Fotodruck im Test So gut drucken die Poster-Firmen

Leinwand, Aluplatte, Acrylglas: Großformat-Drucke auf edlem Material werden günstiger. Aber was taugen sie, wie lange halten sie? Das Fachmagazin "c't" hat die Qualität bei sieben Anbietern getestet.
Von Ralph Altmann
Die Schnittkanten von Dibond und Acryl sind meist sägerau und oft messerscharf

Die Schnittkanten von Dibond und Acryl sind meist sägerau und oft messerscharf

Jahrhundertelang gehörte noch zwingend ein Rahmen um das Bild, wenn es ein Kunstwerk sein sollte, heute bevorzugen viele Menschen die rahmenlose Präsentation. Stabil und langlebig soll es sein, möglichst geschützt vor Staub und Kratzern. Ersteres leistet die Kaschierung auf einer stabilen und dennoch dünnen und leichten Trägerplatte, Markenname Dibond. Den Oberflächenschutz und gleichzeitig den ultimativen Glanz verleiht eine aufgeklebte Acrylglasplatte (Diasec heißt das Originalverfahren).

Solche Präsentationsformen waren bis vor wenigen Jahren fast unerschwinglich, inzwischen bieten viele Fotolabore sie standardmäßig an, und die Preise sind nicht mehr weit von denen konventioneller Glasbilderrahmen gleicher Größe entfernt.

Von Großlabor bis zur Fineart-"Manufaktur" - das Fachmagazin "c't" hat im aktuellen Sonderheft "Digitale Fotografie" Drucke von sieben Anbietern getestet.

Kleine Materialkunde

Fotos kann man auf "echtem" Fotopapier belichten - das klassische Verfahren - oder ausdrucken, in der Regel per Tintenstrahldrucker. Im ersten Fall entstehen die Farben durch die chemische Entwicklung aus vorher unsichtbaren Pigmenten, die aber in der Beschichtung des Papiers schon vorhanden sind. Im zweiten Fall werden sie Punkt für Punkt aufgesprüht. Im Massenmarkt dominiert heute nach wie vor die Belichtung. Für Poster und Großformatdrucke verwendet man Laserbelichter (etwa Durst Lambda). Fotopapiere für solche "C-Prints" (Color-Prints) gibt es in zahlreichen Oberflächenvarianten von matt bis hochglänzend. Die Farbpigmente sind aber relativ lichtempfindlich, und die Oberfläche selbst ist, da sie Gelatine enthält, auch mechanisch empfindlich.

Ein Vorteil der Tintenstrahltechnik ist, dass damit fast jede Oberfläche bedruckt werden kann. Die grundsätzlichen Probleme in puncto Oberfläche und Haltbarkeit bestehen aber auch hier, denn auf den Bildträger muss eine "Empfangsschicht" aufgebracht werden, welche die Tinte kontrolliert aufnimmt. Für die lichtempfindlichen Farbstofftinten (Dye-Tinten) verwendet man meist ebenfalls Gelatine, in das die gelösten Farbstoffmoleküle eindringen und dort nach dem Trocknen geschützt sind, auch vor UV-Strahlung. Robuster sind pigmentbasierte Tinten, die inzwischen Lichtbeständigkeiten von mehr als hundert Jahren erreichen. Statt Gelatine, in die die großen Pigmentteilchen nicht eindringen können, verwendet man hier "nanoporöse" Mineralstoffe für die Beschichtung. Nach dem Druck fühlt sich die Oberfläche sofort trocken an. Haltbarkeits-Testergebnisse für zahlreiche Tinten-Papierkombinationen finden sich auf der Website des amerikanischen Fotohistorikers Henry Wilhelm .

Die optische Qualität eines Fotopapiers hängt vor allem davon ab, wie gut es tiefes Schwarz und helles Weiß wiedergeben kann. Für das Schwarz (analog für kräftige Farben) ist nicht nur die Tintenschwärze maßgeblich, sondern auch, wie viel Tinte das Papier überhaupt aufnehmen kann. Der Weißpunkt wird vom Reflexionsvermögen bestimmt. Dieses lässt sich durch bestimmte Mineralien in der Beschichtung (Titandioxid, Bariumsulfat) erhöhen, durch Zusatz spezieller "Weißmacher" sogar auf (rechnerisch) über 100 Prozent. Letztere setzen einen Teil des nahen UV-Lichts in blaues Licht um und wirken damit außerdem noch dem natürlichen Gelbton von Papier auf optischem Wege entgegen. Billige optische Aufheller verlieren aber recht schnell ihre Wirkung. Das Papier scheint dann zu vergilben, obwohl nur die Wirkung des Aufhellers nachlässt. Mit "papierweiß" bezeichnete Papiere sollten keine solchen Zusätze enthalten, "hellweiß" ("Bright White") lässt auf optische Aufheller schließen.

