Tipps für den Fotodruck So kommen ihre Schnappschüsse richtig gut aufs Papier

Jeder Multifunktionsdrucker kann in Farbe drucken, richtig gute und haltbare Fotoabzüge machen aber nur auf Fotos spezialisierte Drucker. Wer dabei etwas mehr investiert, kann am Ende sogar sparen.
Von Markus Linden
Fotodrucker: Richtig gute Bilder machen nur hochwertige Modelle

Fotodrucker: Richtig gute Bilder machen nur hochwertige Modelle

Foto:

Sanjay Jogia / Canon

Um das gleich klarzumachen: Wenn Sie einfach nur die üblichen Abzüge im Format 10 mal 15 Zentimeter zum Einkleben in ein Fotoalbum haben wollen, brauchen Sie keinen Fotodrucker. Weder der Preis für das Gerät und die Tinte noch der Aufwand sind es Wert. Senden Sie Ihre digitalen Bilder stattdessen per Internet an einen der großen Dienstleister wie Cewe oder Orwo. Diese Großlabore fertigen mit altbewährten chemischen Verfahren und digitaler Belichtung gute Abzüge auf Fotopapier an. Pro Bild kostet das im Schnitt weniger als zehn Cent und dauert inklusive Versand nur wenige Tagen.

Anders sieht es aus, wenn Sie besonders gute Qualität brauchen, großformatige Prints wünschen oder aber die Fotos auf besondere Papiere gedruckt haben wollen: Dann kann sich der Einsatz eines eigenen Druckers lohnen. Denken Sie jetzt aber nicht an Ihr Multifunktionsgerät aus dem Homeoffice: Zwar bewerben die Hersteller diese Kombinationen aus Scanner, Kopierer und Farbdrucker oft als »fototauglich«, aber dieselbe Qualität wie bei einem Fotoabzug oder dem Druck aus einem »echten« Fotodrucker dürfen Sie in der Regel nicht erwarten.

Die Mischung macht’s

Richtige Fotodrucker arbeiten im Inkjet-Verfahren. Die Tinte – mindestens sechs, manchmal sogar zwölf verschiedene Farben – wird in winzig kleinen Mengen auf das speziell beschichtete Papier aufgebracht.

Je mehr Ausgangsfarben zur Verfügung stehen, desto präziser lassen sich die Farben für das gedruckte Foto mischen. Es geht allerdings auch um die Grautöne: Für Schwarz-Weiß-Ausdrucke stehen gelegentlich ein bis zwei spezielle Grautinten zur Verfügung, Schwarz gibt es oft in zwei Ausführungen: Ein Mattschwarz für Ausdrucke auf mattem Papier und ein weiteres für glänzende Papiere.

Die zwei Tintentypen

Es gibt zwei Arten von Tinten auf dem Markt – und jeder Drucker ist ausschließlich auf eine davon ausgerichtet. Beim Kauf eines Druckers legt man sich daher auch auf einen Tintentyp fest.

Es gibt farbstoffbasierte (auch »Dye-Tinte« genannt) auf der einen, Feststoff- oder Pigmenttinte auf der anderen Seite. Es lässt sich nicht sagen, dass eine der beiden Tintentypen generell besser ist als der andere. Es kommt eher auf den Einsatzzweck an: Mit Dye-Tinte erzielt man eine stärke Sättigung, vor allem auf glänzenden Papieren. Wer also kräftige Farben und Hochglanz bevorzugt, ist mit Dye-Tinte besser bedient.

Pigmenttinte eignet sich vor allem für Drucke auf matten oder strukturierten Papieren. Sie ist optisch etwas zurückhaltender, aber mit ein paar technischen Tricks gelingen den Druckerherstellern auch hochglänzende Drucke mit Pigment. Dazu legen manche Pigmentdrucker in einem zusätzlichen Durchlauf des Tintenkopfes eine Klartinte als eine Art Hochglanzlack auf das Foto. Fotokünstler drucken fast immer mit Pigmenttinte, weil sie viele Jahre haltbar ist und weniger schnell ausbleicht als Dye-Tinte.

Fotostrecke

Fotodrucker im Vergleich

Foto: Epson

Das richtige Fotopapier

Bei Papieren gibt es – anders als zum Beispiel bei der Belichtung im Großlabor – eine riesige Auswahl. Die Papiere, die Sie für den Fotodruck kaufen können, sind allesamt beschichtet, damit die Tinte nicht innerhalb des Papiers verläuft – daher sollten Sie auch nur ausgewiesene Inkjet-Fotopapiere zum Druck von Fotos verwenden.

Neben den üblichen Fotopapieren in glänzend, matt oder Halbglanz, gibt es extrem matte Papiere, Papiere mit glänzendem Metallic-Effekt und eine ganze Reihe von dickeren Papieren, teils mit strukturierten Oberflächen. Der Druck auf solchen besonderen Papieren fällt auch unter den Begriff »Fine-Art-Printing«.

Auf das Profil kommt es an

Als Anfänger sollten Sie zunächst die Papiere des Druckerherstellers wählen. Sowohl Canon als auch Epson – mehr Anbieter von Fotodruckern gibt es nicht mehr – bieten unter eigenem Namen eine Reihe von Fotopapieren an. Der Vorteil: Drucker, Papier und Tinte sind aufeinander abgestimmt und Sie können sofort loslegen.

