Pixel Watch, Pixel 7 und Pixel 7 Pro Google stellt seine erste Smartwatch vor

Smartwatches mit Google-Software gibt es seit Jahren, jetzt hat der Konzern das erste eigene Modell präsentiert und glänzt mit schickem Design. Die neuen Smartphones der Firma glänzen derweil mit etwas anderem.
Googles neues Hardware-Portfolio: Zum ersten Mal mit Uhr

Googles neues Hardware-Portfolio: Zum ersten Mal mit Uhr

Foto: Google

Das wurde Zeit: Den Markt für Smartwatches vorzubereiten, hat Google anderen überlassen, nun will das Unternehmen auch ein Stück vom Kuchen haben. Am Donnerstag hat der Hightech-Konzern neben neuen Smartphones der Pixel-7-Serie auch seine erste Smartwatch vorgestellt, die Pixel Watch.

Der US-Konzern folgt damit nicht nur dem Konzern Apple, der in diesem Bereich weltweiter Marktführer ist , sondern auch all jenen Firmen, die seit Jahren Smartwatches mit Google-Software anbieten. Googles Wear-OS-Betriebssystem steckt etwa in den Geräten von Samsung, Fossil, Amazfit und Mobvoi – und nun auch in der Pixel Watch. Um die neue Uhr nutzen zu können, braucht man laut Google ein Smartphone mit Android 8 oder höher. In der Kombination damit bietet die Uhr dann die üblichen Smartwatch-Funktionen, also etwa einen Kalender, Gmail, Google Maps und Google Wallet zum Bezahlen an der Kasse.

Je nach Gehäusefarbe werden unterschiedliche Armbänder mitgeliefert

Je nach Gehäusefarbe werden unterschiedliche Armbänder mitgeliefert

Foto: Google

Für viele Anwenderinnen und Anwender sind jedoch Fitnessfunktionen der Hauptgrund, sich eine Smartwatch zuzulegen. Diese werden auf der Pixel Watch von Fitbit bereitgestellt. Google hatte das auf Fitnesstracker spezialisierte Unternehmen Anfang 2021 für 2,1 Milliarden Dollar übernommen. Nun dient Fitbits Software in der Pixel Watch dazu, die Herzfrequenz zu messen, Trainings auszuwerten und den Schlaf zu überwachen.

Tipps zu Training und Stressmanagement

Pixel-Watch-Nutzerinnen und -Nutzer bekommen mit der Uhr zudem sechs Monate lang Zugang zum kostenpflichtigen Fitbit-Premium, das zusätzliche Sportfunktionen und Zusatzfunktionen enthält. So berechnet die App etwa aus einer Reihe von Messwerten einen sogenannten Tagesform-Index und gibt Tipps, wie man sein nächstes Training angehen oder wann man schlafen gehen sollte.

Ähnlich wie bei der Apple Watch soll es genügen, die Pixel Watch neben ein Handy zu halten, um eine Verbindung herzustellen

Ähnlich wie bei der Apple Watch soll es genügen, die Pixel Watch neben ein Handy zu halten, um eine Verbindung herzustellen

Foto: Google

Zudem schlüsselt die Premium-Version den sogenannten Stressmanagement-Index der App auf, was helfen soll, Gründe für Stress besser zu erkennen. Wer den Dienst nach der sechsmonatigen Probephase weiternutzen will, muss dafür wahlweise neun Euro pro Monat oder 80 Euro im Jahr bezahlen. Tut man das nicht, wird man auf das weniger umfangreiche Standardangebot heruntergestuft. Ähnlich sieht es mit dem Schnupperangebot für YouTube Music Premium aus, das Pixel-Watch-User drei Monate lang kostenlos nutzen können.

Eine Kamera mit Fernsteuerung

Natürlich lassen sich viele Funktionen über den Google Assistant auch per Spracheingabe steuern und aufrufen. Ein nettes Extra, das man auch von Apples Uhren kennt: Über die Pixel Watch lässt sich die Kamera des Smartphones, mit dem sie gekoppelt ist, fernsteuern. Eine feine Funktion, um mit der Hauptkamera bessere Selfies zu machen, als sie mit der Selfie-Kamera möglich wären.

Als Zubehör bietet Google unterschiedliche Armbänder an, manche davon werden aber erst in einigen Monaten verfügbar sein

Als Zubehör bietet Google unterschiedliche Armbänder an, manche davon werden aber erst in einigen Monaten verfügbar sein

Foto: Google

Im Winter will Google zudem eine weitere Funktion nachliefern, die man bereits von der Apple Watch kennt: eine Unfallerkennung, die eine Verbindung zu einem Notdienst herstellen soll, wenn man schwer gestürzt ist. Damit das funktioniert, benötigt man entweder die Variante der Pixel Watch mit LTE-Modul oder ein mit der Uhr gekoppeltes Smartphone.

Baden ja, tauchen lieber nicht

Abseits der Technik fällt die Pixel Watch vor allem durch ihr Design auf, das von Wassertropfen inspiriert worden sein soll: Der kreisrunde Bildschirm wirkt, als würde er übergangslos in das 41 Millimeter breite Gehäuse übergehen. Dessen Material wiederum besteht zu 80 Prozent aus wiederverwertetem Edelstahl und wird in Schwarz, Silber und Gold angeboten. Die Wasserdichtigkeit wird mit 5 ATM angegeben, die Uhr muss also beim Baden oder Duschen nicht abgenommen werden. Von Tauchversuchen und intensiverem Schwimmen mit der Uhr sollte man aber wohl absehen.

