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Pixel 3a im Test: Googles günstige Mittelklasse

Foto: Matthias Kremp/ SPIEGEL ONLINE

Pixel 3a im Test Googles erstes Günstig-Smartphone

Auf der Entwicklerkonferenz I/O hat Google das Pixel 3a vorgestellt. Das Smartphone soll fast alles können, was das Topmodell Pixel 3 zu bieten hat - aber nur halb so viel kosten. Wie schlägt es sich?

Das ist doch mal etwas Neues: Statt dem aktuellen Pixel 3 ein noch leistungsfähigeres Smartphone folgen zu lassen, legt Google von unten nach. Das Pixel 3a, das der Konzern am Dienstag in Mountain View erstmals der Öffentlichkeit gezeigt hat, leistet etwas weniger als das bisherige Topmodell von Google und kostet dafür mit 399 Euro nur halb so viel. Ein Testexemplar des 3a in der größeren XL-Variante (479 Euro) habe ich bereits vor einer Woche bekommen und seither herausgefunden, worauf man für den deutlich geringeren Preis verzichten muss.

Die kabellose Ladefunktion, die Google dem Pixel 3 spendiert hat, wurde beim Pixel 3a XL aus Kostengründen gestrichen. Das Unternehmen verweist darauf, dass man stattdessen ja eine Schnellladefunktion eingebaut hat. Die soll binnen 15 Minuten genug Energie liefern, um das Gerät sieben Stunden lang benutzen zu können. Ob diese Rechnung aufgeht, dürfte stark davon abhängen, ob man in diesen sieben Stunden bloß ein bisschen telefoniert und E-Mails liest oder abwechselnd Videos guckt, Spiele spielt und chattet. Mit dem mitgelieferten Netzteil ist der komplett entleerte Akku jedenfalls binnen knapp zwei Stunden wieder voll.

Und an Ausdauer mangelt es dem Pixel 3a XL grundsätzlich nicht. Einen Tag lang hielt es im bisher einwöchigen Test immer problemlos durch.

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Pixel 3a im Test: Googles günstige Mittelklasse

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Der sechs Zoll große Bildschirm meines Pixel 3a XL basiert auf der OLED-Technik. Allerdings verwendet Google hier eine etwas günstigere Variante als im Pixel 3 XL. Trotzdem ist die Bildqualität sehr gut, vor allem im Modus "Natürliche Farben". Der neue "adaptive" Farbmodus hingegen, den Google im Pixel 3a erstmals anbietet, wirkt mit seinen starken Farben zu aufdringlich.

Einer der Vorteile der OLED-Technik sind die für solche Displays typischen kräftigen Kontraste und das tiefe Schwarz. Die Detailauflösung ist dank 2160 x 1080 Pixeln ebenfalls sehr gut. Fun fact: Das mit 5,6 Zoll etwas kleinere Pixel 3a hat eine höhere Auflösung von 2220 x 1080 Pixeln, weil sein Bildschirm etwas stärker gestreckt ist.

Als Antrieb baut Google einen Mittelklasseprozessor von Qualcomm ein, den Snapdragon 670. Der Chip ist mit acht Rechenkernen bestückt, die mit maximal 2 Gigahertz getaktet werden. Wie viel Leistung er im Pixel 3a XL tatsächlich bringt und inwieweit er sich damit von Qualcomms aktuellem Highend-Chip, dem Snapdragon 855, unterscheidet, ließ sich bisher nicht herausfinden. Google hatte auf den vorab herausgegebenen Testgeräten die Möglichkeit unterbunden, gängige Messprogramme wie Geekbench oder Antutu zu installieren. Das werde erst nach der Keynote zur Google I/O am Dienstag möglich sein, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage.

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Der doppelt so teure Vorgänger: Das ist das Google Pixel 3 XL

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Derartige Einschränkungen kannte ich bisher nur von Huawei, die früher bei einzelnen Geräten ähnliche Benchmark-Sperren eingebaut hatten. Dramatisch ist das indes nicht, schließlich liefern solche Testprogramme meist nur synthetische Leistungsbewertungen, die nicht immer die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Geräts wiedergeben. Denn die hängt auch von vielen anderen Faktoren ab, vor allem von der verwendeten Software. In meinen Alltagstests, zu denen etwa die Spiele-App "Real Racing" gehört, sind mir aber keine Schwächen aufgefallen.

