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Hotspot, Airplay, Live-TV: Software-Update für iPhone, iPad und iPod

Frühstart für iOS 4.3 Apple bringt iPhones das Funknetz-Teilen bei

Das neue iOS ist schon da: Zwei Tage vor dem angekündigten Datum hat Apple sein mobiles Betriebssystem in der Version 4.3 veröffentlicht. Das Update für iPhones, iPads und iPods ist optisch unauffällig - dafür lässt sich das Smartphone nun als W-Lan-Hotspot nutzen.

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Normalerweise kann man sich darauf verlassen, dass selbstgesetzte Termine einhält - beim iOS 4.3 war das nicht der Fall. Eigentlich hätte das Betriebssystem-Update für , touch und am 11. März herauskommen sollen. Nun aber hat der US-Konzern einen Frühstart hingelegt, die Software fast zwei Tage eher als geplant freigegeben.

Anwender kann das freuen, weil sie ein paar neue Funktionen nutzen und von ein paar allgemeinen Verbesserungen profitieren können. Einige Geschäftemacher wird das hingegen ärgern: Im Vorfeld der allgemeinen Veröffentlichung hatte es im Netz Angebote zum Kauf der Vorabversion der Software gegeben. Gegen Gebühr konnte man sich die an Software-Entwickler verteilte Beta-Version zuschicken lassen.

Dabei hat das Update auf den ersten Blick wenig Neues zu bieten. Das Betriebssystem sieht nicht anders aus als zuvor und fühlt sich nicht anders an. Aber das ist auch nicht der Sinn dieses Updates. In erster Linie dient es dazu, das System an das iPad2 anzupassen, das ab Freitag in den USA und zwei Wochen später, am 25. März, bei uns in den Handel kommt. Außerdem gleicht es Unterschiede zwischen den derzeit kursierenden iOS-Versionen aus.

Fünf Euro für einen Hotspot

Denn mit der Einführung des iPhone beim US-Netzbetreiber Verizon hielt ein neues Feature im Apple-Handy Einzug, das bisher nur Verizon-Kunden nutzen konnten: der persönliche Hotspot. Android-User können darüber nur grinsen, für sie ist eine solche Funktion längst Standard. Nun lässt sich die Datenverbindung des iPhones endlich auch anderen Geräten zur Verfügung stellen, entweder drahtlos per Bluetooth und W-Lan oder via USB-Kabel.

Allerdings nur mit dem richtigen Tarif: Wer beispielsweise einen älteren iPhone-Vertrag bei der Telekom hat, muss die entsprechende Option für fünf Euro pro Monat hinzubuchen. In den aktuellen Verträgen, etwa von Telekom und Vodafone, ist die Funktion bereits seit Monaten freigeschaltet.

Die zweite große Neuheit in iOS 4.3 ist die Möglichkeit, Musik, Videos und Fotos, die man in iTunes auf seinem Rechner gespeichert hat, drahtlos auf i-Geräten abzuspielen. Man kann also beispielsweise einen gerade via iTunes gekauften Song sofort mit seinem iPod via W-Lan anhören, ohne dass man den iPod erst mit dem Rechner synchronisieren müsste. Für Besitzer eines Apple TV gibt es jetzt außerdem die Möglichkeit, Fotos und Videos, die man gerade erst per iPhone, iPod touch oder iPad2 aufgenommen hat, ohne Kabelverbindung am Fernseher anzuschauen.

Diese Erweiterung der Airplay-Technik soll auch von Drittanbietern verwendet werden können. Auf diese Weise könnte man künftig beispielsweise iPhone-Spiele auf dem TV spielen, während das Handy selbst nur noch als Gamecontroller dient.

Browser-Beschleunigung

Für einige Anwender im Alltag wichtiger könnte allerdings die Möglichkeit sein, die Funktion des seitlich angebrachten Schiebeschalters selbst bestimmen zu können. Ursprünglich diente er dazu, die Rotation des Bildschirms zu verhindern, was beispielsweise beim Lesen im Liegen nützlich war. Seit iOS 4 war er aber zum Stummschalter umgemünzt worden. Ab jetzt kann jeder selbst entscheiden, welche der beiden Funktionen der Schalter für ihn haben soll.

Die übrigen Änderungen fallen weniger auffällig aus. Am deutlichsten könnte sich da noch die neue, verbesserte JavaScript-Verarbeitung im Webbrowser Safari bemerkbar machen. Teilweise doppelt so schnell wie zuvor soll der Browser vor allem interaktive Seiten anzeigen. Den JavaScript-Benchmark Sunspider 0.9.1 arbeitet ein iPhone 4 unter iOS 4.3 in 4156 Millisekunden ab. Zuvor hatte dasselbe Gerät für den Test gut 10.000 Millisekunden gebraucht.

Apple-TV wird zur Games-Konsole

Apple-TV-Besitzer, die ebenfalls die neue Software auf ihr Gerät laden können, werden von den neuen Funktionen nichts bemerken. Dass sich auch für sie einiges geändert hat, spüren hier nur einige Anwender. Beispielsweise jene, die das Gerät mit einem Sony-TV benutzen. Ersten Berichten zufolge funktioniert bei einer solchen Kombination nun endlich die Kommunikation der Geräte über das HDMI-Kabel fehlerfrei.

Vor allem aber hatten jene Recht, die vermuteten, mit dem Update werde Apple TV zur Spielkonsole. So ist es tatsächlich, aber anders als erwartet. Denn der Begriff "Games", der in Vorabversionen von iOS 4.3 gefunden wurde, bezog sich darauf, dass sich via Apple TV jetzt Spiele der NBA (National Basketball Association) und der MLB (Major League Baseball) anschauen lassen - live und gegen Gebühr, zumindest in den USA.

Auswirkungen auf den deutschen Markt hat das vorerst nicht, aber es ist ein erster Schritt von Apple, Live-TV übers Internet ins Wohnzimmer zu bringen.

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