Es gibt für jede Kombination von Drucker und Papier ein Farbprofil – eine kleine Datei, die Anweisungen enthält, wie der Drucker das Papier bedrucken muss, damit die Farben unverfälscht wirken. Bei der Installation des Druckertreibers werden die Profile für die Papiere des Druckerherstellers mit installiert – Sie müssen Sie nur noch auswählen, falls die Drucksoftware das nicht bereits automatisch erledigt hat.

Anders sieht es aus, wenn Sie Papiere von Fremdherstellern wählen: Dann müssen Sie die Profile selbst installieren und vor dem Druck auswählen. Profis erstellen solche Profile selbst, benötigen dafür aber ein teures Farbmessgerät. In fast allen Fällen reicht es aus, wenn Sie die Profile beim Papierhersteller herunterladen und installieren. Zumindest alle Premium-Papierproduzenten wie Hahnemühle, Ilford oder Canson stellen solche Profile kostenlos zum Download für alle gängigen Fotodrucker bereit.

Beim Drucken in Schwarzweiß benötigen Sie kein Farbprofil. Stellen Sie im Druckertreiber einfach: »Farbmanagement durch Drucker« oder »Schwarz-Weiß« ein. Das funktioniert fast immer ohne Qualitätsverlust und ist weniger anfällig für Farbstiche als der Druck mit Profil.

Diese Fotodrucker gibt es

Richtige Fotodrucker für Heimanwender gibt es aktuell nur noch von zwei Herstellern: von Canon und von Epson. Beide Hersteller haben günstige Geräte ab circa 200 Euro im Programm, die teuersten Drucker kosten bei beiden mehr als1000 Euro.

Tendenziell arbeiten die günstigeren Drucker mit den oben erwähnten Dye-Tinten, die ganz teuren mit Pigmenttinte. Wer nur die normalen Fotopapiere bis zu einer Größe von DIN A3 bedruckt, wird auch mit den günstigeren Druckern zufrieden sein. Den Druck von DIN A2, das Bedrucken von kräftigen Papieren und den Druck von einer Papierrolle gibt es nur bei teuren Druckern. Über WLAN verfügen alle aktuellen Fotodrucker, alternativ werden sie per USB an den Computer angeschlossen.

Darum können teure Drucker billiger sein

Ob Sie sich für Epson oder Canon entscheiden, spielt keine Rolle: Beide Hersteller verstehen ihr Geschäft. Das bedeutet nicht nur, dass Sie hochwertige Ausdrucke bekommen, sondern auch. dass Sie viel Geld für Tinte ausgeben werden. Als Faustregel gilt: Je günstiger der Drucker, desto teurer ist die Tinte.

Einzelne Patronen enthalten bei günstigen Druckern zwischen rund sieben und zwölf Millilitern Tinte, bei den großen, teuren Druckern sind bis zu etwa 80 Milliliter Tinte in einer Patrone. Da der Preis der Patronen nicht proportional zum Volumen steigt, drucken Sie mit den teuren Druckern langfristig günstiger. Das zeigt die Umrechnung auf einen fiktiven Literpreis: Der Inhalt der kleinen Patronen für die günstigeren Fotodrucker kostet teils mehr als 2000 Euro pro Liter, die Tinte für teure Geräte kostet rund 700 Euro pro Liter.

Wenn Sie jetzt einen Schreck bekommen haben: Mit einem Liter können Sie im Durchschnitt ein paar hundert sehr große Ausdrucke (DIN A2) anfertigen, bei kleineren Formaten vervielfältigt sich die erzielbare Anzahl der Ausdrucke entsprechend. Es gibt keine standardisierten Verfahren zur Ermittlung der Reichweite und Kosten einzelner Ausdrucke. Aber Sie können davon ausgehen, dass Sie für das Drucken eines Bogens DIN A3 (mit Rand) zwischen rund drei Euro (günstiger Drucker) und etwa 1,20 Euro (teurer Drucker) in Tinte investieren müssen. Dazu kommen die Kosten für das Papier.

Nimm keine Tinte von Fremden an

Während günstige Fremdtinte von Drittherstellern beim Bürodrucker und dem Druck von bunten Diagrammen oft gut funktioniert, sollte man so etwas bei Fotodruckern nur dann versuchen, wenn man viel Erfahrung hat und die Ausdrucke selbst mit einem Farbmessgerät vermessen kann. Der Grund: solche Tinten haben ein anderes Farbbild als die Originaltinte der Druckerhersteller. Die Fotos können farbstichig werden, wenn man nicht an die Tinte angepasste Profile verwendet. Diese müssen aber mühsam selbst (für jedes Papier!) erstellt werden. In der Regel lohnt sich dieser Aufwand für Heimanwender nicht.

Was »Mega«- und »Eco«-Drucker bringen

Beide Fotodrucker-Hersteller haben den Ärger der Kunden über teure Tinten erkannt und bieten mittlerweile Drucker an, die größere Tanks zum Nachfüllen aus recht günstigen Tintenflaschen besitzen. »MegaTank« heißt die Druckerserie bei Canon, »EcoTank« bei Epson.

Zunächst war das System nur für Bürodrucker verfügbar, aber beide Hersteller bieten jetzt auch Fotodrucker mit größeren Tintentanks an, die sich auch für Fotodruck eignen. Canon allerdings hat bisher nur MegaTank-Fotodrucker bis DIN A4 im Programm, bei Epson geht es auch bis DIN A3.

Die Drucke mit bis zu sechs Tinten sind gut und reichen für durchschnittliche Ansprüche aus. An die sehr gute Qualität der oben erwähnten Fotodrucker mit acht, zehn oder gar zwölf Tinten reichen die Eco- oder MegaTank-Geräte qualitativ aber nicht heran.