Glass Google verkauft seine Datenbrille in den USA

Bislang war es aufwendig, an Googles Datenbrille zu kommen, nun gehen einige Brillen in den freien Verkauf. Für 1500 Dollar können sich Amerikaner ein Exemplar sichern, vorausgesetzt, sie sind schnell genug.

Google Glass: Umstrittenes Gadget für 1500 Dollar
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Google Glass: Umstrittenes Gadget für 1500 Dollar


San Francisco - Google bietet seine Datenbrille Glass ab Dienstag erstmals im freien Verkauf an: Jeder Einwohner der USA kann sich ein Exemplar sichern, wenn er denn schnell genug ist, heißt es

in einem Posting auf Google+

des Unternehmens. Bislang musste man sich um den Kauf der Brille bewerben oder von Freunden zur Teilnahme am sogenannten Explorer-Programm eingeladen werden.

Wie bei den letzten Verkaufsrunden wird Google Glass 1500 Dollar plus Steuern kosten, umgerechnet 1100 Euro. Die Brillen sollen vom 15. April an für einen begrenzten Zeitraum über die Google-Internetseiten vertrieben werden. Wie viele Brillen in den freien Verkauf gehen, hat Google nicht bekanntgegeben.

Mit der am Donnerstag angekündigten Aktion macht das Unternehmen den nächsten Schritt hin zur offiziellen Markteinführung von Glass, mit der noch für dieses Jahr gerechnet wird. Als Teil des "Explorer"-Programms werden Glass-Prototypen bislang von rund zehntausend Personen genutzt. Auch die jetzt in den Verkauf gehenden Brillen sollen noch keine Massenmarktprodukte sein, sondern Vorabmodelle.

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Project Glass: Das ist Googles Datenbrille

Manche hassen die Brille jetzt schon

Die Google-Brillen sind mit Kamera und Display ausgestattet und können von ihrem Träger per Sprachsteuerung bedient werden. So lassen sich etwa Straßenkarten, Wetterinformationen oder Videos im Sichtfeld einblenden. Einen Prototyp der Brille haben wir Mitte 2013 getestet.

Glass zählt zu den umstrittensten Google-Produkten. Datenschützer kritisieren die integrierte Minikamera, und selbst viele Tech-Größen haben eine Abneigung gegen die Brille. So wird im Silicon Valley schon jetzt leidenschaftlich diskutiert, ob das Projekt Glass gescheitert ist - und zwar noch vor der offiziellen Markteinführung.

mbö/AFP/AP/dpa



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Flying Rain 11.04.2014
1. Hehe
"Manche hassen die Brille jetzt schon". Ja und manche hassten Autos, Elektrizität, Rock'n Roll oder Computer ;D
rue_digger 11.04.2014
2. Googles Fehler
Eigentlich hätte Glass ein Einstieg in eine neue Technologiewelt werden können. Nun ist dieser Einstieg vermasselt, weil das Gerät von vielen berechtigter Weise als potenzielles "Schnüffelwerkzeug" wahrgenommen wird. Schuld daran ist Google selbst. Nicht nur wegen Googles Ruf als "Datenkrake", sondern in erster Linie, weil das Gerät fehlkonzipiert ist. Man hätte entweder komplett auf die Kamera verzichten sollen, was die Nützlichkeit des Geräts extrem eingeschränkt hätte, oder die Kamera untrennbar mit einer vom Gegenüber erkennbaren Indikatorleuchte verbinden müssen, die sich nicht durch Software ausschalten ließe, ohne auch die Kamera auszuschalten. Aber es gibt überhaupt keine solche Leuchte, so dass man sich von Glass ständig unbemerkt gefilmt fühlen muss.
reever_de 11.04.2014
3. Rechtliches ...
Was passiert eigentlich wenn ich die "Brille" aufhabe und einen Verkehrsunfall mit dem PKW habe? Muss ich dann nachweisen das ich grade in dem Moment nicht online war? Wenn ich als Fußgänger angefahren werden; muss ich nachweisen das ich aufmerksam war und ebenfalls nicht online war? Muss ich im Kino die Brille abnehmen damit ich kein Hausverbot wg. unerlaubtem Filmmitschnitt bekomme? Sorry, für mich zu viele Einschränkungen. Mal davon abgesehen das ich vielleicht im Restaurant oder Café aufgefordert werde, diese abzusetzten oder andere Personen nicht "anzusehen". Ein totaler Hype um wenig; von daher hat sich für Google die Sache wenigstens als Werbung gelohnt, selbst wenn die Dinger zu tausenden in der Wüste, wie schon andere Produkte, verbuddelt werden ...
Finsternis 11.04.2014
4. Ein echtes Schnäppchen
für die NSA. Mobile Kamera's zum Anzapfen überall. Und der Verbraucher bekommt gratis eine Spyware ins Gesicht gepflanzt.
Komatator 11.04.2014
5. Bin geneigt
jedem der mich mit so 'nem Teil fotografiert das Teil um den Hals zu wickeln. Ich weiß, darf man nicht...
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