Konkurrenz für Android und iOS Erstes Firefox-Handy für Dezember angekündigt

Es ist ein ambitionierter Plan: Vor mehr als einem Jahr haben die Firefox-Entwickler ein eigenes Betriebssystem für Smartphones angekündigt. Jetzt legt die Software offenbar einen Frühstart hin. Geplant waren erste Geräte für 2013 - nun sollen sie noch vor Weihnachten vorgestellt werden.
Firefox: Bald auch als Betriebssystem für Mobiltelefone?

Firefox: Bald auch als Betriebssystem für Mobiltelefone?

Foto: mozilla

Peking - Das neue Firefox-Betriebssystem für Smartphones soll im Dezember auf den Markt kommen. Das kündigte ein Manager des chinesischen Handy-Herstellers ZTE in Peking an, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg  am Mittwoch berichtet. Die Mozilla-Stiftung, die auch hinter dem quelloffenen Internet-Browser Firefox und dem E-Mail-Programm Thunderbird steht, will das neue System als Alternative zu etablierten Handy-Plattformen wie Googles Android oder Apples iOS aufbauen.

Die Software soll auf Gecko basieren, einem grundlegenden Bestandteil von Firefox und Thunderbird. Daher kommt auch der Titel des Projekts: Boot to Gecko, kurz B2G, haben die Autoren es benannt. Ihr Ziel: "ein komplettes und eigenständiges Betriebssystem für ein offenes Web" zu entwickeln.

Weil sie dafür das Rad nicht neu erfinden wollen, hatten die Entwickler 2011 angekündigt, für das Firefox-Betriebssystem Bestandteile von Googles Android zu übernehmen, allerdings nur einige grundlegende Dinge. "Wir planen so wenig wie möglich von Android zu verwenden", schrieb Entwickler Andreas Gal in einem Forumsbeitrag. Von Google will man sich nicht abhängig machen, doch schließlich sei es "schön, mit etwas zu beginnen, von dem man weiß, dass es funktioniert und Zugang zu all jenen Geräten gewährt, die man unterstützen will".

Als Partner wurden von Mozilla  neben dem Smarpthone-Anbieter und Telekom-Ausrüster ZTE auch dessen Konkurrent TCL mit der Marke Alcatel genannt. Im Juli wurde der Start erster Geräte für Anfang 2013 in Brasilien angekündigt. Mozilla nennt neben den Netzbetreibern Etisalat, Smart, Sprint, Telecom Italia, Telefónica und Telenor auf die deutsche Telekom als Unterstützer des Projekts.

ZTE setzt bei seinen Smartphones bisher fast ausschließlich auf Android, bietet aber auch ein paar Handy-Modelle mit Microsofts Windows-Phone-Betriebssystem an. "Wir werden uns nicht nur auf ein Betriebssystem verlassen", wird ZTE-Vizepräsident He Shiyou von Bloomberg zitiert. Mit einem Marktanteil von 4,2 Prozent war das Unternehmen zuletzt der viertgrößte Handy-Hersteller der Welt, haben die die Marktforscher von Gartner.

mak/dpa
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