Galaxy Z Fold2 5G Bei Samsung soll es wieder klappen

Der koreanische Konzern hat am Dienstag sein drittes faltbares Smartphone vorgestellt. Besser soll es geworden sein, billiger aber nicht.
Das halb aufgeklappte Z Fold2 5G

Das halb aufgeklappte Z Fold2 5G

Foto: Samsung

Vor mehr als einem Jahr hat Samsung sein erstes faltbares Smartphone vorgestellt, das Galaxy Fold. So beeindruckend das neue Konzept anfangs war - außen ein kleiner Bildschirm, innen ein ganz großer - so schnell gab es Ärger: Kaum waren die ersten Testgeräte verteilt, berichteten Tester von kaputten Displays, Bildstörungen und knarzenden Scharnieren.

Samsung reagierte schnell und verschob den Verkaufsstart mehrmals, bis im Herbst eine verbesserte Version erschien, die uns im Test sehr gut gefiel, aber noch einige Verbesserungen brauchte, vor allem am Scharnier und am Bildschirm.

In diesem Frühjahr legte Samsung nach, präsentierte das Galaxy Z Flip, dessen Bildschirm statt aus Kunststoff aus einem elastischen Glas-Kunststoff-Gemisch war, was besser aussieht und sich besser anfühlt. Auch das Scharnier hatten die Ingenieure überarbeitet, man konnte es jetzt in fast jeder beliebigen Position arretieren, statt es nur auf- oder zuzuklappen.

Mit dem Galaxy Z Fold2 5G bringt der koreanische Konzern nun eine Kombination dieser beiden Klapphandys auf den Markt: Es basiert auf dem Konzept und der ungefähren Größe des Galaxy Fold, hat aber ein Kunststoff-Glas-Display wie das Z Flip und ein Scharnier, mit dem man es stufenlos aufklappen kann. Damit ist das Z Fold2 5G ein Drei-in-eins-Gadget: Von außen ein Smartphone, voll aufgeklappt ein kleines Tablet, und wenn man den Bildschirm angewinkelt aufstellt wahlweise ein Mini-Notebook oder ein halb automatischer Kameramann.

Denn wenn man das Klapphandy im Videomodus halb geöffnet aufstellt, kann man sich selbst vor die Kamera stellen, die einen auf Wunsch bei allen Bewegungen verfolgt. Wandert man nach rechts aus dem Bild, zieht der Fokus nach, entfernt man sich vom Handy, zoomt sie automatisch hinterher. Zumindest verspricht Samsung das. Wie gut das funktioniert, gilt es auszuprobieren, sobald ein Testgerät verfügbar ist.

Das hat sich nicht geändert: Zusammengeklappt bleibt immer ein Spalt zwischen den Gehäusehälften offen

Das hat sich nicht geändert: Zusammengeklappt bleibt immer ein Spalt zwischen den Gehäusehälften offen

Foto:

Samsung

Nutzt man entsprechend angepasste Apps, wie etwa Samsungs E-Mail-App, kann man im "Notebook-Modus" den unteren Teil des Bildschirms als Tastatur nutzen, während auf dem oberen der eingetippte Text erscheint. Das klingt sehr praktisch, ob es wirklich nützlich ist, hängt davon ab, wie viele Apps diese Funktion unterstützen werden. Samsung spricht davon, dass Google und Microsoft ihre Apps für das Z Fold2 5G umgebaut haben.

Glas statt Plastik

Der innen liegende Bildschirm ist einen Hauch größer geworden, misst nun 7,5 statt 7,3 Zoll und hat einen sehr schmalen Rahmen. Vor allem aber hat das Z Fold2 5G den störenden Kameraaufbau für Selfies rechts oben im Innendisplay des Galaxy Fold nicht übernommen. Stattdessen steckt dort nun eine unauffälligere Punch-Hole-Kamera mit immerhin zehn Megapixeln.

Die Bildwiederholrate kann auf bis zu 120 Hertz eingestellt werden, um Scrollbewegungen und Spiele flüssiger ablaufen zu lassen. Das Glas-Kunststoff-Gemisch des Displays fühle sich zudem besser an als das Plastikdisplay des Vorläufers, sagt Samsung. Hoffentlich ist dadurch auch der Knick in der Mitte nicht mehr so deutlich sichtbar.

Viel auffälliger ist aber sowieso die Veränderung des äußeren Displays, das von mickrigen 4,6 auf lang gestreckte 6,2 Zoll angewachsen ist. Das dürfte einerseits hilfreich sein, wenn man das Z Fold2 5G wie ein normales Smartphone, also zugeklappt, benutzen will. Zum anderen kann man den Bildschirm bei Porträtaufnahmen aktivieren, um der oder dem Fotografierten zu zeigen, wie sie oder er auf dem Foto aussehen wird.

Neben der innen liegenden Selfiekamera verfügt das Z Fold2 5G vorn an der Außenseite über eine weitere Zehn-Megapixel-Selfiekamera. Auf der Rückseite prangt ein Dreifachkamera-Arrangement, das wirkt, als wäre es direkt aus dem Galaxy Note 20 herausgeschnitten worden. In einem deutlich aus dem Gehäuse hervorstehenden Aufbau stecken eine Weitwinkel-, eine Ultraweitwinkel- und eine Telekamera mit jeweils zwölf Megapixeln.

Das Kameratripel im Rücken wirkt, als hätte man es aus einem Note 20 herausgeschnitten

Das Kameratripel im Rücken wirkt, als hätte man es aus einem Note 20 herausgeschnitten

Foto:

Samsung

Was sich bei all dem nicht spürbar geändert hat, ist der Preis: Knapp 2000 Euro verlangt Samsung für das Galaxy Z Fold2 5G mit zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 GB Massenspeicher. Dass Samsung einen solchen Preis aufrufen kann, hat nicht nur mit dem komplizierten Bildschirm und der umfangreichen Ausstattung - 5G, Wifi 6, Ultra Wide Band - zu tun, sondern auch mit der Quasi-Monopolstellung, die der Konzern als derzeit einziger Anbieter von massentauglichen Klapp-Smartphones (mit Google-Apps) innehat. Wo keine Konkurrenz droht, kann man verlangen, was man will.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Aber das wird nicht lange so bleiben. Gerade erst hat Microsoft mit dem Surface Duo ein sehr interessantes Mobilgerät mit Doppelbildschirm vorgestellt, das mit 1400 Dollar zwar nicht billig, aber doch deutlich günstiger als ein Galaxy Z Fold2 5G ist. Allerdings ist noch unklar, wann man es in Deutschland wird kaufen können. In den USA kommt es am 10. September in die Läden.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.