Gemessen wird die Helligkeit im L*a*b-Farbraum, also L* (gesprochen L-Star). Sehr gute Glossy-Papiere erreichen im Weiß L*-Werte von 97 bis 98 (von maximal 100) und im Schwarz 5 und weniger. Bei matten Papieren können die Schwarzwerte dagegen bei 20 und mehr liegen. Je größer die Differenz zwischen Weiß- und Schwarzwert, desto größer ist der darstellbare Kontrast und desto "knackiger" der Bildeindruck.

Dry Mounting - die Rückseite

Großformatige Fotografien biegen sich selbst auf dicken Papieren durch. Eine rückseitige Kaschierung mit einer stabilen Trägerplatte löst das Problem und erlaubt so erst Präsentationsformen ohne Glas und ohne Rahmen - das Bild kann für sich wirken. Dibond heißt das bekannteste, aber auch teuerste Plattenmaterial: Zwei dünne Aluminiumplatten umschließen einen Polyethylenkern. Die insgesamt 3 oder 4 mm starke Platte ist selbst bei Seitenlängen über einem Meter ausreichend biegesteif und dennoch leicht. Nicht so stabil, aber preiswerter ist Forex, eine geschäumte, geschlossenzellige Hartschaumstoffplatte mit einer besonders feinzelligen, homogenen Struktur und seidenmatter Oberfläche. Bei Kapa handelt es sich um Kartonplatten mit Polyurithan-Hartschaumkern. Selten verwendet wird Gatorfoam, eine extrem steife Leichtstoffplatte mit beidseitig harzgetränkten Oberflächen und einem extrudierten Polystyrol-Schaumkern. Das Bild wird in der Regel mittels beidseitig klebender Folie trocken - daher der Name Dry Mounting - auf die Platte aufgeklebt. Alle diese Trägermaterialien können aber auch direkt bedruckt werden.

Face Mounting - die Vorderseite

Die Versiegelung der Bildvorderseite mit Lack (Firniss), Folie (Laminierung) oder Acrylglas schützt diese mechanisch, vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Ozon und Schadstoffen sowie vor UV-Strahlung. Bei ausreichender Dicke kann sogar auf einen rückseitigen Träger verzichtet werden. Hochglänzende Beschichtungen verbessern den Schwarzwert (den Weißwert nicht) und kräftigen die Farben. Es gibt aber auch matte Folien und Beschichtungen, die Spiegelungen verringern.

Einen sehr hochwertigen Eindruck erzielt die Versiegelung mit Acrylglas (Polymethylmethacrylat, PMMA, Plexiglas). Die meist 3 mm starke Glasscheibe wird mit doppelseitiger Klebefolie oder dem puren Klebstofffilm (ohne Kunststoffkern) mit dem Papierbild verbunden. Dies kann ein C-Print oder ein Tintenstrahldruck sein. Umgangssprachlich wird für das Verfahren oft der (geschützte) Begriff Diasec verwendet. Das originale Diasec-Verfahren (1969 vom Schweizer Chemiker Sovilla-Brulhart erfunden) arbeitet jedoch mit Silikon und wird heute nur von sehr wenigen Fotolaboren verwendet, von den von uns getesteten ist keines darunter.

Der entscheidende Vorteil der Acrylglaskaschierung gegenüber einer klassischen Passepartoutrahmung hinter Glas ist, dass durch den fehlenden Luftspalt zwischen Bild und Acrylglas zwei Materialübergänge wegfallen, an denen das Licht gebrochen und reflektiert werden kann. Dadurch wirken die Farben brillanter und gesättigter, Details schärfer, das Bild erhält mehr Präsenz und Tiefenwirkung. Der Nachteil von Acryl gegenüber Glas ist die geringere Kratzempfindlichkeit. Beiden Präsentationsarten weisen starke Spiegelung auf, dies haben sie aber mit allen anderen hochglänzenden Beschichtungen gemeinsam.

