Galaxy Fold Samsungs Falt-Smartphone patzt bei US-Tester

Das geht gar nicht gut los: Kurz vor dem Verkaufsstart in den USA berichtet ein Hightech-Magazin, von erneuten Problemen mit Samsungs Falt-Smartphone Galaxy Fold.
Die neue Version des Galaxy Fold, wie Samsung sie auf der Berliner Technik-Messe Ifa gezeigt hat

Die neue Version des Galaxy Fold, wie Samsung sie auf der Berliner Technik-Messe Ifa gezeigt hat

Foto: Hannibal Hanschke/ REUTERS

Noch ist es nur ein Einzelfall und bei Samsung wird man hoffen, dass es so bleibt. Doch der Bericht, den Handyexperte Brian Heater von "Techcrunch " am Donnerstag veröffentlicht hat, lässt zunächst nichts Gutes vermuten. Denn Heater beschriebt, dass sein Testgerät des neuen Galaxy Fold schon nach nur einem Tag einen Displayfehler aufwies.

Für Samsungs Manager dürfte diese Meldung mehr als bloß eine Schrecksekunde ausgelöst haben. Zur Erinnerung: Die Koreaner hatten das innovative Gerät Anfang des Jahres angekündigt, im April konnten wir es zum ersten Mal ein paar Stunden lang unter Aufsicht ausprobieren und waren damals sehr angetan.

Einige der US-Redakteure, die das Galaxy Fold wenig später tatsächlich zum Testen geliefert bekamen, berichteten dann jedoch, die Bildschirme ihrer Geräte seien nach wenigen Tagen kaputtgegangen. Samsung reagierte sofort, verschob den Einführungstermin auf unbestimmte Zeit.

Die Reparaturfirma iFixit machte das mechanisch komplizierte Innenleben des Galaxy Fold sichtbar

Die Reparaturfirma iFixit machte das mechanisch komplizierte Innenleben des Galaxy Fold sichtbar

Foto: iFixit

Diese Zeit sollte nun eigentlich abgelaufen sein. Auf der Ifa in Berlin zeigte das Unternehmen eine überarbeitete Version des Falthandys, die robuster und weniger schmutzanfällig sein soll. Zugleich wurde der Preis von sowieso schon selbstbewussten 2000 Euro auf 2100 Euro angehoben, weil nun immer auch ein 5G-Chip eingebaut wird. Die Markteinführung in Deutschland wurde für den 18. September angekündigt - und später ohne Angabe von Gründen erneut verschoben.

Für die USA ist der Verkaufsbeginn unterdessen für Freitag, den 27. September, vorgesehen, im Onlineshop der Handelskette Best Buy ist es zu einem Preis von 1929,99 Dollar bestellbar. Pünktlich zu diesem Termin wollte Techcrunch einen Testbericht auf der Seite haben.

Ein bunter amorpher Klecks

Dann aber entdeckte Brian Heater auf dem Falt-Display etwas, das er als "hellbunten amorphen Klecks" bezeichnet. Auf seinen Fotos ist der Fehler nur schwer zu erkennen, sieht wie eine Ansammlung von Pixelstörungen aus. Für ein Gerät, das mehr als 2000 Euro kostet, das nagelneu ist und dessen Konstruktion der Hersteller gerade erst überarbeitet hat, ist es ein nicht hinnehmbarer Fauxpas.

Für Heater, dessen erstes Testgerät im April ihm keine Probleme machte, ist das natürlich ein Rückschlag, aus seinem Testbericht wird nun nichts. Noch größer dürfte der Rückschlag allerdings für Samsung sein. Das Unternehmen hat Heaters Testgerät sofort abholen und zur Untersuchung nach Korea bringen lassen.

Umgangsregeln für Falthandy-Nutzer

Dass der Konzern bezüglich seines Falt-Smartphones nicht mehr ganz so selbstbewusst ist, wie noch vor einigen Monaten, hatte sich schon früher angedeutet. Zum einen veröffentlichte Samsung vor Kurzem ein Video, in dem erklärt wird, wie man mit einem Galaxy Fold umzugehen habe . Man solle den Polymer-Bildschirm nur sanft berühren, Staub und Wasser vom Scharnier fernhalten, heißt es darin unter anderem.

Zum anderen kündigte der Konzern an, Fold-Besitzer könnten den Bildschirm bei etwaigen Defekten einmal zu einem Sonderpreis von 149 Dollar austauschen lassen. Für ein derart kompliziertes Display ist das ein Schnäppchenpreis. Was ein weiterer Display-Tausch kosten würde, ist unklar.

Fotostrecke

Faltbares Smartphone: Das ist Samsungs Galaxy Fold

Foto: SPIEGEL ONLINE

Anmerkung der Redaktion: Ursprünglich hieß es in diesem Text, das unklar sein, wann das Galaxy Fold in Deutschland in den Handel kommt. Tatsächlich wird es von Samsung bereits in limitierter Stückzahl zum Kauf angeboten.