Neues Energizer-Gadget für zwölf Euro  Dieses Handy kostet so wenig, wie es kann

Während Apple und Samsung mit ihren Smartphones in vierstellige Preisregionen vorstoßen, präsentiert Energizer jetzt ein Ultra-Low-Cost-Handy. Es soll nur zwölf Euro kosten. Das zwingt zu Verzicht.
So sieht es aus, das Billig-Handy Energy E12 der Marke Energizer

So sieht es aus, das Billig-Handy Energy E12 der Marke Energizer

Foto: Avenir Telecom

Man könnte meinen, Nokia hätte die Preislatte für Handys mit Retro-Modellen wie dem Nokia 150 für 40 Euro und dem Nokia 3310 für 60 Euro schon niedrig angelegt. Immerhin leben wir in einer Zeit, in der man problemlos 1600 Euro für ein Samsung Galaxy S10 oder ein Apple iPhone XS Max ausgeben kann. Und dann kommt plötzlich die französische Firma Avenir Telecom um die Ecke und präsentiert ein Zwölf-Euro-Handy der Marke Energizer.

Für so wenig Geld bekommt man bei Apple gerade mal einen Kopfhöreradapter für den Lightning-Anschluss des iPhones - und kann sich vom Wechselgeld noch eine Kugel Eis kaufen.

Um aber zu mögen, was man mit dem Energizer Energy E12 für seine zwölf Euro bekommt, muss man schon sehr pragmatisch sein. Das fängt schon beim Speicher an, der sich aus 32 Megabyte (MB) Arbeitsspeicher und 32 MB Datenspeicher zusammensetzt. Sie haben richtig gelesen: Es ist von Megabyte die Rede, nicht Gigabyte.

Drum rüste nach, wer nicht nur telefonieren will

Angesichts dieser Enge wirkt es schon fast absurd, dass der Hersteller mit einer Kurzwahltaste für den eingebauten MP3-Player wirbt. Mehr als fünf bis sechs Songs wird man auf dem Gerät selbst jedenfalls nicht unterbringen können.

Anders sieht das bei den Fotos der beiden eingebauten Kameras aus. Da die ihre Aufnahmen in VGA-Auflösung speichern - die Älteren erinnern sich, es geht um 640 x 480 Pixel oder 0,3 Megapixel - verbraucht jedes Foto nur ein paar Hundert Kilobyte. Davon passen also ein paar mehr in den Speicher.

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Wer das E12 tatsächlich zum Musikhören benutzen oder damit Fotos machen will, kann immerhin eine Speicherkarte in den entsprechenden Steckplatz des Geräts schieben. Weil diese Karte maximal 16 Gigabyte (GB) groß sein darf, bekommt man sie auch schon für fünf bis sechs Euro.

Eines können viele Highend-Modelle nicht

Der Speicherkartensteckplatz ist tatsächlich etwas, das das Billig-Handy vielen Highend-Smartphones voraushat, die entweder gar keine solche Option haben oder bei denen man auf eine von zwei einsteckbaren Sim-Karten verzichten muss, wenn man eine Speicherkarte einsetzt. Beim Energy E12 hingegen kann man zwei Sim-Karten und die Speicherkarte gleichzeitig nutzen, wenn auch nur maßvoll lange.

Sein Akku soll dem Energizer-Handy zu einer Laufzeit von sechseinhalb Tagen verhelfen, heißt es - im Standby. Wenn man es benutzt, etwa zum Musikhören oder Telefonieren, ist nach acht Stunden Schluss. Zum Vergleich: Beim Nokia 150 zeigte die Ladestandanzeige in unserem Test nach sechs Tagen noch immer einen fast vollen Akku an.

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Viel darf man vom E12 also nicht erwarten. Aber das sollte man auch nicht. Immerhin bekommt man hier zum Preis eines billigen Kasten Biers ohne Pfand ein funktionierendes Telefon. Und die Gefahr, dass einem jemand dieses Gerät stehlen will, dürfte wohl auch minimal sein.

Als Festival-Handy für die aktuelle Open-Air-Saison ist es dennoch nur eingeschränkt zu gebrauchen. So etwas wie eine Online-Verbindung stellt es über die längst veraltete 2G-Technik her, kennt kein LTE oder UMTS, nicht einmal HSDPA oder EDGE. Dementsprechend kann man auch keine Apps, etwa WhatsApp, installieren und es ist auch kein Browser an Bord. Es ist eben ein Handy, kein Smartphone.

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