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03. Februar 2011, 16:31 Uhr

Halbleiter-Fehler

Intels Pannen-Chip bringt PC-Hersteller in Not

Ein kleiner Fehler in einem Mikrochip lässt die Computer-Branche straucheln: Einige Hersteller mussten die Produktion einstellen, andere starten Rückrufaktionen. Insgesamt wird der Schaden auf einen neunstelligen Dollarbetrag geschätzt.

Intels Patzer mit fehlerhaften Chips bringt die PC-Branche ins Trudeln. Einige Computer-Hersteller mussten ihre Produktion stoppen, einige haben die Auslieferung neuer Rechner gestoppt. Betroffen sind vor allem brandneue Geräte, die gerade erst auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt worden waren. Ebenso haben diverse Hersteller von PC-Bauteilen, wie Gigabyte oder CyberPower, ihre Produktion vorläufig stoppen müssen. Der Grund für die Aufregung: Intel hatte Anfang der Woche einen Designfehler in einem Hilfs-Chip, der zur neuen Prozessor-Generation "Sandy Bridge" gehört entdeckt. Der Fehler könne potentiell die Funktionalität und Leistung etwa von angeschlossenen Peripheriegeräten beeinträchtigen, hieß es.

Der weltgrößte Computer-Bauer Hewlett-Packard hat nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg die Produktion von PCs mit den betroffenen Chips bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Fehlers eingestellt. Möglicherweise betroffene Geräte werden nicht mehr ausgeliefert. Kunden bietet HP an, bereits gekaufte Geräte umzutauschen oder das Geld zurückzuerstatten. Eine für Freitag geplante Produktpräsentation in San Francisco wurde abgesagt.

Auch Dell soll Medienberichten zufolge die Auslieferung seines neuen Gaming-PC der Alienware-Baureihe gestoppt haben. Insgesamt seien vier PC unter den Marken XPS, Vostro und Alienware betroffen, sagte ein Sprecher gegenüber Bloomberg. Der taiwanische PC- und Komponenten- Hersteller MSI hält derzeit die Produktion zweier Motherboards und seines Spiele-Notebooks GT680 an. Samsung will Kunden, die nach dem 9. Januar ein Gerät mit dem defekten Chip gekauft haben, ebenfalls eine Erstattung anbieten.

Eine Milliarde Dollar Gesamtkosten

Bei HP sind von der Panne vor allem bestimmte Laptops und Desktop-PC für private Verbraucher betroffen, daneben auch ein Computer, den das Unternehmen in Großbritannien an kleine Unternehmen adressiert, sagte eine Sprecherin der Agentur. Auch zwei brandneue Geräte, die HP zuletzt auf der CES in Las Vegas im Januar präsentiert hatte, seien betroffen.

Intel hat den Schaden nach eigenen Angaben bereits behoben und produziert eine neue Version, die von dem Problem nicht betroffen ist. Ende Februar sollen die Prozessoren ausgeliefert werden. Intel will die Hersteller bei den Rückgabeaktionen und dem Austausch der Chips auf den Motherboards unterstützen. Intel geht davon aus, dass der Fehler dem Unternehmen im laufenden Jahr rund eine Milliarde Dollar kosten dürfte.

mak/dpa

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