Fragwürdige Versprechen Bundesnetzagentur warnt vor vermeintlichen Energiespargeräten

Einfach das Gerät in die Steckdose stecken – und schon sinkt der Stromverbrauch, versprechen die Anbieter. Tatsächlich handelt es sich laut der Behörde oft um falsch zusammengesteckte Apparate ohne Prüfsiegel.
Steckdosen: Lieber nicht alles reinstecken, was online angeboten wird

Steckdosen: Lieber nicht alles reinstecken, was online angeboten wird

Foto: Rolf Kosecki / IMAGO

Die Bundesnetzagentur hat zur Vorsicht beim Kauf sogenannter Energiespargeräte im Onlinehandel aufgerufen. Bei der Überprüfung verschiedener Typen solcher Geräte seien zahlreiche formale Mängel wie beispielsweise falsche CE-Kennzeichnungen, fehlende deutsche Bedienungsanleitungen und fehlende Ansprechpartner festgestellt worden, teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit .

In Onlineshops würden zahlreiche sogenannte Energiespargeräte angeboten, die den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprechen. Die Nutzung solcher Produkte in Deutschland sei unzulässig. »Nach dem Stand der Technik sind auch die Energiespareffekte solcher Geräte fragwürdig«, sagte Behördenchef Klaus Müller.

Einstecken soll ausreichen

Laut Netzagentur sollen die geprüften Energiesparboxen den Stromfluss im Haushalt stabilisieren und so zu einer niedrigeren Stromrechnung führen. Dafür würde es den Angaben der Anbieter zufolge ausreichen, ein solches Gerät in die Steckdose zu stecken. Bei den überprüften Geräten wurde jedoch festgestellt, dass die Bauteile häufig unfachmännisch angeschlossen waren und Lötverbindungen fehlten.

Beworben werden die Produkte demnach mit Begriffen wie »Energie- oder Stromsparbox«, »Elektrosparbox« oder »Energiespargerät«. Die Behörde weist darauf hin, dass solche Geräte nicht mit Energiesparlampen, Energiesparthermostaten oder ähnlichen Produkten gleichgesetzt werden sollten, die tatsächlich Energieeinsparungen ermöglichten.

Einfach mal fragen

Im Rahmen ihrer Marktüberwachung habe die Netzagentur in diesem Jahr auf diversen Onlineplattformen bereits 353 Angebote von nicht konformen Energiesparboxen identifiziert. Auf Hinweis der Behörde seien mehr als eine Million Produkte vom jeweiligen Plattformbetreiber entfernt worden.

Energie, bitte! Tipps, mit denen sich viel sparen lässt

Illustrationen: Noa Gunter / DER SPIEGEL

Energiespartipps gibt es viele. Aber hier haben wir welche, die einfach umzusetzen sind, nicht viel kosten und sich sogar durchhalten lassen.

Die untersuchten Geräte hatte die Behörde im Onlinehandel von Anbietern außerhalb der EU erworben. Die Bundesnetzagentur rät Bürgerinnen und Bürgern dazu, Onlinebestellungen nur bei bekannten und seriösen Quellen durchzuführen und sich im Zweifel etwa bei Verbraucherzentralen über die Anbieter zu informieren. Als weitere Möglichkeit, die Seriosität eines Anbieters zu prüfen, heißt es, man solle dem Verkäufer Fragen zum Produkt stellen. Seriöse Anbieter würden den Beamten zufolge »zügig und gern« auf solche Anfragen antworten.

Wer wirklich Energie sparen will, so Netzagenturchef Mülle, solle sich lieber bei den Verbraucherzentralen oder der Stiftung Warentest informieren, die hätten »zahlreiche hervorragende Tipps, wie das geht«.

mak/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.