Smartphone-Kameras Hohe Auflösung, hohes Sicherheitsrisiko

Die hohe Auflösung von Handy-Kameras macht die Geräte auch zum potentiellen Sicherheitsrisiko: Gerade betrachtete Bildschirminhalte können abfotografiert werden. Das ist jedoch nicht die einzige Gefahr.
Smartphone-Kamera: Kamerafunktion zur Spionage genutzt

Smartphone-Kamera: Kamerafunktion zur Spionage genutzt

Foto: Luca Bruno/ AP/dpa

Moderne Smartphones haben inzwischen serienmäßig Kameras an Bord, die Auflösungsraten erreichen, die noch vor wenigen Jahren für Profi-Kameras reserviert schienen. Mittlerweile sind die telefoneigenen Digi-Knipsen so leistungsfähig, dass sie sogar Spiegelungen in Augen oder auf Brillengläsern detailgenau erfassen können.

Nun haben Forscher des Instituts für Technische Informatik und Mikroelektronik an der TU Berlin  und der Telekom Innovation Laboratories  demonstriert, welches Sicherheitsrisiko damit verbunden ist.

Für ihre Studie verwendeten die Forscher ein chinesisches Handy, das Oppo N1. Seine Besonderheit: eine besonders hochauflösende Kamera mit 13 Megapixeln, die um mehr als 200 Grad drehbar ist. Durch eine App konnten die Wissenschaftler auf die Kamera zugreifen und im Auge des Betrachters jeweils das Spiegelbild des Bildschirminhalts abfotografieren.

Die Ergebnisse waren noch besser, wenn der Smartphone-Nutzer dabei eine Brille trug. Damit, berichtet "Heise" , war es dann möglich, Keylogging zu betreiben, also die Tastatureingaben etwa bei Anmeldeprozessen zu protokollieren.

Damit nicht genug, die Forscher übernahmen auch die Kontrolle über die Rückkamera des Smartphone. Diese Foto-Linsen liefern bei den meisten Handys eine noch höhere Auflösung. Im Verlauf der Studie konnten die Forscher sogar Fingerabdrücke der Gerätenutzer erfassen. Ein alarmierender Umstand, lassen sich doch auf dieser Grundlage selbst als vergleichsweise sicher geltende biometrische Kontrollen überwinden.

meu
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