Leinwanddrucke

Leinwand spiegelt ähnlich gering wie mattes Fotopapier, die Oberfläche hat jedoch deutlich mehr Charakter. Früher verwendete man für Leinwand-Fotos lichtempfindlich beschichtetes Gewebe, heute entstehen diese fast ausnahmslos auf Tintenstrahldruckern. Die Beschichtung ist aber auch hier entscheidend für die optische und haptische Anmutung, also Aussehen und Anfühlung. Es gibt grobe Gewebe mit relativ dicker und glatter Beschichtung, und feinere, deren Struktur deutlich sichtbar ist. Zudem bestimmt die Beschichtung den Weißgrad. Das Gewebe selbst ist meist leicht gelblich.

Auch bei der Leinwand spart man sich heute gern den Rahmen. Ein weißer Außenrand sieht an der Wand jedoch selten gut aus, deshalb spiegeln viele Anbieter den Bildrand auf einer Breite, die etwas über der Rahmenbreite liegt, und ziehen diesen Teil über den Keilrahmen, auf den die Leinwand gespannt wird. So entsteht ein nahtloser, harmonischer Bildeindruck. Alternativ kann man auch den originalen Bildrand über den Rahmen ziehen, sofern er keine bildwichtigen Elemente enthält. Als Option bieten dies Poster-Union und Fineartprint.de an. Wer seine Leinwand selbst aufspannen möchte, findet bei Fineartprint.de ein entsprechend billigeres Angebot, die Leinwand wird dann platzsparend gerollt versendet. Einige andere Anbieter bieten diese Option auf Anfrage. Kunden, welche das Bild lieber klassisch gerahmt mögen, können meist auch gleich den passenden Schattenfugenrahmen dazu erhalten.

Aufhänger

Viele Anbieter versehen Dibond- und Acrylbilder mit rückseitig aufgeklebten U-Schienen, die gleich noch eine zusätzliche Sicherheit gegen Durchbiegen bieten. Die obere Schiene dient zur unsichtbaren Aufhängung, die untere als Abstandshalter. Das Bild scheint vor der Wand zu schweben. Fotocommunity prints klebte sogar einen umlaufenden Rahmen mit Aufhängeösen hinter das Bild - so kann es keinen Ärger geben, wenn bei der Bestellung nicht ersichtlich war, ob es sich um ein Quer- oder Hochformat handelt. Bei den über die Drogeriekette dm bestellten, von Cewe gefertigten Bildern sowie bei Poster-Union mussten wir die Aufhänger nicht nur extra bezahlen, sondern auch selbst montieren. Beide Firmen fertigen Acrylbilder zudem ohne stabilen rückseitigen Träger. Bei Cewe wird der Aufhänger auf die Rückseite des Fotopapiers geklebt, bei Poster-Union auf die dünne weiße Plastikfolie, die den Acryl-Direktdruck von hinten schützt. Ob diese das Gewicht großer Bilder auf Dauer aushalten, daran haben wir unsere Zweifel.

Bestellung

Bei der (Online-)Bestellung gibt es meistens die Wahl zwischen Webportal und Bestellsoftware. Letztere hat den Vorteil, dass eine Internet-Verbindung nur für die Übermittlung der Bestelldaten nötig ist, muss dafür aber heruntergeladen und installiert werden. In der Regel sind die Funktionen von Webportal und Bestellsoftware gleich, in Ausnahmefällen (die für unseren Test nicht relevant waren) benötigt man für bestimmte Optionen zwingend die Software. Bei relativ sporadischen Bestellungen - Dibond- und Acrylbilder wird man schon wegen der Kosten nicht bestellen wie Urlaubsfotos - bringt die Bestellsoftware keine Vorteile. Wir wählten deshalb generell die Bestellung über das Webportal. Bei Cewe/dm und Fineartprint.de mussten wir dazu erst einen User-Account mit Passwort anlegen, was eigentlich nicht nötig sein sollte.