Das Ladekabel wird magnetisch gehalten, der Akku kabellos geladen

Das Ladekabel wird magnetisch gehalten, der Akku kabellos geladen

Foto: Google

In der Version mit Bluetooth und WLAN kostet die Pixel Watch 379 Euro, mit integriertem LTE-Mobilfunkmodul 429 Euro. Der Speicherplatz, etwa für Musik und Apps, beträgt jeweils 32 Gigabyte (GB), ein magnetisch haftendes Ladekabel wird mitgeliefert, ein Netzteil nicht.

Die neuen Pixel-Smartphones

Das gilt abgewandelt auch für die beiden neuen Smartphones Pixel 7 und Pixel 7 Pro, die Google zusammen mit der Pixel Watch vorgestellt hat. Mit dem feinen Unterschied, dass deren Ladekabel zwei USB-C-Stecker hat und nicht magnetisch an den Geräten haftet. Mit einem entsprechenden Ladegerät soll der Akku dann binnen 30 Minuten zur Hälfte aufgeladen werden können. Voll aufgetankt, so Google, liegt die Akkulaufzeit bei etwa 24 Stunden. Möglich wird das unter anderem durch Googles neuen Tensor-G2-Chip, der nicht nur mehr Leistung, sondern auch mehr Ausdauer liefern soll.

Das Pixel 7 Pro wird in drei Farben angeboten: Schwarz, Weiß und »Hazel«

Das Pixel 7 Pro wird in drei Farben angeboten: Schwarz, Weiß und »Hazel«

Foto: Google

Während beide Modelle wahlweise mit 128 oder 256 GB Speicher bestückt sind, unterscheiden sie sich durch ihre Bildschirme. So hat das Pixel 7 ein 6,3-Zoll Display mit 1080 mal 2400 Pixeln, dessen Bildwiederholfrequenz maximal 90 Hertz beträgt. Das Pro-Modell hingegen hat ein 6,7-Zoll-Display mit 1440 mal 3120 Bildpunkten und bis zu 120 Hertz. Die Helligkeit beider Bildschirme wird mit guten 1000 Nits angegeben, wobei kleine Bereiche mit bis zu 1400 Nits (Pixel 7) beziehungsweise 1500 Nits aufleuchten können.

Wackelbilder scharf stellen

Während beide Modelle mit derselben 10,8-Megapixel-Ultraweitwinkel-Kamera für Selfies bestückt sind, unterscheiden sich die Rückkameras. So haben zwar beide Telefone identische Weitwinkelkameras mit 50 Megapixeln, aber bei der Ultraweitwinkelkamera gibt es Unterschiede. Zwar hat die in beiden Fällen 12 Megapixel, aber beim Pro-Modell ein etwas weiteres Sichtfeld und einen Autofokus. Dem Pixel 7 Pro vorbehalten ist zudem das 48-Megapixel-Teleobjektiv mit fünffachem optischem Zoom. Zudem erlaubt nur das Pro Makroaufnahmen von Motiven aus bis zu drei Zentimetern Entfernung.

Als Betriebssystem dient das neue Android 13. Google verspricht, der Pixel-7-Serie fünf Jahre lang Sicherheitsupdates zu liefern

Als Betriebssystem dient das neue Android 13. Google verspricht, der Pixel-7-Serie fünf Jahre lang Sicherheitsupdates zu liefern

Foto: Google

Die Kameras sollen außerdem auch von den Fähigkeiten des neuen T2-Chips profitieren, etwa in Form einer Funktion, die verschwommene Bilder scharf zeichnen können soll – und das auch bei älteren Aufnahmen. Nachtaufnahmen, so wird es versprochen, sollen jetzt mit kürzeren Belichtungszeiten möglich sein und dadurch schärfer werden.

Sprachnachrichten müssen nicht mehr abgehört werden

Eine Funktion, die angesichts der Tendenz vieler Menschen, Sprachnachrichten zu verschicken, sehr nützlich sein könnte, ist die Möglichkeit, solche Nachrichten automatisch in geschriebenen Text umwandeln zu lassen. So kann man den Inhalt nicht nur schneller erfassen, als wenn man ihn sich anhört, man stört damit auch niemanden. Allerdings funktioniert das offenbar nur in Googles Messages-App.

Ein nützliches Extra, das erst später im Jahr per Update nachgeliefert werden soll, ist ein kostenlos nutzbares VPN, über das man seine Onlineaktivitäten anonymisieren kann. Allerdings, darauf weist Google hin, wird diese Möglichkeit nicht überall in der Welt nutzbar sein . China etwa ist von dem System ausgeschlossen.

Laut Google sind das Pixel 7 und das Pixel 7 Pro ab dem 13. Oktober im Handel verfügbar, können aber ab sofort zu Preisen ab 649 Euro (Pixel 7) und 899 Euro (Pixel 7 Pro) vorbestellt werden.

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