Gadget-Messe Ceatec Einradrobbis, 3D ohne Brille und scharfe Androiden

Toshiba macht den Nerd-Traum wahr und stellt einen 3-D-Fernseher vor, der ohne Brille funktioniert. Das Gerät ist das Highlight auf Japans Technikmesse Ceatec -  der es auch sonst nicht an Aufsehen erregenden Hightech-Gadgets mangelt.

AFP

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Kennen Sie die Ceatec? Wenn nicht, geht es Ihnen wie den meisten Technikinteressierten. Eigentlich ist das so schade wie verwunderlich: Schließlich ist die Combined Exhibition of Advanced Technologies - so heißt die Ceatec mit vollem Namen - Japans größte Elektronikmesse. Sie ist quasi das Gegenstück zur CES in Amerika und zu Cebit und Ifa in Deutschland. Alles, was im Bereich Unterhaltungselektronik und Computertechnik in Japan einen Namen hat, trifft sich hier, stellt hier aus, kündigt hier die Highlights für das Weihnachtsgeschäft an - so auch in diesem Jahr.

Die Schlagzeilen in Japan sicherte sich am Vortag der Messeeröffnung Toshiba. Auf einer Pressekonferenz am Montag kündigte der Konzern die ersten Fernseher an, die 3D ohne Brille ermöglichen. Gezeigt wurden solche Geräte schon öfter und auch von verschiedenen Firmen. Auf der Ifa beispielsweise ließ Philips so ein Gerät bestaunen. Bisher aber hatten solche Exponate stets Prototypstatus. Eine Markteinführung hatte niemand geplant - bis jetzt.

Denn Toshiba will seine 3-D-Geräte tatsächlich nicht nur zeigen, sondern auch verkaufen. Kurz vor dem Jahreswechsel sollen die ersten beiden Modelle der Regza GL1 genannten Baureihe in den Handel kommen. Allerdings nur in Japan und auch dort zu einem Preis, der offenbar so exorbitant hoch ist, dass sich der Hersteller bisher nicht traut, ihn zu verraten. Nur, dass die verwendete Technik neun parallel zueinander verschobene Bilder erzeugt, so dass man aus jedem beliebigen Blickwinkel ein räumliches Bild erblickt, erklärte das Unternehmen.

Für den Kinoabend mit Freunden im 200-Quadratmeter-Loft sind Toshibas neue 3-D-Fernseher trotzdem nicht geeignet, dafür sind sie schlicht zu klein. Das Einstiegsmodell, der 12GL1, bietet mit 12 Zoll eine Bildfläche, die der kleiner Netbooks entspricht. Das Highend-Modell 20GL1 hat immerhin eine Diagonale von 20 Zoll, fällt in einem großen Wohnzimmer aber trotzdem vor allem durch den massiven Standfuß auf, mit dem er offenbar ausgeliefert wird. Beiden gemein ist die enorm hohe Bildschirmauflösung, über die sie verfügen, um den 3-D-Effekt zu erzeugen. Viermal höher als bei Full-HD-Fernsehern soll sie sein.

Androiden mit scharfen Displays

Mit vielen Pixeln protzt auch Sharp, und das zu Recht. Auf der Ceatec stellt der hierzulande für seine TV-Geräte bekannte Hersteller ein neues Android-Handy vor, das sich vor allem durch seinen Bildschirm von der Masse abhebt. Dessen Auflösung beträgt, genau wie bei Apples iPhone 4, 960 x 640 Pixel. Als Retina Display, so wie Apple, betitelt Sharp sein Bildschirmchen trotzdem nicht. Ein weiser Zug, angesichts der Schlagkraft von Apples Rechtsabteilung. Als nettes Goodie stopft Sharp noch eine 9,6-Megapixel-Digicam mit in das schlanke Gehäuse.

Dass Handy-Käufer derzeit aber besonders auf die Bildschirme ihrer Neuerwerbungen zu achten scheinen, zeigen auch die Geräte, mit denen Fujitsu und TDK Interessenten auf ihre Messestände locken. TDK schießt dabei den Vogel ab, indem es gleich zwei Bildschirme einbaut, die jeweils die Auflösung von Apples Retina Display besitzen und miteinander gekoppelt sind. Wie cool das aussieht, haben die Blogger von Akihabara News im Video festgehalten.

Fujitsu Dual Touchscreen Phone from HIC Network on Vimeo.

Doch Fernseher und Smartphones sind nicht das Einzige, worum es auf der Ceatec geht. Was es sonst noch so auf dem Gelände der Makuhari-Messe am Stadtrand Tokios zu bestaunen gibt, können Sie in unserer Bilderstrecke sehen. Auf den Weihnachtswunschzettel sollte man von diesen Gadgets aber lieber keines aufnehmen, viele Highlights der Ceatec sind ausschließlich für den japanischen Markt konzipiert - was man ihnen oft auch ansieht.

mak



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