Auf den Webportalen von Cewe und Poster-Union kann man nur aus wenigen vorgegebenen Bildformaten auswählen, Poster-Union versicherte uns aber, dass Zwischenformate auf Anfrage gefertigt werden. Bilder, deren Formate davon abweichen, werden beschnitten. Bei der Bestellung kann man meist die Größe, den Ausschnitt und die Lage des Bildes noch ändern, auch Korrekturen (rote Augen) bis hin zu Bildeffekten, Montagen und Schrifteinblendungen sind möglich. Wir verzichteten darauf und empfehlen generell, solche Korrekturen und auch die Größenanpassung vorab in einem Bildbearbeitungsprogramm vorzunehmen, das dafür besser ausgerüstet ist und schneller arbeitet.

Die ersten fertigen Bilder erhielten wir schon vier Werktage nach Bestellung. Am schnellsten war Cewe, gefolgt von Poster-Union und Fineartprint.de - letztere lieferten allerdings erst einmal nur das Dibond- und das Leinwandbild, das Acrylbild kam zwei Tage später. Am längsten warteten wir bei Whitewall (9 Werktage) und jam fineartprint (10 beziehungsweise 12 Werktage), jam hatte jedoch vorab auf urlaubsbedingt längere Lieferzeiten hingewiesen. Bei der Verpackung wurde mit Luftpolsterfolie nicht gespart - teilweise hätten die Bilder wohl sogar den Abwurf vom Hubschrauber überstanden.

Bezahlen muss man in der Regel sofort bei der Bestellung, entweder per Kreditkarte, Paypal, Vorabüberweisung oder durch das Einverständnis mit einer Konto-Lastschrift. Fotocommunity prints, jam fineartprint und dm/Cewe bieten auch oder ausschließlich die Lieferung auf Rechnung an.

Farbmanagement und Farbqualität

Der sogenannte Standard-RGB-Farbraum sRGB ist ein Segen für viele Fotodienstleister, denn sie brauchen sich um korrekte Farben kaum noch zu kümmern. Die meisten Belichter sind darauf ausgelegt, sRGB-Daten zu verarbeiten. Wenn die Bilddaten also in diesem Farbraum vorliegen - und das tun sie in der Regel, selbst wenn das Profil nicht eingebettet ist -, kann es keine groben Farbfehler geben. Kein Wunder, dass einige Dienstleister unsere Frage nach Farbmanagement und ICC-Profil gar nicht verstanden.

Wenn man auch mit sRGB nicht viel falsch machen kann, so verschenkt man damit doch einiges, heißt es immer wieder, und fotocommunity prints zeigt auf der Webseite gleich sehr anschaulich, wo die Belichter und Inkjet-Drucker sehr viel mehr Farben drucken können, als sRGB erlaubt, nämlich im Grün-Blau-Bereich. Ein wenig von diesem Potenzial lässt sich eventuell ausschöpfen, wenn die Kamera die Bilddaten in Adobe RGB ausgeben kann. Die vorsichtige Formulierung hat ihre Gründe: Erst einmal muss das Motiv überhaupt entsprechend gesättigte, über den sRGB-Farbraum hinausgehende Farben enthalten, und dann dürfen diese bei der Weiterverarbeitung in der Kamera, eventuell im Bildbearbeitungsprogramm und schließlich im Druckertreiber nicht glattgebügelt werden. Zudem ist Adobe RGB zwar ein deutlich größerer Farbraum als sRGB, aber wie dieser eigentlich auf die Monitor-Darstellung ausgelegt, er schöpft also das spezifische Farbpotenzial guter Tinten-Papier-Kombinationen immer noch nicht aus. Das kann erst eine speziell auf den Druckerfarbraum abgestimmte Bildnachbearbeitung.

Die gute Hälfte der getesteten Anbieter erwartet die Daten im sRGB-Farbraum, verwendet aber dennoch Farbmanagement, was heißt: Kommen die Daten in einem anderen Farbraum (der natürlich eingebettet sein muss), wird dies erkannt, die Farben werden entsprechend umgerechnet. Nur Whitewall, fotocommunity prints und jam fineartprint sandten wir die Bilddaten im Adobe-RGB-Farbraum. Diese Anbieter sind auch die einzigen, die papierspezifische ICC-Profile ihrer Druckmaschinen beziehungsweise Belichter zur Verfügung stellen. Signifikante Unterschiede zwischen den fertigen Bildern, die sich hätten auf den Farbraum zurückführen lassen, fanden wir nicht. Vermutlich gingen diese in den größeren Unterschieden unter, die aus den unterschiedlichen Farbgeschmäckern der Anbieter oder deren Kunden herrühren. Jedenfalls scheint beispielsweise Cewe die Farben bewusst etwas dunkler und kräftiger "anzurühren", als die Daten eigentlich hergeben, die Bilder wirken so knackiger.

