Google-Betriebssystem Android-Lücke gibt Apps Zugriff auf gespeicherte Fotos

Fotos kopieren ohne Zustimmung: Googles Betriebssystem Android erlaubt App-Entwicklern theoretisch Zugriff auf alle auf dem Gerät gespeicherten Fotos, ohne dass die Besitzer dem zustimmen.
Android-Symbol: Googles Betriebssystem hat eine Sicherheitslücke

Android-Symbol: Googles Betriebssystem hat eine Sicherheitslücke

Foto: MANU FERNANDEZ/ AP

Fotos in Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android sind nicht vor einem unberechtigten Zugriff geschützt. Die "New York Times " berichtet, dass sämtliche Android-Programme ohne Rückfrage beim Nutzer auf alle gespeicherten Fotos zugreifen und sie auch zum Beispiel auf einen entfernten Server kopieren können. Einzige Voraussetzung ist, dass den Apps die Verbindung zum Internet erlaubt wurde.

Ein Google-Sprecher bestätigte dies der "New York Times" und erklärte, es sei eine Entscheidung aus den frühen Android-Tagen gewesen, als Daten extern gespeichert und dadurch schwerer zugänglich gewesen seien. Man erwäge, dies zu ändern.

Der Sprecher verwies darauf, dass Google bei Anwendungen im Android-Softwareladen ein Sicherheitssystem nutze, das Apps auf versteckte Eigenschaften prüfe. Dies geschieht allerdings erst nach der Veröffentlichung, nicht vorab.

Google hatte sich Ende Februar zusammen mit anderen Betreibern von App Stores wie Apple und Microsoft verpflichtet, die Datenschutzstandards zu verbessern. In der Selbstverpflichtungserklärung sichern die Unternehmen zu, Nutzer sollten in Zukunft von Anwendungen darüber informiert werden, welche Informationen die Programme sammeln, übertragen und wie diese verwendet werden.

Ein Google-Sprecher hatte damals die Sicherheitsstandards des Unternehmens gelobt : "Von Anfang an hatte Android ein führendes System zur Information und Autorisierung. Nutzer werden von der Installation eines Programms darüber informiert, auf welche Daten es zugreifen kann - dem müssen Nutzer zustimmen."

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Anwendungen auf iPhones und iPads Zugriff auf Fotos der Nutzer haben, ohne dass dafür eine explizite Zustimmung eingeholt wird. Erhält eine iOS-basierte App den Zugang zu Lokalisierungsdaten des Geräts, dann ist sie außerdem imstande, den kompletten Fotobestand zu kopieren und an einen Server weiterzuleiten. Nur einmal würde in solchen Fällen ein Pop-up über den Zugriff auf "auch in Fotos gespeicherten Geo-Informationen" Auskunft geben.

lis/dpa
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