei der vieles anders werden soll. Sogar der Einführungstermin scheint schon bekannt zu sein.
Apple iPhone: Das neue Modell kommt bald, über seine Eigenschaften wird wild spekuliert

Apple iPhone: Das neue Modell kommt bald, über seine Eigenschaften wird wild spekuliert

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Noch arbeitet Apple vollständig im iPad-Modus. Bis am kommenden Samstag endlich der Verkauf des Riesen-iPods in den USA beginnt, gibt es für das Unternehmen kein anderes Thema. Dabei wären beispielsweise längst neue Apple-Notebooks fällig, die meisten Apple-Mobilrechner werden seit Juni 2009 technisch unverändert angeboten. Doch hinter den Kulissen wird bereits eifrig an einem neuen iPhone gearbeitet - und das wird es in sich haben.

Glaubt man dem " Wall Street Journal ", wird es allerdings nicht ein, sondern zwei neue iPhones geben. Technisch, so heißt es in der Zeitung, wären diese bis auf ein wichtiges Detail identisch, ihre mobile Internetanbindung. Die läuft bei allen bisherigen iPhones über das GSM-Netz, soll bei einem der beiden neue Modelle erstmals per CDMA (Code Division Multiple Access) erfolgen. Behält das "Journal" Recht, wäre das eine Sensation. Denn die CDMA-Technik wird weltweit nur von wenigen Netzbetreibern verwendet, bildet in den USA allerdings die Grundlage für das Datennetz von Verizon Wireless.

Dieses Unternehmen ist nun aber ausgerechnet der größte Konkurrent von AT&T, bisher Apples exklusiver Vertriebspartner für das iPhone in den USA. Das "Wall Street Journal" folgert daraus, das Ende der Exklusivvereinbarungen für Apples iPhone-Partner stehe bevor. Gerüchte, wonach auch T-Mobile sein iPhone-Monopol in Deutschland in diesem Jahr verlieren könnte, kursieren bereits seit Februar. Angeblich enthält der Vertrag mit Apple eine Ausstiegsklausel, die jedem der Vertragspartner ein Ausstiegsrecht zum Ende des Sommers 2010 einräumt.

Steht der Einführungstermin schon fest?

Eine Bestätigung für diese Gerüchte gibt es bislang aber ebenso wenig, wie eine Bestätigung dafür, dass Apple tatsächlich ein CDMA-iPhone bauen wird. Das "Wall Street Journal" etwa bezieht sich in seinem Bericht auf "Personen, die von dem Unternehmen unterrichtet wurden", spickt seinen entsprechenden Text mit etlichen Konjunktiven.

Sicher ist man sich aber, dass ein CDMA-iPhone nicht vor September 2010 ausgeliefert und von der Asustek-Tochter Pegatron produziert würde. Ein solches Timing würde durchaus passen, da auch in Deutschland die Bindung des iPhone an T-Mobile angeblich erst nach dem Sommer aufgehoben werden könnte. So hätten die derzeitigen Exklusivpartner zumindest noch einige Monate lang das alleinige Recht, das neue iPhone-Modell zu verkaufen. Dessen Einführungstermin nämlich sei auf den 22. Juni festgelegt worden, behauptet der Tech-Blog Engadget . Der Termin würde passen, liegt er doch auf einem Dienstag und kommt rund ein Jahr nach der Einführung des aktuellen Modells.

Endlich in HD

Selbst diese paar Monate Exklusivität dürften ausreichen, noch einige gute Geschäfte mit dem neuen Gerät zu machen, das als iPhone HD bezeichnet werden soll. HD wohl deshalb, weil es endlich ein hochauflösendes Display bekommen soll. Mit 960 x 640 Bildpunkten würde Apple nicht nur zur Konkurrenz aufschließen, sondern sie auch leicht überholen. Die übliche Bildschirmauflösung für HD-Handys beträgt 854 x 480 Punkte. Als Prozessor könnte, so will es Blogger John Gruber  erfahren haben, eine Variante des Apple-A4-Chip zum Einsatz kommen, der auch im iPad steckt. Gruber lag mit seinen Prognosen in der Vergangenheit oft nah an der Wahrheit.

Um das größere Display mit entsprechend flotter Grafik befeuern zu können, werde Apple möglicherweise zusätzlich nVidias Tegra-2-Chips einsetzen, legt Engadget nahe. Das wäre naheliegend, widerspräche aber Apples augenblicklichen Bemühungen, sich mit eigenen Chips von Zulieferern unabhängig zu machen. Dass eine zusätzliche Kamera für Videotelefonate eingebaut wird und Apple im iPhone OS 4.0 Multitasking für Apps einführen wird, ist dagegen wenig abwegig.

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Foto: Alberto Estevez/ dpa

Dass Apple neben den Macbooks auch das iPhone dringend aktualisieren muss, steht völlig außer Zweifel. Die Konkurrenz hat in den vergangenen Monaten stark aufgeholt . Vor allem Android-Smartphones gewinnen kräftig Marktanteile, bauen ihren Anteil an der mobilen Netznutzung gerade deutlich aus. Und wenn im Herbst die ersten Handys mit Microsofts neuem Windows Phone 7 Series erscheinen, könnte sich für Apple eine ganz neue Front auftun. Bisher hatten die business-orientierten Windows-Handys und die auf Unterhaltung getrimmten iPhones kaum Überschneidungspunkte. Mit der neuen Version des Microsoft-Betriebssystems dürfte sich das gewaltig ändern.

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