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Smarter Lautsprecher im Test: "Okay, Google" - und los geht's

Foto: Matthias Kremp

Google Home im Test "Okay, Google" - was kann dein Lautsprecher?

Der Google Home soll auf fast jede Frage eine Antwort finden, ein smartes Zuhause steuern und auch noch gut klingen. Wir haben getestet, ob der Lautsprecher mit Sprachassistent diese Versprechen einlöst.

Endlich kann er deutsch. Der Google Home, den ich vor Monaten aus den USA mitgebracht hatte, wechselte am Wochenende automatisch von der bis dahin ausschließlich englischen Sprachsteuerung ins Deutsche. Das Testgerät, das mir Google am vergangenem Freitag zugeschickt hatte, war sowieso schon auf Deutsch eingestellt. Seitdem kann ich zu Hause auf Deutsch mit dem Google Assistant sprechen.

Genau darum geht es auch beim Google Home: Im Grunde ist er ein Computer, nur eben einer, mit dem man spricht, statt ihn mit Maus und Tastatur oder Touchscreen zu bedienen. Seine Antworten gibt das Gerät dementsprechend auch nicht auf einem Bildschirm aus, sondern lässt sie von einer Computerstimme sprechen. Wie das funktioniert und was man in Zukunft daraus machen könnte, habe ich kürzlich erst in einer Folge unseres Netzwelt-Podcasts erklärt:

Der eingebaute Lautsprecher ist beim Google Home also eine Notwendigkeit, allerdings eine angenehme. Denn er klingt erstaunlich gut. Ein Ersatz für eine Stereoanlage ist er zwar nicht, aber doch weit besser als ein Küchenradio. Musik spielt er jedoch nur in Mono, wie damals, als die Beatles ihre ersten Platten aufnahmen. Eine Stereofunktion gibt es nicht, auch nicht, wenn man zwei Homes nebeneinander stellt.

Codewort "Okay, Google"

Um die Musikwiedergabe richtig nutzen zu können, braucht man allerdings ein Abo bei Spotify, Deezer oder Google Play Musik. Andere Dienste werden nicht unterstützt. Doch nur mit einem solchen Abo kann man Befehle wie "Spiele Musik von Groove Armada" nutzen. Ohne Abo kann man auf dem Google Home nur Internetradio nutzen. Ist auch ganz schön, aber eben nicht "on demand". Zum Ausprobieren bekommt man bei Kauf des Geräts drei Monate Google Play Musik kostenlos dazu. Danach muss man dafür 10 Euro pro Monat zahlen.

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Meine Tests mit Musik am Google Home haben zwei Dinge gezeigt: Zum einen, dass der kleine Lautsprecher wirklich zu klein ist, um partytaugliche Lautstärke zu produzieren. Zum anderen, dass er Sprachbefehle selbst dann noch recht gut versteht, wenn man ziemlich laut Musik hört. Die eingebauten Mikrofone leisten hier ganze Arbeit. Das merkt man auch, wenn es still ist oder andere sich unterhalten: Sobald man das Codewort "Okay Google" sagt, erwacht das Gerät und lauscht auf Fragen und Befehle. Ohne das Codewort werde auch nicht gelauscht, verspricht Google.

Mathe: Mangelhaft

Aber die Musikwiedergabe ist im Grunde nur Beifang. Durch die Anbindung an Googles künstliche Intelligenz kann der Home viel mehr. Vor allem kann er Fragen beantworten. Er weiß, wie hoch der Eiffelturm ist, wer James Brown war und sogar, warum Bananen krumm sind. Das meiste davon googelt er einfach - und liest dann die Antwort vor.

Das gilt auch für die vielen anderen Infos, mit denen das Gerät seinen Besitzer versorgen kann: Wie wird das Wetter in Berlin? Wie lange brauche ich zur Arbeit? Die Verknüpfung mit Googles Übersetzungsdienst ist lustig, zu Hause aber eher selten nützlich.

Ausgerechnet beim Rechnen hat sich das Testgerät einen Fauxpas geleistet. Während es auf die Frage nach zehn Prozent von zwölf korrekt die Antwort "1,2" ausgibt, ist es der Meinung, zehn Prozent von zwölf Euro seien "Ein Euro und zwei Cent". Mit Geld kann Google Home also nicht umgehen.

Smart Home

Über solche Frage- und-Antwort-Spielereien hinaus kann man den Google Home auch benutzen, um intelligente Heimelektronik zu steuern. Die vernetzten Hue-Lampen von Philips beispielsweise lassen sich per App in Googles System einbinden und dann per Sprache steuern, zumindest theoretisch. Meine Versuche, das zu tun, scheiterten leider. Mit dem Problem scheine ich nicht allein zu sein . Laut Google könnten meine Probleme aber auch damit zusammenhängen, dass ich das System vor dem offiziellen Deutschland-Start getestet habe. Möglicherweise seien noch nicht alle Systeme aktiv gewesen.

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Leichter war es dagegen, den Home zu verwenden, um per Sprachkommando Medien auf anderen Geräte zu starten. So konnte ich per Sprachbefehl Musik auf einem vernetzten Teufel-Lautsprecher abspielen lassen und YouTube-Videos auf einer Shield-TV-Box von Nvidia starten lassen. Um alle möglichen Funktionen in diesem Bereich nutzen zu können, sollte man sich aber eher einen Google Chromecast oder Chromecast Audio anschaffen. Damit funktionieren dann auch Befehle wie: "Spiele House of Cards mit Netflix auf dem Fernseher ab".

Fazit

Der Google Home ist ein cooles Ding, er macht Spaß, klingt recht gut für seine Größe, aber allwissend ist er nicht. Auf viele Fragen bekommt man die Antwort, darauf wisse er keine Antwort. Seine Fähigkeiten, Smart-Home-Produkte zu steuern, sind derzeit noch überschaubar. Hier müssen Updates für Nachbesserungen sorgen.

Bleibt die Frage, wofür man so einen smarten Lautsprecher eigentlich braucht, wenn man nicht ständig nach dem Wetter und der Entfernung zum Mond fragen will. Aber mit einem Preis von 149 Euro ist der Google Home ja auch als Experiment für zu Hause noch bezahlbar. Allerdings hat er harte Konkurrenz: Pünktlich zur Markteinführung am 8. August hat Amazon den Preis seines Echo-Lautsprechers kurzzeitig auf 130 Euro gesenkt.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort