Flash-Composite-Technik Licht von allen Seiten mit nur einem Blitz

Die richtige Ausleuchtung kostet Sie viel Zeit - am Set oder in Photoshop? Probieren Sie es doch mal mit der sogenannten Flash-Composite-Technik: Im Studio macht sie wenig Arbeit, bei der Bildbearbeitung lässt sie alle Freiheiten.
Von Tilo Gockel
Foto: Tilo Gockel/ DOCMA

Wenn Sie Ihr Motiv effektvoll ins richtige Licht setzen wollen, müssen Sie viel Zeit im Studio verbringen - um so mehr, je mehr Lichtquellen Sie kombinieren. Verschiedene Positionen, unterschiedliche Lichtformer und Leistungseinstellungen ergeben zusammen eine unübersichtliche Zahl von Varianten, die Sie ausprobieren könnten. Wenn sich das Ergebnis bei der Sichtung der Bilder als doch nicht ganz perfekt erweist, müssen Sie eigentlich zurück ins Studio, um die Aufnahme zu wiederholen.

Daher liegt es nahe, bei der Lichtsetzung nicht allzu penibel zu sein und sich stattdessen darauf zu verlassen, dass Sie schließlich auch noch in Photoshop Licht und Schatten in das Bild malen können. Da die modellierende Wirkung des Lichts aber darüber hinausgeht, großflächig für mehr oder weniger Helligkeit zu sorgen, ist das Ergebnis dann nicht immer ganz naturgetreu.

Glücklicherweise gibt es eine Methode, die besten Eigenschaften beider Herangehensweisen zu kombinieren. Ein Flash Composite spart Zeit im Studio; in der Bildbearbeitung können Sie die Ausleuchtung dann aber flexibel optimieren. Dabei entstehen naturidentische Ergebnisse, da Sie mit echtem Licht arbeiten.

So funktioniert es

Die Grundidee ist einfach: Statt das Motiv mit mehreren Lichtquellen auszuleuchten, machen Sie nacheinander mehrere Aufnahmen mit jeweils einer Lichtquelle, für die ein einziger Blitz genügt.

In Photoshop laden Sie diese Aufnahmen in eine eigene Ebene - bei der Kombination verschiedener Lichtquellen würde sich das Licht addieren, und genau dieser Effekt lässt sich durch Mischmodi realistisch nachbilden. Durch Ein- oder Ausblenden der entsprechenden Ebene schalten Sie die Lichtquellen ein oder aus und regeln die Blitzleistung über die Deckkraft.

Falls das Ergebnis noch nicht Ihren Vorstellungen entspricht, bleibt Ihnen natürlich auch noch die Möglichkeit, Licht und Schatten über Ebenenmasken zu verfeinern. Da Sie mehrere Aufnahmen kombinieren, sollte sich Ihr Motiv dazwischen nicht bewegen. Für Beauty oder Fashion ist die Methode weniger geeignet, für Produktfotos dagegen ideal.

Die Flash-Composite-Technik

Gefunden in

DOCMA 64

Doc Baumanns Magazin für digitale Bildbearbeitung

Mai 2015

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Der Autor betreibt unter fotopraxis.net  ein Blog zum Thema Digitale Fotografie.