Mate X Huawei verschiebt Verkaufsstart seines Falthandys erneut

Nachdem der Verkaufsstart des Mate X schon einmal verschoben worden war, hat das chinesische Unternehmen die Markteinführung erneut vertagt. Damit steigen Samsungs Aussichten wieder, Erster zu werden.

Wenn man es aufklappt, entfaltet sich Huaweis Mate X zur Größe eines Minitablets.
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Wenn man es aufklappt, entfaltet sich Huaweis Mate X zur Größe eines Minitablets.


Huaweis große Hoffnung, vielleicht doch noch als erster großer Hersteller ein faltbares Smartphone auf den Markt zu bringen, wird sich offenbar nicht erfüllen. Auf einer Presseveranstaltung im chinesischen Shenzhen habe der Konzern eine weitere Verzögerung bei der Einführung des Mate X angekündigt, berichtet "TechRadar" am Donnerstag.

Ursprünglich hatte der Konzern angepeilt, das Smartphone mit dem faltbaren Bildschirm im Sommer auf den Markt zu bringen. Im Juni entschied man sich dann aber dazu, den Starttermin lieber auf den September zu verschieben. Vermutlich hatten die Konzerlenker dabei die Ifa in Berlin im Auge, schließlich reisen zu diesem Event Tech-Journalisten aus der ganzen Welt an.

Nun aber wird daraus nichts werden. Es gebe keine Chance mehr, den Septembertermin einzuhalten, schreibt "TechRadar" und mutmaßt, es sei unwahrscheinlich, dass das Gerät vor November in die Läden kommt. Bei Huawei sei man immerhin zuversichtlich, dass der Marktstart des Mate X noch vor dem Jahresende, also gerade so zum Weihnachtsgeschäft stattfinden werde.

Eine besondere technologische Schwierigkeit ist beim Mate X der biegsame Bildschirm aus Kunststoff
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Eine besondere technologische Schwierigkeit ist beim Mate X der biegsame Bildschirm aus Kunststoff

Konkrete Gründe für die neuerliche Terminverschiebung hat Huawei nicht genannt und auf eine SPIEGEL-Anfrage zum Thema bis zum Donnerstagabend nicht geantwortet. Man kann aber davon ausgehen, dass das Unternehmen einfach auf Nummer sicher gehen und jegliche denkbaren Probleme mit dem neuartigen Faltbildschirm ausschließen will.

Schließlich war es auch der Bildschirm, der Samsungs Galaxy Fold ausbremste. Der koreanische Konzern wollte sein Falthandy ursprünglich schon im April in den Handel bringen, musste den Termin aber verschieben.

Zusammengeklappt zeigt sich an der Außenseite des Mate X ein zusätzlicher kleinerer Bildschirm, während der Faltbildschirm innen verschwindet
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Zusammengeklappt zeigt sich an der Außenseite des Mate X ein zusätzlicher kleinerer Bildschirm, während der Faltbildschirm innen verschwindet

Mehrere Blogger und Journalisten, die vorab Testgeräte bekommen hatten, meldeten Probleme mit dem Bildschirm und dem Scharnier desselben. Einige Tester hatten auch irrtümlich die Schutzschicht vom Display abgezogen, die aber als Bestandteil des Bildschirms gedacht war. Auch die große Lücke zwischen Scharnier und Gehäuse in zugeklapptem Zustand wurde bemängelt.

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Faltbares Smartphone: Das ist Samsungs Galaxy Fold

Im Juli schließlich kündigte Samsung an, das Gerät im September in ausgewählten Märkten in den Handel bringen zu wollen. Welche Länder damit gemeint sind, ließ das Unternehmen offen. Aber auch hier kann man davon ausgehen, dass es konkrete Angaben dazu auf der Ifa geben wird.

Wenn nun nichts mehr dazwischenkommt, wird Samsung doch noch der erste Konzern sein, der seinen Kunden ein faltbares Smartphone anbieten kann, sofern diese bereit sind, rund 2000 Euro dafür zu bezahlen. Huaweis Mate X soll allerdings noch teurer werden und 2300 Euro kosten.

Dass 2019 das Jahr der Faltsmartphones wird, wie es viele Beobachter, auch wir, geglaubt hatten, ist also eher nicht mehr anzunehmen. Vielmehr dürfte es der Branche als das Jahr der verschobenen Markteinführungen im Gedächtnis bleiben.

mak

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
.freedom. 15.08.2019
1. Auf Samsung-Phones lassen sich andere Betriebssysteme installieren.
Auf Huawei-Phones ist das nicht möglich, da Huawei den Bootloader nicht frei gibt. Sollte es, aus welchen Gründen auch immer, keine Updates von Huawei mehr geben, ist man aufgeschmissen. Da kommt man mit einem nicht gesperrten Phone weiter und kann sich ein alternatives Betriebssystem installieren.
10kwh 16.08.2019
2.
Aus technischer Sicht kann und wird ein solches Faltdisplay eher früher als später den Geist aufgeben. Nachrichten über defekte Displays und Scharniere werden uns die nächsten Jahre sicher sein. Wer sich sowas zulegt muss schon sehr technikverliebt sein und genug Geld und Zeit (für Reklamationen) übrig haben.
grabenkaempfer 16.08.2019
3.
Zitat von .freedom.Auf Huawei-Phones ist das nicht möglich, da Huawei den Bootloader nicht frei gibt. Sollte es, aus welchen Gründen auch immer, keine Updates von Huawei mehr geben, ist man aufgeschmissen. Da kommt man mit einem nicht gesperrten Phone weiter und kann sich ein alternatives Betriebssystem installieren.
Die Möglichkeit den Bootloader freizuschalten gibt es bei Huawei grundsätzlich. Was es im Moment nicht gibt, ist die kostenfreie Generierung des Codes zum Freischalten von Huawei selbst. Da die Ressourcen bei Huawei vorhanden sind und das auch bereits angeboten wurde, kann sich das aber von heute auf morgen wieder ändern.
master-of-davinci 16.08.2019
4. Erster?
Hmm, weder Samsung noch Huawei können "Erster" werden. Schließlich gibt es schon eins zu kaufen. Typische Arroganz der großen, was nicht von ihnen kommt existiert einfach nicht. Kommt Apple dann auch noch irgendwann sind sie natürlich die "Ersten" ... mit was auch immer.
landei23 16.08.2019
5. Abwarten...
...spätestens wenn apple in 7 Jahren sich an sowas versucht, wird das dann zuverlässig funktionieren. Wenn jemand sowas überhaupt kaufen will.
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