Apple-Zulieferer Foxconn will Arbeiter durch Roboter ersetzen

Die nächsten iPad- und iPhone-Generationen werden möglicherweise nicht mehr von Menschen montiert. Berichten aus China zufolge macht Zulieferer Foxconn Ernst und ersetzt einen Teil seiner Millionenbelegschaft durch Zehntausende Roboter.
Roboter (Symbolbild): Sollen Elektronikfertigung teilweise automatisieren

Roboter (Symbolbild): Sollen Elektronikfertigung teilweise automatisieren

Foto: DPA

Foxconn, Chinas größter privater Arbeitgeber und weltweit einer der größten Zulieferer im Hightech-Bereich, will demnächst mit dem Einsatz von Produktionsrobotern beginnen. Die Maschinen sollen in Fertigungsstraßen Geräte montieren, die in einer Reihe von Fabriken in China hergestellt werden. Wie "IT Home" berichtet, hat Unternehmenschef Terry Gou auf der jährlichen Aktionärsversammlung der Foxconn-Muttergesellschaft Hon Hai verkündet, die letzte Testphase sei abgeschlossen. In Bälde sollten 10.000 Fertigungsroboter  zu einem Stückpreis von etwa 20.000 bis 25.000 Dollar angeschafft werden.

Als erster Großkunde werde Apple in den Genuss der Technisierung kommen. Die neuen Roboter, die laut Gou derzeit in der abschließenden Testphase seien, sollen unter anderem iPads und das kommende iPhone 6 zusammensetzen.

Bei der Entwicklung der Foxbots könnte Apple mit Foxconn zusammengearbeitet haben. "Business Insider" weist auf Apples Jahresbericht von 2013  hin, in dem unter anderem die Investition von 10,5 Milliarden Dollar für "fortgeschrittene Zuliefertechnik" ausgewiesen werden. Ein Teil dieser Summe sei direkt in weiterentwickelte Maschinenteile gegangen, darunter auch Fertigungsroboter .

Die geplante Anschaffung von 10.000 Geräten sei dabei nur der Anfang, später könnten noch weitere in den Fabriken eingesetzt werden. Tatsächlich gehen die erstmals 2011 angekündigten Automatisierungspläne der Taiwaner noch viel weiter. Damals meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, Foxconn wolle im Verlauf der folgenden drei Jahre eine Million Industrieroboter anschaffen. Das Unternehmen wolle mit den Maschinen einen Teil seiner 1,2 Millionen Beschäftigten ersetzen.

Zuvor hatte der Konzern vor allem wegen der Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken im Zentrum der Aufmerksamkeit gestanden. Binnen weniger Monate hatten sich 2010 mehrere Angestellte das Leben genommen. Als Gründe für die vielen Selbstmorde wurden lange Arbeitszeiten, hoher Druck, niedrige Bezahlung, strenge Disziplin und schlechte Behandlung durch Vorgesetzte vermutet.

meu