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Google Pixel 2 im Test: Google Pixel 2 im Test

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Pixel 2 im Test Googles Smartphones werden erwachsen

Die ersten Google-Smartphones sollten neue Android-Versionen bewerben. Beim neuen Pixel 2 ist das anders. Der Test zeigt: Googles Geräte sind mehr als nur eine Alternative zu Samsung, Apple und Huawei.

Früher waren es vor allem Android-Fans, die sich Google-Handys gekauft haben. Der Reiz dabei: Die Geräte kamen mit dem Versprechen, auf Jahre hinaus die jeweils aktuelle Android-Version zu bekommen und als erste mit Updates und Patches beliefert zu werden. Smartphones waren für Google das, was Apple TV angeblich auch für Apple war: ein Hobby.

Damit ist es jetzt vorbei. Googles Smartphone-Chef Rick Osterloh hat Google zu einem ernst zu nehmenden Handy-Hersteller gemacht. Die Entwicklung liegt nun weitgehend in der Hand der Kalifornier. Zuletzt hat der Konzern die Smartphone-Sparte von HTC übernommen - und damit rund 2000 erfahrene Entwickler.

Googles neuen Smartphones, den Modellen Pixel 2 und 2 XL, merkt man das an. Sie wirken weniger nerdy und deutlich trendiger als manche Vorgänger. Und sie haben jetzt mehr als nur ein nacktes Android-System an Bord.

Technisch haben die beiden Smartphones alles , was aktuelle High-End-Handys brauchen: Sie werden von einem 2,35 GHz schnellen Achtkern-Prozessor angetrieben, haben vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und wahlweise 64 oder 128 GB Speicherplatz.

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Google Pixel 2 im Test: Google Pixel 2 im Test

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Speicherkarten kann man nicht einstecken, dafür aber unbegrenzt Onlinespeicher nutzen, um eigene Fotos und Videos zu sichern. Außerdem sind die Geräte wasserabweisend, haben einen USB-C-Anschluss (und keinen klassischen Kopfhöreranschluss) und beherrschen die aktuellen WLAN-, Bluetooth- und LTE-Standards.

Gemeinsam haben beide auch die vom HTC U11 entliehene Active-Edge-Funktion: Drückt man sie mit der Hand an den Seiten zusammen, startet der Google-Assistant. Ich habe das während des Tests kaum genutzt, aber es mag dafür eine Zielgruppe geben.

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Die Akkukapazität reichte während des Tests locker für einen Tag. Videos in Dauerschleife spielten beide rund 13 Stunden lang ab, bevor der Akku leer war, wobei das XL etwas früher aufgab. Per Schnellladefunktion ist der Akku nach 15 Minuten an der Steckdose wieder bei 30 Prozent.

Die Kamera lebt von Software

Google tritt auf der Rückseite mit nur einer Kamera gegen die stets mit Doppelkameras bestückten Smartphones der Konkurrenz an. Was andere mit einer Kombination aus Weitwinkel- und Teleobjektiv erreichen, könne man auch mithilfe künstlicher Intelligenz schaffen, sagen die Kalifornier.

Tatsächlich macht die 12,2-Megapixel-Kamera des Pixel 2 - die Kamera vorn liefert derweil acht Megapixel - einen hervorragenden Job. Im direkten Vergleich mit Apples iPhone 8 Plus und Samsungs Galaxy Note 8 kann Googles Handy bei gutem Licht lässig mithalten. Bei wenig Licht gelingt es ihm sogar oft, mehr Klarheit aus einem Motiv herauszuholen.

Das Heranzoomen an entfernte Objekte hingegen schaffen die Konkurrenten mit ihren Teleobjektiven besser, der Software-Zoom des Pixel 2 erzeugt oft eine leichte Unschärfe. Bei Nahaufnahmen und Porträts mit verschwommenem Hintergrund hingegen schlägt es sich meist gut. Nur selten arbeitet Googles Software nicht ganz akkurat.

Testfoto des Pixel 2

Testfoto des Pixel 2

Foto: Matthias Kremp

Auch als Videokamera lässt sich das Pixel 2 bestens benutzen. Die Bildstabilisierung ist in der Praxis zwar nicht ganz so effektiv wie in Googles Werbefilmen. Sie schafft es aber doch, einen Film trotz eines leichten Zitterns oder wackeligen Schritten ruhig wirken zu lassen.

Sinn für Details

Die animierten Bildschirmhintergründe der Pixel 2 dagegen sind eigentlich nur schmückendes Beiwerk. Google nennt sie "lebendiges Universum". Ein Hintergrund zeigt einen Strand, ein anderer eine Berglandschaft, ein dritter den Planeten Erde.

Erst bei genauem Hinsehen bemerkt man: Am Strand brechen sich Wellen, über die Bergstraße fährt ein Auto, die Wolken über dem Bild der Erde werden aus realen Satellitendaten berechnet. Das alles sind Kleinigkeiten, sie lassen ein Produkt aber lebendig erscheinen.

Einen ähnlichen Effekt hat die Funktion "Now Playing". Sie schaltet die Mikrofone in den Dauerbetrieb und zeigt an, welchen Titel man gerade hört, sobald sie Musik erkennt. Egal ob zu Hause, im Café oder in einem Kaufhaus.

Perfekt funktioniert das nicht, weil Google nur eine lokal gespeicherte Datenbank abfragt und keine Daten ins Netz sendet. Aber man kann das auch als Beruhigung sehen: Zum Abhören taugt diese Funktion offenbar nicht.

Fazit

Wer beim Smartphone Wert auf eine sehr gute Kamera legt, der kommt am Pixel 2 nicht vorbei. Googles Software holt aus der einen Rückseiten-Knipse mehr heraus als viele Konkurrenten aus zwei Kameras. Bleibt die Frage, ob Pixel 2 oder Pixel 2 XL. Der Preisunterschied ist deutlich: 799 Euro für das kleine Modell mit 64 GB, 939 Euro für das XL mit ebenso viel Speicher.

Für den Aufpreis bekommt man allerdings nicht nur den größeren, sondern auch den besseren Bildschirm, mit mehr Details und realistischeren Farben. Das Upgrade auf 128 GB kostet jeweils 110 Euro extra. Die neuen Google-Handys sind also nicht nur sehr gut, sondern auch sehr teuer geworden.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort