Kaufberatung Darauf sollten Sie beim neuen Fernseher achten

Kennen Sie sich mit UHD, HDR, DVB und HDCP aus? Wenn nicht, sind Sie hier richtig. Wir erklären, was solche Kürzel beim Fernseher bedeuten - und was sonst noch für den richtigen TV-Kauf wichtig ist.
Fernseher auf der Ifa in Berlin

Fernseher auf der Ifa in Berlin

Foto: Adam Berry/ Getty Images

Welche Größe ist empfehlenswert?
Das hängt natürlich davon ab, wie viel Platz Sie haben. Und vom Budget, denn große Fernseher sind immer auch teurer. Als grobe Leitlinie gilt, dass der Abstand zum Bildschirm das 2,5-fache der Bildschirmdiagonale betragen sollte.

Ein 40-Zoll-TV sollte also nicht weniger als zweieinhalb Meter vom Betrachter und beispielsweise dem Sofa entfernt stehen. Bei einem der derzeit beliebten 55-Zoll-Modell sind es schon 3,5 Meter, bei einem 65-Zoll-Exemplar mehr als vier Meter. Um diese Berechnungen anstellen zu können, muss man zuerst auch noch die meist in Zoll angegebenen Diagonale in Zentimeter umrechnen, indem man die Zoll-Angabe mit 2,54 multipliziert.

Diese Abstandsempfehlungen gelten freilich nur für Full-HD-Fernseher. An die neuen UHD-TVs, bei denen die Bildschirmauflösung viermal höher ist als bei Full HD, kann und soll man sich gerne etwas näher herantrauen. Deren Pixel sind so fein, dass man sie auch aus geringem Abstand nicht mit bloßem Auge erkennen kann.

Fotostrecke

Fernseher im Kinoformat: Der Samsung S9W im Test

Foto: SPIEGEL ONLINE

Brauche ich 4K, Ultra HD und HDR?
In den meisten Fällen: eher nicht. Die auch als 4K bezeichnete Ultra-HD-Auflösung beträgt 3840 x 2160 Pixel, was acht Megapixeln entspricht. Gegenüber Full-HD-Fernsehern sind die Pixel also viel kleiner, können deshalb feinere Details darstellen.

Wirklich sichtbar wird der Unterschied aber nur, wenn man auch viel näher als gewohnt vor dem TV sitzt. Bei einem 50-Zoll-Modell etwa würde sich das erst bei einem Sitzabstand von weniger als zwei Metern bemerkbar machen. Von Experten hört man deshalb oft die Aussage, UHD-TVs seien erst ab einer Diagonale von 65 Zoll sinnvoll.

Grundsätzlich kann man dem zustimmen. Insbesondere mit Blick darauf, dass UHD-TV-Sendungen derzeit im deutschen Fernsehen nicht frei empfangbar sind. Einzig der Pay-TV-Anbieter Sky bietet ein kleines UHD-Programm an. Auch das Angebot an UHD-Blu-rays - für die man spezielle Player braucht - ist überschaubar. Einzig YouTube, Netflix und Amazon Video bieten ein etwas größeres Angebot an UHD-Filmen und -Serien. Und die genießen zu können, sollte man aber einen Internetzugang mit mindestens 16 Mbit/s haben.

Fotostrecke

TV-Technik: Das müssen Sie über die neuen Fernseher wissen

Foto: Paul Sakuma/ AP

Wer sich heute eines der Top-Geräte mit dem besten Bild und der neuesten Technologie kauft, bekommt die Technologie aber quasi mitgeliefert. Solche High-End-Geräte beherrschen meist UHD und auch sonst gibt es noch einige Argumente, die für UHD-Fernseher sprechen. Auch für die neue HDR-Technik, die Filme mit einem erweiterten Kontrastbereich ermöglicht, ist UHD die Basis. Eigene Digitalfotos sehen auf einem hochauflösenden UHD-TV fast immer besser aus als auf Full-HD-Geräten. Und schließlich ist UHD zukunftsträchtig. Wenn Sie Ihren neuen Fernseher länger als bloß ein paar Jahre benutzen wollen, ist UHD eine gute Idee.