Nur eine Kamera

Die Kamera ist das Bauteil, bei dem man in Billigmodellen in der Regel die größten Abstriche machen muss. Topsmartphones wie das Huawei P30 Pro werden mittlerweile mit vier Kameras im Rücken bestückt und haben Zoomobjektive mit bis zu fünffacher Vergrößerung eingebaut. Google hingegen sträubt sich seit Jahren gegen den Trend, mehrere Kameras in den Rücken von Smartphones einzubauen. Statt auf Hardware setzt der Konzern auf Software, um die fotografischen Möglichkeiten seiner Geräte zu verbessern - und das bisher mit großem Erfolg.

Das ist im Pixel 3a nicht anders. Vor allem der Porträtmodus gefällt mir gut. Googles Kamerasoftware schafft es außergewöhnlich gut, den Vordergrund vom Hintergrund zu trennen, um das Motiv zu betonen. Auffällig, aber kaum störend, ist die Wartezeit von oft ein paar Sekunden, bevor man nach dem Druck auf den Auslöser das fertige Foto zu sehen bekommt.

Eine solche Wartezeit gibt es auch, wenn man den "Night-Sight"-Modus für Nachtbilder nutzt, der mit Hilfe von Software bei Dunkelheit erstaunlich scharfe und gut beleuchtete Schnappschüsse ermöglicht.

Mit dem Pixel 3a im sogenannte Night Mode gemachte Nachtaufnahme

Mit dem Pixel 3a im sogenannte Night Mode gemachte Nachtaufnahme

Foto: Matthias Kremp/ SPIEGEL ONLINE

Beim Blick auf die übrige Ausstattung muss man sich manchmal fragen, wo Google denn überhaupt gespart hat, um das Pixel 3a zum halben Preis eines Pixel 3 anbieten zu können. So steckt im 3a auch der Sicherheitschip Titan M, der beispielsweise den PIN-Code zum Entsperren des Geräts verschlüsselt und das Betriebsystem vor Manipulationen schützt, ähnlich wie es Apples Secure Enclave seit Jahren bei iPhones tut.

Ebenso ist auch die Funktion "Active Edge" eingebaut, die es ermöglicht, den Google Assistant zu starten, indem man das Handy an den Seiten ein wenig drückt. Google hat sich das von früheren HTC-Smartphones abgeschaut. Und etwas hat das Pixel 3a dem teureren Pixel 3 sogar voraus: Stereolautsprecher. Und ja, besser ist der Sound schon, gut aber noch immer nicht. Für guten Sound bieten Smartphones einfach zu wenig Resonanzraum.

Fazit

Das Pixel 3a macht auf keinen Fall den Eindruck, ein Billig-Smartphone zu sein. Dass sein Gehäuse aus Kunststoff besteht und nicht aus Aluminium, fällt kaum auf und ist aus ökologischer Sicht sogar die bessere Wahl. Der Bildschirm ist für diese Preisklasse sehr gut, die Kamera auch. Dass der Speicher nicht erweiterbar ist, könnte den einen oder anderen stören. Dafür bekommt man allerdings reichlich kostenlosen Online-Speicherplatz und von Google das Versprechen, drei Jahre lang mit den jeweils aktuellen Betriebssystem-Updates versorgt zu werden. Für den Preis kein schlechter Deal.

Verzicht sieht jedenfalls anders aus. Stünde ich vor der Wahl, mir ein Pixel 3a oder ein Pixel 3 zu kaufen, fiele mir die Entscheidung nur aus einem Grund nicht leicht: Die fehlende kabellose Ladefunktion würde mir wirklich fehlen. Andererseits: Für 400 Euro Preisunterschied könnte ich wohl auch wieder mit einem Ladekabel leben.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

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