Datenbrille Google gibt Glass-Nutzern Benimmtipps

Mit Googles Datenbrille Glass kann man unauffällig Fotos und Videos aufnehmen. Der Konzern rät Nutzern nun in einem Regelwerk dazu, Menschen zuvor um Erlaubnis zu bitten - und gibt weitere sehr naheliegende Tipps für den Umgang mit dem Gerät.

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Mountain View - Google hat Benimmregeln für die Nutzer seiner Datenbrille Glass veröffentlicht. Der Zeitpunkt ist ebenso seltsam wie der Inhalt: Tausende Testnutzer haben die Brille bereits seit mehr als einem Jahr im Einsatz. Warum Google erst so spät den sozialen Umgang mit seinen Produkten thematisiert, bleibt das Geheimnis der Firma.

Womöglich liegt es an einigen unangenehmen Zwischenfällen in der jüngsten Vergangenheit. So hatten US-Zollbeamte Anfang des Jahres einen Glass-Träger aus einem Kinosaal geholt und über eine Stunde lang verhört. Sie vermuteten Raubkopien in der Datenbrille. Vielleicht will Google sein Produkt auch nur wieder einmal ins Gespräch bringen.

Der Inhalt von Googles Benimmregeln ist recht banal: Man solle keine Fotos oder Videos ohne Erlaubnis machen und auf Fragen zu dem Gerät nicht rüde reagieren. Grundsätzliche Kamera-Verbote gelten auch für Glass, schreibt Google in seinen Benimmregeln. Mit Glass solle man nicht Wasserski fahren und auch nicht Bullenreiten.

Ausgerechnet in den Benimmregeln, die Höflichkeit empfehlen, macht sich Google über Menschen lustig, die von filmenden Brillen im Alltag irritiert sind. Als Beispiel für kritische Rückfragen führt Google diese an: "Oh Gott, kann man mit diesen Dingern in meine Seele schauen?"

lis/dpa

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insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
SpitzensteuersatzZahler 19.02.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSMit Googles Datenbrille Glass kann man unauffällig Fotos und Videos aufnehmen. Der Konzern rät Nutzern nun in einem Regelwerk dazu, Menschen zuvor um Erlaubnis zu bitten - und gibt weitere sehr naheliegende Tipps für den Umgang mit Gerät. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/google-macht-sich-ueber-glass-skeptiker-lustig-a-954347.html
Auch wenn ich mein Geld in dem Bereich verdiene, bin ich dafür, Träger dieses Geräts zu ächten. Es wäre zu wünschen, dass diese nicht in Lokale jedweder Art dürften, nicht in Geschäfte oder sonstige soziale Orte. Des weiteren werde ich nicht zulassen, dass jemand mit diesem Ding in meine Nähe kommt und hoffe auch, dass andere Menschen sich nicht mit Trägern unterhalten oder anderweitig sozial interagieren.
pepe_sargnagel 19.02.2014
2.
Zitat von sysopREUTERSMit Googles Datenbrille Glass kann man unauffällig Fotos und Videos aufnehmen. Der Konzern rät Nutzern nun in einem Regelwerk dazu, Menschen zuvor um Erlaubnis zu bitten - und gibt weitere sehr naheliegende Tipps für den Umgang mit Gerät. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/google-macht-sich-ueber-glass-skeptiker-lustig-a-954347.html
Ob wir das Ding einschalten oder nicht - am Ende entscheidet der Konzern dahinter, der das Ding einschalten kann wann er will. Ist auch beim Mobiltelefon so, dass man es auch "ferngesteuert" einschalten bzw. auf mithören stellen kann. Aber egal! Wir geben eh gerne alles über unsere Privatsphäre preis - vielmals eben auch freiwillig. Ob man nun die Auswahl der Inhalte, die man freigeben möchte nun einem Unternehmen überlassen möchte oder ob man noch selbst entscheiden möchte ist eigentlich nur noch das letzte Puzzlestück. Wahrscheinlich lassen sich abermals die meisten von der Bequemlichkeit überzeugen... Nun ja - man muss dann eben mit vollständiger Kontrolle rechnen. Und man hat sich eben größtenteils aus Bequemlichkeit und Freiwilligkeit dahin begeben. Nur was, wenn sich dann derjenige verdächtig macht, der die Dinger nciht trägt? Sozialer Druck mal bei Seite - aber wenn eine Behörde darauf kommt, dass man das Ding nicht trägt und sich nicht freiwillig überwachen lassen will, dann könnten die darauf kommen, dass man "zwingenderweise" etwas zu verbergen hat. Das könnte ein wahrhaft ernstzunehmendes Problemen sein, denn jedem sollte eben freistehen, ob er freiwillig alles preisgibt oder nicht. Ich vermute eben nur gezielte Anschuldigungen und Misstrauen gegen die "Verweigerer" dieser "Freiwilligen sozialen Brillentragekonvention".
redbayer 19.02.2014
3. Was ist an der Google Aktion
denn so schwer zu verstehen? Hier soll doch nur getestet werden, inwieweit sich Nutzer an die Anweisungen von Google halten und gewöhnen. Später wird das wichtig, wenn viele diese Brille tragen, die Menschen entsprechend zu steuern, sei es an bestimmte Orte zu gehen, bestimmte Dinge einzukaufen oder politisch sich richtig zu verhalten. Letzteres wäre dann Aufgabe der NSA, insb. bei Wahlen.
view3000 19.02.2014
4. Segen oder Fluch
Ich fürchte durch diese technische Errungenschaft wird das letzte bisschen Privatsphäre auch noch auf dem Altar des Fortschritts geopfert werden. Jeder wird jederzeit von jedem fotographiert oder gefilmt werden können und keiner merkts, bis er dann irgendwo im Internet zur Schau gestellt wird. Dann wird es heißen, ja die Server sind nicht in Deutschland - da können wir leider nichts machen. Im Übrigen ist das Internet für die meisten Politiker immer noch "Neuland". Ein Regelwerk von Google ist zwar ein Anfang aber die Persönlichkeitsrechte im Internet müssen von einem demokratischen Staat mit entsprechenden Gesetzen geschützt werden. Schöne neue Welt.......
onkendonk 19.02.2014
5. Glück und Glass, wie leicht bricht das...
Nachdem ich so ein Teil auch mal selber ausprobieren durfte: Danach brauchte ich ein Glass Wodka um den Frust damit runterzuspülen. Teure Spielerei, kaum alltagstauglich. Im Strassenverkehr (und nicht als Autofahrer) extrem gefährlich, und von der Akkuqualität will ich gar nicht reden. Leer nach ein paar Stunden.
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