Möglicherweise hat die im Test oft bemängelte schlechte Tiefenzeichnung den gleichen Grund: Das Zulaufen der Schatten wird in Kauf genommen, damit die Bilder kontrastreicher wirken. Schließlich kommt es darauf an, dass das Ergebnis dem Kunden gefällt. Dennoch haben wir beim Test auch auf Details geachtet, die man bei normaler Beleuchtung und aus einem Meter Abstand vielleicht gar nicht mehr sieht. Anders als bei Werbepostern und großflächigen Kunst-Präsentationen tritt man an die Bilder, die sich Privatkunden in die Wohnung hängen, doch einmal näher heran, zudem hat man beim eigenen Foto ja auch den direkten Vergleich mit dem "originalen" Monitorbild. Und da sollte die Enttäuschung nicht zu groß sein.

Lichtbeständigkeit

Alle Testbilder mussten im UV-Belichter ihre Lichtbeständigkeit unter Beweis stellen. Der UV-Belichter simuliert ein Jahr Sonnenschein hinter Glas, wie das zum Beispiel der Fall ist, wenn Sonnenlicht durchs Fenster auf das Bild fällt. Um es kurz zu machen: Die Ergebnisse können sich bei allen Testkandidaten sehen lassen. Im Unterschied zu vielen Papierdrucken, ob vom Dienstleister oder aus dem eigenen Drucker, bei denen die Farben deutlich verblassen und sich verändern, war das bei unseren Proben nicht der Fall. Die Farben blieben konstant, Schwarz verblasste nicht. Bei den Belichtungen auf Fotopapier (C-Prints) hatten wir dies erwartet, aber auch die Tintenstrahldrucke erwiesen sich als stabil, den Pigmenten macht das UV-Licht offensichtlich nichts aus. Bei den Dibond- und Acrylbildern verwenden nur jam fineartprint, Poster-Union und Whitewall (optional als Plattendirektdruck) die Tintenstrahltechnik, die anderen belichten auf Fotopapier. Dagegen wurden die Leinwandbilder ausnahmslos auf dem Tintenstrahldrucker hergestellt. Die Scans aller UV-belichteten Testbilder zusammen mit dem unbelichteten Referenzteil finden Sie auf der Heft-DVD.

Fazit - bei jeder Druckart führt ein anderer Anbieter

Wer für ein ansehnlich präsentiertes Foto tief in die Tasche greift, darf Qualität und Langlebigkeit erwarten. Zwar haben wir aus der fast unüberschaubaren Vielfalt der Anbieter nur sieben herausgegriffen, doch so viel lässt sich verallgemeinern: Weder die pure Größe und Marktmacht des Anbieters noch die Spezialisierung und halb-handwerkliche Anfertigung noch ein hoher Preis sind die Gewähr dafür, ein rundum perfektes Bild zu bekommen.

Wie so oft ist auch hier alles Gute selten beisammen: Wer gute Farben druckt, patzt manchmal bei der Auflösung und umgekehrt. Cewe als Produzent für den Foto-Massenmarkt verlangt für Bilder durchschnittlicher Qualität teilweise deutlich mehr als spezialisierte Fineart-Anbieter, die wiederum qualitativ auch nicht in allen Details überzeugen konnten. Deren Vorteile liegen in der größeren Angebotsvielfalt und der Möglichkeit, auf individuelle Wünsche einzugehen. Durchgängig positiv überrascht hat uns allein die UV-Beständigkeit der Bilder. Ausnahmslos allen Belichtungen und Drucken, ob auf Leinwand, Dibond oder Acryl, war die simulierte Alterung von einem Jahr Sonnenschein nicht anzusehen. Hier stimmten die Werbesprüche der Hersteller.

