Heiße Akkus Todesfall durch Laptop-Brand

Gerüchte über solche Fälle gab es genug in den letzten Jahren, jetzt gibt es einen amtlich bestätigten Fall: In Kanada kam ein Mann durch einen brennenden Laptop ums Leben. Weitere Wohnungsbrände sollen durch überhitzte Akku-Packs verursacht worden sein.


Kanadische Medien berichten über das Ergebnis einer Untersuchung durch den gerichtsmedizinischen Dienst der kanadischen Provinz British Columbia, der in den letzten Monaten mehrere Brand- und einen Todesfall untersucht hatte, die angeblich auf Brände durch Akku-betriebene Geräte zurückgingen. Der Coroners Service ist eine vom Gesetzgeber beauftragte Behörde, die alle ungeklärten, unnatürlichen und unerwarteten Todesfälle untersucht. Die Ergebnisse sind Stoff für Schlagzeilen: Sie liefern eine amtliche Bestätigung für einen Todesfall durch einen brennenden Laptop-Akku sowie die Bestätigung mehrerer weiterer Wohnungsbrände durch solche Zwischenfälle.

Bei dem bestätigten Todesfall handelt es sich um den Erstickungstod eines 56-jährigen Mannes aus Vancouver, der im Februar 2009 nicht mehr aus seiner brennenden Wohnung hatte gerettet werden können. Verursacht worden war der Brand nach dem offiziellen Bericht der Gerichtsmedizin durch einen Laptop, der im angeschalteten Zustand auf einem Sofa liegen gelassen worden war. In den darin enthaltenen Lithium-Ionen-Akkus sei es zu einer Überladung gekommen, die zur Ursache des Brandes wurde. Laut Untersuchungsbericht fing der Laptop rund 50 Minuten, nachdem er mit dem Ladegerät verbunden wurde, Feuer.

Jenseits der Anekdoten: Fünf Brände in fünf Jahren

Die Untersuchung bezog sich über diesen Fall hinaus auch auf andere ungeklärte Brände. Laut Untersuchungsbericht kam es demnach allein in British Columbia (4,4 Millionen Einwohner) seit 2004 zu vier weiteren Wohnungsbränden, die durch brennende Laptop-Akkus verursacht wurden, sowie 15 weitere Brände, die durch Kurzschlüsse oder Überhitzungen anderer elektronischer Geräte wie DVD-Player, PCs und Handy-Ladegeräte verursacht wurden.

Der Coroners Service gab am 26. August eine entsprechende öffentliche Warnung heraus, die auch Verhaltenstipps für den Umgang mit Laptops enthält. Die lassen sich zu einigen grundsätzlichen Regeln zusammenfassen:

  • Geräte immer deaktivieren, wenn sie nicht im Gebrauch sind (vor allem auch in Taschen)
  • Lüftungsschlitze sauber und frei halten, um Kühlung zu gewährleisten
  • Laptops u.ä. nicht auf weichen Oberflächen betreiben (Decken, Sofas etc.), sondern auf harten Arbeitsoberflächen, die auch den Nutzer vor Verbrennungen durch Geräte-Überhitzungen schützen
  • Nicht einwandfreie Bauteile nicht weiter betreiben, sondern austauschen.

Dazu gehört der Hinweis, sich über Rückrufaktionen zu informieren und diese auch ernst zu nehmen: Der Todesfall von Vancouver wurde laut Untersuchungsbericht durch einen Laptop verursacht, für den seit 2004 ein Rückruf wegen Problemen mit überhitzenden Akkus vorgelegen hatte. Der Verstorbene hatte den potentiell gefährlichen Akku nicht austauschen lassen.

pat

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.