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Armbänder, die fit machen sollen: Samsung Gear Fit, Garmin Vivofit und Jawbone Up24

Foto: Matthias Kremp

Neuheiten von Samsung, Garmin, Jawbone Was taugen diese Fitness-Armbänder?

Fitness-Armbänder sollen helfen, den Körper in Form zu bringen. In Kombination mit Smartphone-Apps messen sie jede Bewegung, analysieren Tagesablauf und Schlafpensum. Wie schneiden drei unterschiedliche Modelle im Test ab?

Der Markt für Wearables ist in Bewegung. Der Begriff steht für elektronische Geräte, die man direkt am Körper trägt, wie Schmuck oder Kleidung. Google entwickelt für die Geräte sogar ein Betriebssystem, Android Wear. Wie gewaltig der Markt ist, um den es geht, zeigte sich kürzlich, als der US-Hersteller Fitbit ein neues Fitness-Armband nach Berichten über Hautreizungen zurückrufen musste. Innerhalb eines knappen halben Jahres hatte der Konzern allein in den USA rund eine Million Exemplare verkauft.

Von diesem Boom wollen auch andere Firmen profitieren. Zum einen mit Smartwatches, vor allem aber mit Fitness-Trackern. Drei solcher Geräte, mit ausgesprochen unterschiedlichen Ansätzen, haben wir uns zum Testen besorgt: das Jawbone Up24, Garmins Vivofit und Samsungs Gear Fit.

Samsung Gear Fit

Die Gear Fit ist eine Mischung aus Smartwatch und Fitness-Armband. Der Bildschirm ist 1,8 Zoll groß, sehr hell und farbstark. Zu den Grundfunktionen der Gear Fit gehört ein Schrittzähler, der auch Lauftraining, Radtouren, Wanderungen oder den Schlaf aufzeichnen kann. Eine Besonderheit ist der integrierte Pulsmesser. Ihn kann man für Einzelmessungen jederzeit aktivieren oder für ein Training dauerhaft einschalten.

Um die Fitness-Uhr voll auszunutzen, ist ein kompatibles Samsung-Handy samt App nötig, über die viele Einstellungen vorgenommen werden. Im Zusammenspiel mit der Samsung-App "S Health" wird aus der Gear Fit ein Selbstvermessungs-, Trainings- und Beratungspaket. Die App hilft nicht nur, die Trainingsdaten auszuwerten, sondern kann auch Schlaf- und Essverhalten mit den Daten kombinieren und darauf basierende Verhaltensvorschläge ableiten.

In Kombination mit einem kompatiblen Handy lassen sich Funktionen wie die Wetteranzeige nutzen. Zudem kann man sich über neue SMS, Anrufe und E-Mails informieren lassen. Als Goodie gibt es die Möglichkeit, von der Uhr aus das Handy piepen zu lassen, wenn man es verlegt hat.

App für: Samsung-Smartphones und -Tablets

Preis: 199 Euro


Garmin Vivofit

Das Vivofit wird durch seinen Funktionsmix interessant. Auch dieses Modell ist ein bisschen Armbanduhr, ein bisschen Schrittzähler - und ein bisschen mehr. Dieses bisschen mehr ist seine Stromversorgung: Seine beiden Minibatterien sollen Energie für ein Jahr Dauerbetrieb liefern. Das ist außergewöhnlich und angenehm zugleich. Die meisten anderen Fitness-Armbänder muss man alle paar Tage an ein Ladegerät anschließen. Nervig ist beim Vivofit nur, dass man mehrere kleine Schrauben lösen muss, um die Batterien wechseln zu können.

Das Display hat Taschenrechnerauflösung, lässt sich aber sehr gut ablesen und zeigt auf Wunsch auch dauerhaft die Uhrzeit an - eine Fähigkeit, die das Vivofit Smartwatches voraus hat. Leider fehlt eine Beleuchtung, bei Nacht ist man also aufgeschmissen. Wer einen Pulsgurt besitzt, der mit der ANT+-Funktechnologie arbeitet, kann diesen mit der Uhr koppeln, um seinen Trainingspuls zu überwachen. Auch ein Schlafmodus ist vorhanden.

Die Smartphone-App, die Garmin zu seinen Fitnessgeräten liefert, bietet alle Grundfunktionen. Viel mehr aber auch nicht. Zwar kann man sich persönliche Ziele setzen und sich einige Messwerte grafisch darstellen lassen, eine weitere Auswertung der Daten findet aber nicht statt.

App für: Android, iOS

Preis: 119 Euro


Jawbone Up24

Der Nachfolger des Up-Armbands liefert vor allem eine wichtige Funktion nach: Musste man das erste Modell noch in die Kopfhörerbuchse des Smartphones einstecken, um Messdaten zu übertragen, arbeitet das Up24 mit Bluetooth. Der Unterschied ist enorm. Statt nur ein- oder zweimal am Tag kann man jetzt jederzeit die Up-App öffnen und bekommt so aktuelle Angaben dazu, wie nah man seinem Tagesziel schon gekommen ist.

Ansonsten ist das Up24 weitgehend identisch mit dem Up. Es ist stabil, wasserfest und doch so elastisch, dass es sich locker ums Handgelenk legen lässt. Neben Schritten misst es auch Trainingszeiten, etwa beim Joggen, Radfahren oder Yoga. Ebenso zeichnet es auf, wie sehr man sich im Schlaf bewegt hat, und errechnet daraus, wie lange man tatsächlich in erholsamen Tiefschlafphasen war. Die Bedienung ist so einfach, wie das Gerät simpel ist: Einen Bildschirm gibt es nicht, stattdessen genügen eine Taste und eine LED.

Die eigentliche Arbeit erledigt auch hier eine kostenlose App. Sie stellt die Messergebnisse anschaulich dar, bietet Zusatzinformationen zu sportlichen Aktivitäten und versucht gelegentlich, zu kleinen Extra-Aktivitäten zu motivieren. So fordert sie zum Beispiel dazu auf, eine bestimmte Menge Wasser an einem Tag zu trinken. Herausragend sind die Möglichkeiten, die App mit anderen Apps und Diensten wie IFTT , Map my Fitness  oder der W-Lan-Waage von Withings  zu verknüpfen.

App für: Android, iOS

Preis: 150 Euro


Fazit

Samsungs Gear Fit ist eine Smartwatch mit Fitness-Funktionen: vergleichsweise günstig, aber nur mit Samsung-Geräten kompatibel. Garmins Vivofit ist mit einem Jahr pro Batterieladung ein Dauerläufer und hat auch eine Uhrfunktion, allerdings keine smarte. Und Jawbones Up24 ist zuverlässig, verblüffend einfach zu benutzen, dafür aber recht teuer. Gut sind die Armbänder alle, nur jedes auf andere Art.

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