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15. Juli 2016, 08:52 Uhr

Fotografie-Extras

Wo Digicams Smartphones übertrumpfen

Mit schnellen Bildprozessoren, Smartphone-Apps und originellen Extras versuchen Hersteller von Fotoapparaten Smartphone-Kameras zu übertrumpfen. Wir zeigen fünf gelungene Beispiele.

Blende, Verschlusszeit, Brennweite - das waren mal die Lieblingsthemen von Hobbyfotografen. Heute diskutiert man eher über Smartphone-Apps, GPS oder Zeitrafferaufnahmen. Die Digitalkamera, die sich vor wenigen Jahren noch durch Automatikfunktionen und Effektfilter auszeichnete, wird zur universellen Bildermaschine.

Die Konkurrenz durch Foto-Handys zwingt Hersteller wie Nikon, Olympus oder Canon dazu, ihre Geräte aufzurüsten. Zum Beispiel mit originellen Funktion wie Live Composite von Olympus. Damit lassen sich nachts Gewitter mit beliebig vielen Blitzen einfangen oder Gemälde aus Licht malen.

Bei Panasonics Post-Fokus-Funktion legt der Fotograf erst nach der Aufnahme fest, welches Motiv scharf gestellt werden soll. Geotagging von Fotos mit GPS wirkt da fast schon wie ein alter Hut, ist aber immer noch nützlich.

Wir stellen fünf Digicams vor, die sich durch spannende Funktionen auszeichnen:

Fotos mit Geodaten: Olympus Tough TG-4

Die Olympus Tough TG-4 ist eine Outdoor-Kamera mit Features wie GPS, Kompass, Manometer, Barometer und WLAN.

Das GPS-Modul versieht die Fotos mit den Geodaten des jeweiligen Standorts. Schickt man die Fotos via WLAN aufs Smartphone und lädt sie dann in einen Online-Kartendienst wie Google Maps, Panoramio oder Flickr hoch, werden diese mithilfe der Geodaten automatisch auf einer Online-Landkarte angezeigt.


Sternenhimmel: Canon Powershot G5X

Die Astrofotografie ist ein anspruchsvolles Hobby. Fortgeschrittene Fotografen nutzen modifizierte Spiegelreflexkameras, spezielle Filter und Motoren, die die Erddrehung ausgleichen.

Wer keine so hohen Ansprüche stellt, kann das auch einfacher haben. Zum Beispiel mit Canons G5X, einer Kompaktkamera für knapp 800 Euro. Die passende Option findet sich im Szenenmodus. Bei den Nachtaufnahmen von Sternenhimmel verstärkt die Kameraelektronik das schwache Licht der Himmelskörper und produziert so schön funkelnde Sterne.


Nachträglich Scharfstellen: Panasonic Lumix DMC-TZ101

Fotografen legen den Fokus oft bewusst auf ein bestimmtes Motiv und lassen so andere Bildpartien in der Unschärfe verschwimmen. Bei Panasonics Reisekamera Lumix TZ101 entscheidet man erst nach dem Schnappschuss, was scharf sein soll und was nicht.

Beim Druck auf den Auslöser dreht die Lumix ein kurzes Video. Dabei zieht der Schärfe-Motor den Fokus einmal von vorne bis hinten durch. Im Wiedergabe-Modus erscheint das Video dann als Standbild. Per Touch-Bedienung oder mit Cursortasten markiert man das scharfzustellende Objekt.


Dauerverbindung zum Smartphone: Nikon Snapbridge

Nikons App Snapbridge baut eine kabellose Verbindung zwischen der Kamera und einem Mobilgerät auf. Jedes Foto wird von der Digicam automatisch auf das Smartphone übertragen. Ausprobieren kann man das beispielsweise mit der Einsteiger-Digicam Coolpix B500.

Die Bilder werden bei der Synchronisation verkleinert, beispielsweise auf 1920 x 1080 Pixel. Groß genug für gute Bildqualität, klein genug für flottes Hochladen. Für die Verbindung muss man Smartphone und Digicam aneinanderhalten und dann einen Code bestätigen.


Malen mit Licht: Olympus OM-D E-M5 Mark II

Die OM-D E-M5 Mark II ist eine Kamera für technische versierte Fotografen. Zu den Highlights gehört das Feature Live Composite. Die Olympus knipst bei Nachtaufnahmen viele Bilder hintereinander und setzt diese dann zusammen. Der Hintergrund bleibt dabei dunkel, es werden lediglich neue Lichtquellen hinzugefügt.

So fotografiert man Unwetter mit vielen Blitzen, prächtige Feuerwerke oder malt mit Leuchtstäben Gemälde aus Licht. Die Funktion findet sich auf dem Programmwahlrad unter "M" für manuelle Belichtung.

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