Stiefvater angeklagt Fitnesstracker verrät Verdächtigen in einem Mordfall

Ihr Herzschlag rast, dann stoppt er plötzlich: Diese Daten zeichnete ein Fitbit-Armband am Handgelenk einer ermordeten Frau in den USA auf. Die Polizei ermittelte damit den mutmaßlichen Täter - er kannte das Opfer gut.

Am 8. September um 3.28 Uhr nachmittags hört Karen Navarras Herz auf zu schlagen. In den Minuten davor schlug es noch rasend schnell. So zumindest zeichnet das ihr Fitnessarmband der Firma Fitbit auf, das sie an dem Tag am Handgelenk trägt, berichtet die "New York Times".  

Die 67-Jährige aus San Jose in Kalifornien starb keines natürlichen Todes. Fünf Tage später wird Navarras Leiche von einem Arbeitskollegen in ihrem Haus entdeckt. Dem Autopsiebericht zufolge, über den der "San Francisco Chronicle" schreibt , hat sie mehrere tiefe Wunden am Kopf und im Gesicht, vermutlich verursacht von einem Beil oder einer kleinen Axt.

Wer aber ist der Täter?

Die Polizei hat dank der Fitbit-Daten schnell einen Verdächtigen ausgemacht: Navarras 90-jährigen Stiefvater.

Er gab bei einer Befragung an, seine Stieftochter am Nachmittag des 8. Septembers besucht zu haben. Als er gegangen sei, habe sie noch gelebt. Das Video einer Überwachungskamera zeigt aber, dass der Mann erst kurz nach halb vier Navarras Haus verlässt - nachdem das Fitness-Armband der Frau den Anstieg und den endgültigen Stopp des Herzschlags aufzeichnete.

Mittlerweile wurde der Stiefvater festgenommen, der Vorwurf lautet: Mord. Er bestreitet die Tat.

Ermittler wollen neue Daten nutzen

Es ist nicht das erste Mal, dass Ermittler in den USA auf die Daten zurückgreifen, die Fitnesstracker von ihren Besitzern aufzeichnen. In einem Fall etwa sollten die Daten eines solchen smarten Armbands helfen, die Aktivitätsangaben eines mordverdächtigen Ehemanns zu widerlegen.

Ermittler versuchten in der Vergangenheit außerdem in einem Mordfall aus Arkansas, auf Amazons smarte Echo-Lautsprecher zugreifen zu dürfen. So erhofften sie sich neue Erkenntnisse über das, was sich in dem Haus zuspielte, in dem der vernetzte Lautsprecher stand.

Video: Smartphone ersetzt Arztbesuch - Medizin Apps (SPIEGEL TV 2014)

SPIEGEL TV
gru
Mehr lesen über Verwandte Artikel