Foto-Tipps Die Wahrheit über Objektive

10. Teil: Digitalkamera vs. Vollformat-Objektiv


Scott Kelby

Sie haben wahrscheinlich schon gehört, dass die meisten Digitalkameras (und digitalen Spiegelreflexkameras) einen Formatfaktor (Crop-Faktor) haben, der wie eine Ausschnittsvergrößerung wirkt. Das bedeutet, dass sich die Millimeterangaben auf dem Objektiv einer Digitalkamera von denen einer herkömmlichen 35-mm-Kamera unterscheiden. Wenn Sie beispielsweise ein herkömmliches 85-mm-Objektiv mit einer Digitalkamera verwenden, dann sind es nicht wirklich 85 mm.

Eine Nikon arbeitet mit einem Formatfaktor von 1,5, so dass Sie mit dem 85-mm-Objektiv effektiv ein 127-mm-Objektiv besitzen. Canon arbeitet mit einem Formatfaktor von 1,6, so dass 85 mm dort eher 135 mm sind. Das führt bei Fotografen, die von Film auf Digital umgestiegen sind, leicht zu Verwirrungen, denn für sie sollten 85 mm auch einfach 85 mm sein.

Jetzt gibt es aber auch noch Vollformat-Kameras - bei denen sind 85 mm dann auch wirklich wieder 85 mm. Bei diesen Kameras gibt es keinen Formatfaktor, keinen Multiplikator - das Objektiv bleibt, wie es ist. Aber es gibt da einen Haken! (Wie immer eigentlich, oder?) Wenn Sie ein Objektiv, das für eine herkömmliche Digitalkamera gedacht war (und das ist bei den meisten der Fall) auf eine Vollformat-Kamera schrauben, wird "gezoomt".

Sollten Sie sich also eine Vollformat-Kamera zulegen, können Sie deren Vorteile wirklich nur dann nutzen, wenn Sie sich auch ein speziell dazu passendes Objektiv kaufen. Allerdings gibt es auch einige hochpreisigere Objektive, die ganz ausgezeichnet mit Vollformat-Kameras funktionieren und die Bilder nicht beschneiden.

Scott Kelby

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