Schutz für Frauen Indien will Notruftaste auf Handys vorschreiben

Mobiltelefone müssen in Indien ab 2017 mit einem Panikknopf ausgerüstet sein. Die neue Vorschrift soll helfen, Frauen vor Übergriffen zu schützen.

Paniktaste in der iOS-App Panic SOS
OMG Productions

Paniktaste in der iOS-App Panic SOS


Ab dem 1. Januar 2017 müssen Handys, die in Indien verkauft werden, über einen Panik-Button verfügen. Telekommunikationsminister Ravi Shankar Prasad habe eine entsprechende Anordnung unterzeichnet, berichtet "The Indian Express".

Demnach sollen herkömmliche Handys, die über eine physische Tastatur bedient werden, ab 2017 einen Notruf absetzen, sobald die Tasten "5" oder "9" länger gedrückt werden. Ein Jahr später soll zudem ein GPS-Empfänger Pflicht werden, der zugleich mit dem Notruf die Position des Handys übermittelt.

Mit der neuen Zwangsfunktion soll vor allem Frauen die Möglichkeit gegeben werden, schneller und zuverlässiger als bisher Hilfe zu rufen, wenn sie in eine Notsituation kommen.

Vier Vergewaltigungen pro Stunde

Seit 2012 sechs Männer eine 23 Jahre alte Studentin in einem Bus brutal mehrfach vergewaltigt hatten, bekommen Meldungen über sexuelle Übergriffe in Indien vermehrt Aufmerksamkeit. Zwar wurde das Strafrecht verschärft und in einigen Fällen wurden auch Todesstrafen ausgesprochen, beseitigt worden ist das Problem dadurch jedoch nicht. Erst im März soll ein 20-Jähriger eine 15-Jährige zuerst vergewaltigt und dann angezündet haben, weil sie ihn nicht heiraten wollte.

Dem Finanzdienst "Bloomberg" zufolge werden in dem bevölkerungsreichen Land durchschnittliche vier Vergewaltigungen pro Stunden gemeldet. Zugleich sei die Polizeipräsenz im weltweiten Vergleich extrem niedrig.

Dreimal schnell drücken

Neben Handys mit Tastatur seien auch Smartphones von der neuen Vorschrift betroffen, meldet das Blog "9to5mac". Diese müssten entweder mit einer dedizierten Notruftaste ausgerüstet werden oder die Notruffunktion über die Einschalttaste auslösen können. Demnach soll es ausreichen, die Einschalttaste dreimal kurz nacheinander zu drücken, um einen Notruf zu senden.

Hersteller wie Apple und Samsung könnten eine solche Funktion per Software integrieren und werden das wahrscheinlich auch tun. Denn das Schwellenland Indien ist mit mehr als einer Milliarde Einwohnern einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für Handyhersteller.

Unklar ist derzeit allerdings noch, wie genau der per Paniktaste ausgelöste Notruf funktionieren soll. Derzeit gibt es in Indien nicht einmal eine einheitliche Notrufnummer. Die soll erst im Laufe des Jahres eingeführt werden. Außerdem ist unklar, ob und wie schnell Frauen in Indien tatsächlich Hilfe bekommen, sollten sie einmal den Panikknopf verwenden.