Brauche ich einen Twin-Tuner oder Triple-Tuner?
Triple Tuner sind mittlerweile fast Standard. Sie ermöglichen den Empfang von Fernsehsendungen via Kabel, Satellit und Antenne. Mit einem solchen Tuner im TV braucht man keine externe TV-Box mehr. Verwirrend ist, dass es neben dem Namen Triple Tuner auch den Begriff Twin Tuner gibt. Er bedeutet, dass in dem Gerät zwei Tuner eingebaut sind. Dadurch ist es möglich, ein TV-Programm aufzuzeichnen und gleichzeitig ein anderes anzuschauen.

Fotostrecke

Alles super, oder?: Neue Fernseher von der CES 2016

Foto: SPIEGEL ONLINE

Brauche ich DVB-T2-HD?
Wer das TV-Programm per Antenne empfängt, sollte zudem darauf achten, dass der Fernseher DVB-T2 HD beherrscht. Der neue Standard für Antennenfernsehen ist leistungsfähiger als das alte DVB-T, ermöglicht die Ausstrahlung von TV-Programmen in HD. Der Testbetrieb hat im Mai 2016 begonnen, Ende März geht das System in Ballungsräumen in den Regelbetrieb, bis 2019 soll der Umstieg vollzogen sein. Das alte DVB-T wird dann abgeschaltet sein.

DVB-T2-HD-Logo

DVB-T2-HD-Logo

Foto: Initiative DVB-T2 HD/ dpa

Beherrscht der TV den neuen Standard nicht, muss man einen externen TV-Receiver kaufen. Um weiterhin alle angebotenen Programme per Antenne sehen zu können ist zudem ein sogenanntes CI-Modul nötig. Zu den Kosten für die neue Hardware kommen künftig auch Gebühren hinzu. Während die öffentlich-rechtlichen HD-Programme frei empfangbar bleiben, wird für Privatsender eine Gebühr von 69 Euro pro Jahr fällig.

Welche Anschlüsse brauche ich?
Auf einen Anschluss kann man heute jedenfalls verzichten: Scart. Der dicke Stecker ist mit den Videorekordern ausgestorben. Stattdessen braucht man HDMI-Buchsen. Und zwar mindestens so viele, wie man externe Geräte anschließen will. Zwei sind das Minimum, drei in Ordnung, vier gut.

Wenn Sie einen UHD-TV haben und beispielsweise von einem UHD-Blu-ray-Player oder einer Settop-Box aus 4K-Filme anschauen wollen, müssen die Anschlüsse den Verschlüsselungsstandard HDCP 2.2 beherrschen. Außerdem ist HDMI 2.0 Pflicht, damit 4K-Videos ordentlich beim TV ankommen.

Fotostrecke

Android im Fernseher: Sony KD-55X8505 im Test

Foto: Matthias Kremp

Um eine Surround-Anlage oder einen Soundbar-Lautsprecher anschließen zu können, ist außerdem ein optischer Digitalausgang wichtig. Wer eine Festplatte benutzen will, um Filme oder Serien aus dem Fernsehprogramm aufzunehmen wie bei einem Videorekorder, braucht außerdem einen USB-Anschluss. Bei UHD-TVs sollte der USB-3.0-kompatibel sein.

Wie entschlüsselt man TV-Bezeichnungen?
Vergessen Sie's! Die kryptischen Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben, aus denen sich die Bezeichnung eines Fernsehers zusammensetzt, haben zwar eine Bedeutung, doch die kann nur von Experten dekodiert werden. Bei Samsung beispielsweise deutet eine "5" an der zweiten Stelle der vierstelligen Produktnummer an, dass es sich um ein Gerät mit gebogenem Bildschirm - Curved - handelt.

Fotostrecke

Prototypen auf der CES: Das sind die Fernseher der Zukunft

Foto: SPIEGEL ONLINE

Nur eines ist bei fast allen Anbietern gleich: Je höher die meist vierstellige Nummer im Titel, desto hochwertiger ausgestattet ist der Fernseher. Ein TV der 55XY8123 heißt, ist also besser als einer, der 55XY5123 heißt. Explizite Rückschlüsse auf die Qualität lässt dieses System zwar nicht zu, gibt aber immerhin einen Anhaltspunkt, ob es sich eher um ein Einsteiger-, Mittelklasse- oder Oberklassegerät handelt.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.