Entwicklerkonferenz i/o 2022 Google kündigt seine erste Smartwatch und weitere Gadgets an

Bald soll man Google auch am Arm tragen können. Ein günstiges Smartphone und neue Kopfhörer stehen ebenfalls auf dem Programm. Das größte neue Gerät kommt aber erst im nächsten Jahr.
Google-Chef Sundar Pichai auf der Bühne in Kalifornien

Google-Chef Sundar Pichai auf der Bühne in Kalifornien

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-- / dpa

Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie hat Google seine Entwicklerkonferenz Google i/o wieder mit einer Live-Keynote vor großem Publikum eröffnet. Das weit größere Publikum verfolgte die Show indes online. Das Unternehmen hatte mehr als 180.000 Zuschauer erwartet. Denen wurden in der zwei Stunden dauernden Veranstaltung neue Funktionen, neue künstliche Intelligenzen und zum Schluss auch neue Gadgets präsentiert.

Vieles davon kann nur Google bieten. Eine Funktion in der Google-App etwa, mit deren Hilfe man mit wenig Aufwand dafür sorgen kann, dass bestimmte persönliche Informationen über einen aus Googles Suchergebnissen entfernt werden. Privatadressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen wurden als Beispiele genannt. Oder die Möglichkeit, über eine Funktion namens My Ad Center festzulegen, zu welchen Themen und von welchen Marken man Werbung angezeigt bekommen möchte.

Aber so manches von dem, was da am Mittwochabend gezeigt wurde, kam einem dann doch bekannt vor. Die »Wallet«-App beispielsweise, die Apples Wallet-App auf iPhones ähnlich zu sein scheint. Genau wie dort lassen sich in der App Kreditkarten, Eintrittskarten, Flugtickets, Impfzertifikate und mehr abspeichern und auf dem Handy abrufen. »Später im Jahr« sollen auch Ausweise darin gespeichert werden können. Wann genau und in welchen Ländern wurde nicht verraten.

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Das ist kurios, weil es von Google früher bereits eine Wallet-App gab, diese aber mit Android Pay zur aktuellen Google-Pay-App verschmolzen worden ist. Nun werden die beiden wieder entkoppelt, zumindest in manchen Ländern. In Deutschland wird die Wallet-App offenbar auch Google Pay ersetzen.

Eine Uhr, ein Handy und Kopfhörer

Erst im Herbst will Google seine erste vollkommen selbst entwickelte Smartwatch auf den Markt bringen, die Pixel Watch. Deren Design ist bemerkenswert. Es wirkt mit dem kreisrunden Display wie das Gegenteil einer Apple Watch. Wie auf Apples Uhr kann man sein Wallet darin speichern, etwa um mit der Watch zu bezahlen. Auch die Möglichkeit, Smart-Home-Geräte zu steuern, wurde gezeigt. Vor allem aber hat Google die Technologie des Fitness-Unternehmens Fitbit tief in das neue Gadget integriert. So soll man damit seine Gesundheits- und Fitnessziele im Blick behalten.

Ganz schön rund: Googles Pixel Watch

Ganz schön rund: Googles Pixel Watch

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Wie in früheren Jahren auch wurde ein »a«-Modell der aktuellen Google-Smartphones vorgestellt, das Pixel 6a. Genau wie das Pixel 6 und das Pixel 6 Pro (mehr dazu hier ) nutzt es den von Google entwickelten Tensor-Chip als Antrieb. Dementsprechend verfügt es über dieselbe Leistung und viele Funktionen der beiden großen Modelle. Dazu zählen etwa eine Live-Übersetzungsfunktion, bestimmte Fotofähigkeiten und der unter dem Display eingebaute Fingerabdrucksensor. Ab dem 21. Juli soll man es für 459 Euro vorbestellen können.

Während das Pixel 6a sozusagen eine Billigvariante seiner großen Gegenstücke ist, sind die ebenfalls angekündigten »Pixel Buds Pro«-Kopfhörer genau das Gegenteil, nämlich teurer als bisherige Pixel Buds. Ein von Google entwickelter Audiochip soll ihnen zu einer besonders wirksamen Geräuschunterdrückung verhelfen. Will man doch hören, was um einen herum vor sich geht, kann man einen Transparenzmodus aktivieren, der Außengeräusche durchlässt.

Die Akkulaufzeit wird mit bemerkenswerten sieben bis elf Stunden angegeben, je nachdem, ob man die Geräuschunterdrückung nutzt oder nicht. Ende des Jahres sollen die Pixel Buds Pro per Softwareupdate um eine Raumklangfunktion und eine Suchfunktion für verlorene Buds aufgewertet werden. Genau wie das Pixel 6a kann man sie ab dem 21. Juli bestellen. In Deutschland werden sie 219 Euro kosten.

Ein erster Blick auf 2023

Noch keinen Preis und auch kein konkretes Datum für die Markteinführung gibt es für das Pixel Tablet, Googles neuen Tablet-Rechner. Nur ein paar Bilder von dem Gerät, das für 2023 geplant ist, wurden gezeigt. Sie sollen offenbar Entwickler motivieren, Android-Apps für das neue Großformat zu entwickeln und anzupassen. Ein schlauer Plan, schließlich ist es vor allem der Mangel an überzeugenden Tablet-Apps, der Menschen davon abhält, Android-Tablets zu kaufen.

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Dazu passt auch die Ankündigung, dass diverse Apps von Drittanbietern und Google für Tablet-Rechner angepasst wurden. Eine neue Suchfunktion im Play Store soll dafür sorgen, dass man solche Apps leichter findet.

Spritspar-Routenplanung

Darüber hinaus zeigte das Unternehmen wie üblich einige Projekte, an denen es derzeit noch arbeitet. Eines, das zumindest »später in diesem Jahr« starten soll, ist »Immersive View« für Google Maps. Die neue Funktion zeigt ausgewählte Städte als realistische 3D-Modelle an. Ein Extra, das für Applaus sorgte: In manche Gebäude kann man sogar virtuell hineingehen, etwa, um sich die Einrichtung eines Restaurants anzusehen. Zum Start werden Los Angeles, London, New York, San Francisco und Tokio auf diese Weise erlebbar sein. Weitere Städte sollen folgen. Welche und wann wurde nicht verraten.

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Zudem will Google in Maps nun auch in Europa die Möglichkeit einführen, besonders spritsparende Routen zu planen. In den USA und Kanada seien auf diese Weise schon eine halbe Million Tonnen CO2-Emissionen eingespart worden, rechnete das Unternehmen vor.

Auf »Hey Google« verzichten

Eine Funktion, die nicht Sprit, sondern Zeit sparen könnte, sind neue »Multisearch«-Suchfunktionen. So wird die Möglichkeit, bei einer Google-Suche Text und Bild zu einer Anfrage zu kombinieren um die Option erweitert, »in meiner Nähe« zu suchen. Man kann nun also etwa eine Mahlzeit fotografieren und bekommt nicht nur den Namen des Gerichts als Antwort, sondern auch, wo in der Nähe man es essen könnte. Wie oft man so etwas in der Praxis tut, wird sich zeigen.

Was im Alltag vielleicht wichtiger werden könnte: Auf bestimmten Geräten kann man sich künftig das lästige »Hey Google« sparen, das man bisher aufsagen muss, um den Google Assistant zu aktivieren. Stattdessen genügt es, dem Gerät, auf dem der Assistant läuft, in die Kamera zu schauen. Zum Start soll das allerdings nur mit dem Smart Display Nest Hub Max möglich sein.