Ein weiteres überraschendes Ergebnis unseres Tests ist, dass Tintenstrahldrucke mit Pigmenttinten auf guten Papieren den "klassischen" Belichtungen auf Fotopapier (die heute allerdings per Laser- oder LED-Belichter vorgenommen werden) nicht nur ebenbürtig, sondern sogar überlegen sind, und das sowohl im Farbumfang als auch in Auflösung und Haltbarkeit - der Werbeslogan "auf echtem Fotopapier" spricht heute nicht mehr für höchste Qualität, eher im Gegenteil. Den überzeugenden Beweis tritt jam fineartprint an, hier werden nur noch Tintenstrahldrucke verwendet. Der von Poster-Union und Whitewall (optional) verwendete Direktdruck auf die Dibond- oder Acrylplatte reicht allerdings in der visuellen Qualität noch nicht an gute Laser-Prints oder Tintenstrahldrucke heran. Dennoch hat er seine Berechtigung, und die damit erzielte Detailauflösung war vor allem bei Poster-Union erstaunlich.

Dibond und Leinwand

Bilder auf Dibond oder Leinwand oder hinter Acryl müssen eine gewisse Größe haben, um zu wirken. Wir wählten deshalb für den Preisvergleich das A2-Format (40 x 60 cm) - zu groß für einen erschwinglichen Heim-Tintenstrahldrucker, aber noch nicht zu groß für das 12-Megapixel-Foto aus der Kompaktkamera. Die Auflösung beträgt damit rund 180 ppi, viel mehr konnten die meisten Anbieter sowieso nicht drucken, wie wir sahen. Bei Dibond lagen die Preise (im August 2010, dies gilt für alle Preisangaben hier) zwischen 42 Euro ( Whitewall, Direktdruck) und 80 Euro ( Fotocommunity prints), Laserprints in guter Qualität kosteten bei seen.by und Whitewall rund 50 Euro. jam fineartprint und Fineartprint.de waren nur wenig teurer, und dm/Cewe (72 Euro inklusive Aufhänger) und fotocommunity prints verlangten hier eindeutig zu viel.

Acrylbilder

Bei Acrylbildern dieser Größe ist der Vergleich wegen der zahlreichen Varianten schwieriger. Die Spanne reichte von 68 Euro ( Whitewall) bis 150 Euro (Poster-Union, inklusive Aufhänger), ersteres für einen Direktdruck mit nur 2 mm Acryl, letzteres für einen Direktdruck mit 10 mm Acrylglas mit hochglanzgeschliffenen Kanten. Gut und günstig erschien uns das Angebot von seen.by (71 Euro), das auch eine rückseitige Dibond-Trägerplatte enthält. Stärkeres Glas gibt es von Whitewall (117 Euro für Laser-Print auf Dibond hinter 6 mm Glas) und dm/Cewe (112 Euro für 10 mm Glasstärke, kein Kantenschliff, kein Träger, inklusive Aufhängung).

60x40-cm-Leinwandbilder

Bei 60x40-cm-Leinwandbildern auf Keilrahmen hatte dm/Cewe mit 36 Euro das günstigste Angebot, jedoch mit Sonnenbrand auf den Hauttönen, das andere Ende markierte fotocommunity prints mit 93 Euro für die farblich hervorragende Künstler-Leinwand. Deutlich günstiger ist die Premium-Qualität vom gleichen Anbieter (55 Euro), doch jam bot für sogar noch einen Euro weniger den Leinwanddruck, der uns rundum überzeugte (Breathing Color Chromata White, 54 Euro). Die anderen Anbieter lagen mit 43 bis 50 Euro preislich und auch qualitativ irgendwo dazwischen.

Für andere Größen kann die "Rangfolge" etwas anders aussehen, außerdem fallen bei großen Formaten die Transportkosten eventuell erheblich ins Gewicht. Weil der Preis allein wenig über die Qualität aussagt, empfehlen wir, vor der Erstbestellung unbedingt einen Testdruck anfertigen zu lassen. Wo so etwas (beziehungsweise ein preiswertes kleines Format) nicht zum Standard-Angebot gehört, hilft Fragen. Und wenn die gelieferte Qualität deutlich von der versprochenen abweicht, sollten Sie getrost reklamieren. Die Konkurrenz auf dem Fotomarkt ist - zum Glück für den Kunden - derzeit so groß, dass Sie vermutlich nicht auf taube Ohren stoßen werden.

Hier geht es zu den Testergebnissen

So haben wir getestet

Wir bestellten bei jedem Anbieter mindestens drei Bilder: eins auf Dibond, eins auf Leinwand und eins hinter Acryl kaschiert. Wenn es mehrere deutlich unterschiedliche Ausführungen gab, kamen diese dazu. Das Testbild bestand aus einem farbkräftigen Hauptmotiv und angefügten Teststreifen für den Farb- und den UV-Test, für die Beurteilung von Licht- und Schattenzeichnung und der Auflösung. Die Bildgröße passten wir an die Standardgrößen der Anbieter an, wobei die Teststreifen immer in gleicher Größe erscheinen sollten. Als Auflösung wählten wir 300 ppi.

Wo die Anbieter dies verlangten oder keine Angaben machten, schickten wir die Bilder im sRGB-Farbraum mit eingebettetem Profil. Whitewall, fotocommunity prints und jam fineartprint erhielten die Bestellungen im Adobe-RGB-Farbraum, ebenfalls mit eingebettetem Profil. Als Dateiformat wählten wir JPEG in der höchsten Qualitätsstufe. Soweit vorhanden, schalteten wir bei der Bestellung die Option "Bildoptimierung" aus - die Bilder sollten schließlich so gedruckt oder belichtet werden, wie wir sie geschickt hatten. Eine zusätzliche Komprimierung der Bilder vor dem Upload, wie sie erfahrungsgemäß einige Anbieter vornehmen, um die übertragenen Datenmengen zu begrenzen, hofften wir durch die Wahl des HTML-Uploads via Webportal vermieden zu haben. Ein früherer Test ( c't Digitale Fotografie 2/08 ) zeigte allerdings auch, dass eine moderate Komprimierung keine sichtbaren Auswirkungen auf die Qualität hat.

Die Ergebnisse prüften wir visuell auf Darstellung der Farben und der Hauttöne sowie auf die Differenzierung in den tiefen Schatten und in den hellen Lichtern des Bildes. Die Lupe zeigte, ob die feinen Linien des Siemenssterns und des Linientestbildes noch aufgelöst wurden. Schließlich ermittelten wir mit einem Spektralphotometer (Eye One Pro) den Schwarzpunkt und den Weißpunkt des Bildes, also das tiefste darstellbare Schwarz und das hellste Weiß. Ersteres hängt (beim Tintenstrahldruck) sowohl von der Schwärze der Schwarztinte als auch vom Aufnahmevermögen der Tintenempfangsschicht ab, das Weiß allein vom Weißgrad des Druckmaterials. Wir prüften auch noch die Helligkeit von "50 Prozent Grau" - diese gibt Aufschluss über die Gradation des Bildes - sowie die Lab-Werte der RGB- und CMYK-Grundfarben.

Alle Teststreifen scannten wir ein, Ausschnitte daraus finden Sie weiter unten bei den jeweiligen Anbietern sowie auf der Heft-DVD. Da der Scanner bei den Acrylbildern durch die teilweise recht dicke Glasschicht "blicken" musste, wurden hier Weiß und helle Farben etwas zu dunkel erfasst. Um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen, haben wir deshalb auf den Abdruck im Heft verzichtet. Die meisten Anbieter verwenden für Dibond- und Acrylbilder das gleiche Belichtungs- beziehungsweise Druckverfahren und meist auch das gleiche Papier, Auflösung und Farbqualität unterscheiden sich kaum. Beachten Sie dies bitte, wenn Sie die Bilder auf der Heft-DVD beurteilen, wo alle Scans, auch die der Acryl-Bilder, enthalten sind.

Einige Anbieter werben mit der Lichtbeständigkeit ihrer Bilder. Dies überprüften wir mit einem Labor-UV-Belichter (Atlas Suntest XLS), der mit einer 3,2-kW-Xenon-Entladungslampe bei konstanter Luftfeuchtigkeit und gleichbleibender Raumtemperatur die Testbilder bestrahlt. Damit simuliert der Belichter ein Jahr Sonnenbestrahlung hinter Fensterglas. Unser Testmotiv enthält dafür zwei identische Muster, eines für den UV-Belichter, eines als Referenz. Das Motiv besteht aus verschiedenen Farbbalken, um Farbabweichungen festzustellen, sowie einem Porträt, um ganz allgemein den Bildeindruck zu beurteilen. Belichtetes und unbelichtetes Muster haben wir eingescannt und mit auf die Heft-DVD gepackt.

Die einzelnen Anbieter im Vergleich

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