mak



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Kometenhafte_Knalltüte 26.04.2016
1. ...
Ahja, und wie soll dieses "technische Mittel" das "gesellschaftliche Problem" lösen? "So, hier, ihr Frauen, wir tun was für euch. Ihr habt jetzt einen Knopf, den ihr drücken dürft!" Aber unsere Ansichten über euch, das ihr Freiwild seid, solange ihr nicht verheiratet seid, ändern wir in unserer "Männer-sind-wertvoller"-Gesellschaft nicht! Langfristig wird das doch eh wieder ins Gegenteil verquert: "Ey, die Frau hat NICHT die Notruftaste gedrückt, sie wollte vergewaltigt werden!" Und nebenbei gibt's tausendfach Fehlalarme, oder wie will man verhindern, das eine haptische Taste in der Hosentasche unbemerkt nicht dauerhaft gedrückt bleibt?
silverhair 26.04.2016
2. So einfach ist das nicht
Zitat von Kometenhafte_KnalltüteAhja, und wie soll dieses "technische Mittel" das "gesellschaftliche Problem" lösen? "So, hier, ihr Frauen, wir tun was für euch. Ihr habt jetzt einen Knopf, den ihr drücken dürft!" Aber unsere Ansichten über euch, das ihr Freiwild seid, solange ihr nicht verheiratet seid, ändern wir in unserer "Männer-sind-wertvoller"-Gesellschaft nicht! Langfristig wird das doch eh wieder ins Gegenteil verquert: "Ey, die Frau hat NICHT die Notruftaste gedrückt, sie wollte vergewaltigt werden!" Und nebenbei gibt's tausendfach Fehlalarme, oder wie will man verhindern, das eine haptische Taste in der Hosentasche unbemerkt nicht dauerhaft gedrückt bleibt?
Sie werden bestimmte Probleme sicherlich nie per Gesetz oder "gesellschaftlich" lösen können, weil auf dieser Ebene funktioniert der Mensch nicht. Bestimmte Handlungen, dazu gehören auch Sex sind abermillionen Jahre alt, von der Evolution implementiert worden lange bevor ein paar Menschen über diesen Planeten liefen, und der Unsinn der Philosophen, das der Mensch ein "Rationales Wesen" sei hat sich inzwischen schlicht erledigt .. er ist des definitiv nicht, und 95% seiner Handlungen werden mit absoluter sicherheit weder vom Neokortex noch von irgendwelchen Gesetzen oder grossartigen Regeln gesteuert oder gebremst! Deshalb hilft nur ein extrem langfristig, über Generationen hinein eintrainieren von positiven Verhaltensregeln .. keine Verbote und keine Polizei, sondern nur der erfahrbare Nützliche Vorteil eines gleichberechtigten handeln. Und kreiden sie nicht anderen Ländern an was sie selber tun. Gut 1/3 aller Frauen berichten davon das sie von ihren Verwandten , Eltern, Ehemännern oder Brüdern vergewaltigt wurden .. kurz der dt. Mann vergewaltigt auch die dt. Frauen .. da ist insoweit kein Unterschied zu sehen, ausser das dieses in der Westlichen Gesellschaft mehr oder weniger Vertuscht wird, und angeblich immer nur die anderen die bösen sind! Es ist prinziell falsch solche, grundlegend in der Evolution der Lebewesen liegenden Handlungen auf ein "das ist doch rational/moralisch" verwerflich herunter ziehen zu wollen .. die Evolution hat weder Moral noch Rationalität zum Ziel gehabt, sondern überleben und fortpflanzung .. volkommen unabhängi was da ein paar Religionen, Philsophen und Gesetz geber zu meinten!
Der Pinscher 26.04.2016
3. Ach...
... hätten Sie nur geschwiegen, Silverhair, man hätte auch weiter von Ihrer Vernunftbegabung ausgehen können.
kjartan75 26.04.2016
4.
Es ist bestürzend, dass eine Frau solchen Bedrohungen ausgesetzt ist in einer Gesellschaft, dass solche Mittel notwendig sind. Und in Deutschland sagt man leider nur allzu oft, dass die Unterdrückung der Frau einfach Feministengequatsche sei. Sie ist leider in Indien alltäglich, wie auch in islamisch geprägten Ländern....und auch in christlichen Ländern, das wird allzu gerne verschwiegen. (Dabei mischt übrigens der katholische Kirche hochoffiziell mit, dass sie allein den Zugang der Frauen in bestimmte Positionen gar nicht erst zugelassen wird.)
Sponatiker 26.04.2016
5. Eine Schande
.... wie gegen indische Männer gehetzt wird. Es ahben in Indien jetzt ein paar verrückte Feminsiten das Ruder übernommen und stellen es so dar als wären frauen in indien unter großer gefahr. Die ausländischen Meiden verbreiten die Nachricht weiter, dabei stimmt es überhaupt nicht. Wie alles was Feminsiten so verbreiten. Auch in Indien, wie in jedem Land, sind in erster Linie Männer gefährdet, doch damit lässt sich nun mal keine Politik machen und erst recht werden solche Nachrichten bei en feministischen medien behandelt.
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